Finanzverkäufer raten oft zu Produkten, die vor allem ihnen selbst Geld bringen. Zehn Tipps, wie Kunden den Fallen entgehen.
Jeder kennt die Situation: Man sitzt einem Finanzberater in einer Bank oder einem Vertreter zu Hause im Wohnzimmer gegenüber und fragt sich, ob das wirklich alles stimmt, was der so wortreich erzählt. Zu Recht.
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Untersuchungen der Stiftung Warentest zeigen: Die Beratung in finanziellen Fragen ist oft mangelhaft. Der jährliche Schaden durch fehlerhafte Angaben, falsche Empfehlungen, nicht gehaltene Versprechungen und auch Anlagebetrug geht in die Milliarden. Es lohnt sich deshalb, im Umgang mit Finanzberatern ein paar Faustregeln zu kennen - die zehn wichtigsten Tipps im Überblick.
1. Die Qualifikation
Die Visitenkarte ist kein Gütesiegel. Peter Sachs, Sachverständiger aus Bad Homburg für Kapitalanlagen und private Finanzplanung, rät, den Berater konkret nach seiner Qualifikation zu fragen. "Da sollte die Anleger keine falsche Scheu haben, selbst wenn er den Ratgeber bereits kennt", sagt Sachs. Das gelte besonders für Vertreter, die zu Hause auftauchen. Gerade bei solchen Finanzverkäufern sollten Kunden auch nachhaken, ob der Vertreter eine Versicherung gegen Falsch- oder Fehlberatung hat, und eventuell einen Nachweis verlangen.
Grundsätzlich sind inzwischen viele Tätigkeiten rund um die Anlageberatung erlaubnispflichtig, wenn auch zum Beispiel gerade der Verkauf von hochriskanten Unternehmensbeteiligungsmodellen davon ausgenommen ist. "In der Praxis sind aber immer wieder Verkäufer ohne Erlaubnis unterwegs", sagt der Tübinger Anlegeranwalt Andreas Tilp. "Und um die würde ich von vorneherein einen großen Bogen machen."
2. Das Honorar
Finanzberater informieren in der Regel nie wirklich unabhängig, sie wollen etwas verkaufen. Wie sie vergütet werden, verrät deshalb viel über ihre Interessenlage. Sachs empfiehlt deshalb nachzufragen, ob der Berater an einen bestimmten Anbieter oder eine bestimmte Vertriebsorganisation gebunden ist und nur dann Geld verdient, wenn er gegen Provision die entsprechenden Produkte verkauft.
Auch in einer Bank sollten die Kunden sich erkundigen, "welche finanziellen Anreize es für den Berater gibt und wie viel die Bank beim Verkauf eines bestimmten Produktes verdient", sagt der Mannheimer Wirtschaftsprofessor Martin Weber. Der Bankenexperte weist darauf hin, dass es auch für Bankangestellte inzwischen oft konkrete Umsatzvorgaben gibt. "Sind Asienwochen angesagt, müssen zum Beispiel Asienfonds verkauft werden. Aber die sind sicherlich nicht für jeden Kunden geeignet", warnt Weber.
3. Der Finanzcheck
Jeder Privathaushalt ist auch ein kleines Unternehmen, mit Einkünften und Ausgaben, Versicherungen, Geldanlagen, einem Investitionsetat und bestimmten Zielen für die Zukunft. "Ein guter Berater checkt diesen Ist-Zustand vorher durch", sagt Professor Weber. Die Praxis sieht jedoch oft anders aus. Banken und Sparkassen bieten solche Haushaltsanalysen oft nur der gehobenen Kundschaft an. In diese Lücke sind sogenannte Strukturvertriebe gestoßen, die auch für Klein- und Mittelkunden eine Analyse kostenlos oder sehr günstig anfertigen. Hier rät Sachs jedoch zur Vorsicht, weil deren Berater ausschließlich von Provisionen leben.
Es bestehe die Gefahr, dass die Haushaltsanalyse zu einem gigantischen Verkaufsförderungssystem wird. "Die Anbieter decken bei dem Kunden große Versorgungslücken auf, empfehlen die Kündigung bestehender Verträge und haben wie durch Zauberei das optimale Produkt zur Lösung des Problems", warnt Sachs.
4. Die Kosten
Wirtschaftsprofessor Weber rät, immer nach den Kosten von Anlageprodukten zu fragen: "Gerade bei langfristigen Verträgen sind die mitentscheidend, was am Ende für den Kunden herausspringt." Verweigere der Berater konkrete Angaben oder verschweige er das Thema lieber, ist dies für Weber "ein Grund zu gehen beziehungsweise den Verkäufer höflich zur Tür zu bitten."
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Surfrider Beach in Malibu
... einem Finanzberater?!
Das ist wie das Vertrauen in die Pharma-Industrie, dass die wirklich ihre Kunden, von denen sie leben loswerden wollen.
@Michacologne für den Hinweis, beim Friseur kein Vermögen verlieren zu können (was allerdings absolute Ansichtssache ist...ich investiere da schon immer ein Vermögen, die Rendite ist jedoch jämmerlich)
@papad für den Tip mit dem Selbstauslöser und der Ansicht, dass ich mich über die Welt beschwere, was ich meinen Ausführungen jedoch nicht entnehmen kann
Der IQ reicht anscheinend nicht aus, eine gewisse Ironie meines Kommentars zu verstehen.
Außerdem finde ich es ohnehin sehr albern, dass Leser-Kommentare von so manchem Besserwisser und Klugscheißer hier erneut kommentiert werden - hierfür gibt es Foren, in denen man sich austoben kann.
Ach ja, und @ kuhtreiber - danke für die Verallgemeinerung, aber ich wäre froh, wenn ich die Provisionen selbst einstreichen würde. Ich arbeite bei einer Bank, aber bekomme mein Grundgehalt, unabhängig davon, was ich verkaufe oder nicht.
Jeder Berater, der halbwegs Moral, ethisches Bewusstsein und ein Gefühl für seinen Beruf hat, wird Menschen beraten - und nicht in erster Linie Produkte verkaufen. Es geht um ganzheitliche Beratung, darum, jemanden kennenzulernen, etwas über seine Bedürfnisse, Ziele und Wünsche zu erfahren - und DANN das passende Produkt vorzuschlagen. Nicht umgekehrt.
Ich würde grundsätzlich die Frage nach Provisionen empfehlen. Und, ganz klar - mir überlegen, wovon der Mensch lebt, der mir gegenüber sitzt. Kritisch bleiben - und mich nicht um den Finger wickeln lassen.
Der kleine aber feine Unterschied beim Friseur ist, dass Sie bei einer Fehlberatung nicht Ihr Vermögen auf's Spiel gesetzt haben.
Grundsätzlich darf man gar keinem "Finanzberater" trauen. Man sollte sich die empfohlenen Produkte genau anschauen - vor allem das Kleingedruckte, auch wenn man dazu eigentlich keine Lust hat. Wenn man damit nicht klar kommt, sich vom Anbieter (Versicherungen, Banken) Unklarheiten SCHRIFTLICH bestätigen lassen und AUFBEWAHREN. Und letztendlich können Verbrauchermagazine (z.B. Finanztest von Stiftung Warentest) auch einen Anhaltspunkt geben.
Man wird also nicht drum herum kommen, selbst tätig zu werden wenn man auf Nummer sicher gehen will.
- bei Autoverkäufern
- in Modegeschäften ("Das steht Ihnen ja ausgezeichnet!")
- beim Friseur
- bei Hochzeitsfotografen (meine Güte war unser leider mies...und wie er die Bilder dann künstlerisch begründet hat - wahnsinn!)
- beim Immobilienmakler
- im Reisebüro (brutal, was die einem vom Himmel herunterlügen könnnen!)
- ...
also schlicht überall, wo man in irgendeiner Art und Weise konsumiert!
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