Im Internet lassen sich Kinohits und TV-Serien innerhalb kürzester Zeit ausleihen und anschauen. Manche Portale verkaufen die Filme sogar. Doch das legale Herunterladen ist nicht immer günstig.
Schon seit einigen Jahren versucht die Film- und Fernsehbranche, ihre Produkte auch über das Internet zu vertreiben. Statt in die Videothek zu gehen, soll sich der Kunde die neuesten Filme oder TV-Serien im Internet ansehen oder auf die Festplatte herunterladen. "Video on Demand" nennt man das (VoD).
Filmzauber aus dem Internet: Harry Potter ist einer der Blockbuster in digitalen Videotheken. (© Foto: dpa)
Anzeige
Wenn er will, kann er sie auch gleich kaufen. Doch im Vergleich zur Musikbranche, die erfolgreich online vertreibt, läuft die Nachfrage bei den Videoportalen noch schleppend.
Das könnte sich aber ändern, denn in den vergangenen zwölf Monaten sind die Internetzugänge über DSL oder Kabel deutlich schneller geworden. Dadurch lassen sich auch Filme aus dem Internet in kurzer Zeit und guter Bildqualität laden.
Die Deutsche Telekom schätzt, dass bis zum Jahr 2010 nahezu 30 Prozent aller Computernutzer, die einen Breitband-Internetanschluss besitzen, auf VoD-Angebote zurückgreifen. So ist es nur konsequent, dass das Unternehmen sein Videoportal "Videoload" pünktlich zur Fachmesse Cebit einer breiten Käuferschicht geöffnet hat. Bislang konnte dort zwar jeder Internetnutzer Filme kaufen. Das weitaus interessantere Ausleihen von Kinohits war jedoch bis vor wenigen Tagen Kunden mit einem DSL-Anschluss bei T-Home vorbehalten. Nun kann jeder unabhängig von seinem Internet-Dienstleister bei Videoload Filme ausleihen und kaufen.
Filme ausleihen
Die größte Auswahl an aktuellen Blockbustern, Spielfilmen, Musik-Videos und Dokumentationen bieten derzeit Videoload und Maxdome.
Letzterer kann besonders mit deutschen und US-Serien aus Pro Sieben und Sat1 punkten, die teilweise schon vor der Ausstrahlung im Fernsehen heruntergeladen werden können. Arcor, One4Movie und VideoBuster haben hingegen überwiegend älteres Material im Repertoire.
Die Übertragung des Films auf den heimischen Monitor ist je nach Video-Portal unterschiedlich gelöst. Die meisten Firmen bieten das Streaming-Verfahren an. Hier wird der Film quasi in Echtzeit live über das Internet direkt auf den Bildschirm übertragen. Die Bildqualität beim Streaming richtet sich danach, wie schnell der eigene Internetzugang ist (Kasten): je langsamer die Verbindung, desto schlechter die Qualität.
Teurer als die Wirklichkeit
Alternativ steht bei vielen Portalen der progressive Download zur Wahl: Der Film wird auf die eigene Festplatte heruntergeladen, wobei sich der Nutzer schon kurze Zeit nach Beginn des Download-Vorgangs den Film parallel gleich ansehen kann. Im Gegensatz zum Streaming kommt der Film im Download-Verfahren unabhängig vom eigenen Internetanschluss immer in der besten Bild- und Tonqualität. Allerdings dauert das Herunterladen bei einem langsamen Internetzugang mehrere Stunden, und auch die Wartezeit, bis der Film parallel zum Download angeschaut werden kann, verlängert sich. Bei One4Movies und Video-Buster hingegen kann der Film erst dann angesehen werden, wenn die Videodatei vollständig auf dem eigenen PC angekommen ist.
Geliehen wird ein Film stets für 24 Stunden, in diesem Zeitraum kann er beliebig oft angesehen werden. Die Preise variieren je nach Videoportal stark. Während Videoload für viele seiner Top-Ten-Filme nur 1,99 Euro verlangt, fordert Maxdome fast immer 3,99 Euro. Das Angebot im Internet ist im Vergleich zur Videothek dürftig. Die Portale lassen sich das Sofort-Erlebnis teuer bezahlen: Einen Film für zwei Tage in der Videothek auszuleihen, kostet nur drei Euro. DVD-Verleihdienste wie Amazon oder Amango, die rund 15.000 Filmtiteln anbieten und die Original-DVDs per Post verschicken, verleihen für zehn Euro im Monat unendlich viele Filme. Nur bei TV-Serien müssen sie passen.
Filme kaufen
Bei Videoload, In2Movies und Medionbox lassen sich Filme auch kaufen und somit unbegrenzt oft anschauen, allerdings nur auf dem PC. Bei In2Movies und Medionbox muss dafür eine Software installiert werden, um die gekauften Filme zu verwalten.
Die Filme werden im progressiven Download heruntergeladen. Vorteil bei Videoload: Die gekauften Filme lassen sich einmalig auch auf eine DVD brennen, die dann auf jedem DVD-Player abgespielt werden kann.
Die Preise je gekauften Film liegen zwischen sieben und 15 Euro. Damit sind sie zum Teil deutlich teurer als die Original-DVD aus dem Laden. Die hat im Vergleich zur Online-Version zudem auch noch deutlich mehr zu bieten: ein schönes Cover, Audio-Kommentare, verschiedene Sprachfassungen mit Untertiteln sowie Bonusmaterial, das Filmfreaks oft nicht missen möchten. Auch Bild und Ton sind besser. Zudem lässt sich die DVD auf jedem DVD-Player und auch auf dem PC abspielen.
- Filme herunterladen Und so geht es 06.03.2008
- Netzwerk-Player Brücke ins Wohnzimmer 01.02.2008
- DSL-Anschluss Schneller, breiter, teurer 05.02.2008
- Hörbücher zum Herunterladen Piraterie und Alltag 29.02.2008
- Kooperation Fox-Filme für Apple-Kunden 27.12.2007
(SZ vom 07.03.2007/mia)
Debatte über Urheberrecht
Vielen Dank erstmal für den Bericht.
Einen Kritikpunkt muss ich dennoch anmerken, denn die Grafik mit der Übersicht der Angebote ist trotz Vergrößerung kaum lesbar. Wieso wird das nicht einfach größer dargestellt, wenn es sowieso in einem neuen Fenster geöffnet wird?
Ist mir übrigens schon ehrfach bei derlei Grafiken aufgefallen, oder wollen Sie die online Leser zwingen sich die Print-Ausgabe zu kaufen?
Mit besten Grüßen und Hoffnung auf Besserung...