Von Von Stephanie Schmidt

Besser als die Alarmanlage: Homesitter hüten das Haus und füttern den Kanarienvogel, wenn Frauchen in Urlaub ist.

Einen eigenen Garten hat er nie besessen, aber jetzt erfreut sich Andreas Faltermaier an verschiedenen Gärten - mal mit Teich, mal mit Swimmingpool. Da sitzt er dann, liest Zeitung und trinkt mit seiner Frau Christa Kaffee. (Namen von der Red. geändert). Mal für zwei Wochen, mal für länger und immer wieder woanders. Seit sieben Jahren arbeiten der pensionierte Gymnasiallehrer und seine Frau als Haushüter.

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Das Konzept des Homesitting stammt aus den USA und findet auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Während die Besitzer verreist sind, ziehen Sitter ins Haus ein, nehmen das Telefon ab, entleeren den Briefkasten, gießen die Blumen, kümmern sich um die Pflanzen und die Haustiere, holen Hilfe, wenn eine Wasserleitung defekt ist. Vielen Haus- und Wohnungsbesitzern genügt es nicht mehr, wenn die Nachbarn ab und zu nach dem Rechten sehen. Die Haushüter sind permanent vor Ort - da trauen sich Einbrecher gar nicht erst ran.

"Wir sind zum Beispiel öfter in Schloss Ringberg am Tegernsee, das der Max-Planck-Gesellschaft gehört", erzählt Andreas Faltermaier, "da hat man einen wunderschönen Blick auf den See und die Blauberge." Der 68-Jährige schmökert gerne in den englischen und französischen Büchern der Bibliothek. Was erlaubt ist und was nicht, spricht der Hüter mit dem Besitzer ab.

"Nicht jeder kann Haushüter werden, die Leute müssen absolut zuverlässig, seriös und diskret sein", sagt Jürgen Bold. Er vermittelt zwischen Hausbesitzern und Haushütern und hat in diesem Metier langjährige Erfahrung: 1987 gründete er seine Haushüter-Agentur in Ottobrunn bei München. Seine Kartei umfasst heute rund 40 Haushüter aus ganz Bayern, häufig Ehepaare, aber auch Einzelpersonen. Die Haushüter sind häufig Menschen mit Lebenserfahrung, zwischen 60 und 80 Jahre alt. Interessenten müssen sich bei Bold mit Lebenslauf, Referenzen und polizeilichem Führungszeugnis bewerben.

"Mir ist nicht bekannt, dass in Deutschland je in Anwesenheit eines Haushüters eingebrochen wurde", sagt der Agentur-Leiter. Klar kann es sein, dass der Homesitter selbst mal einen Bock schießt, Rotweinsauce auf den Perser träufelt oder Gläser zerdeppert. Für Fälle dieser Art hat Bold vorgesorgt und für seine Mitarbeiter eine Betriebshaftpflicht- sowie eine Unfallversicherung abgeschlossen.

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