Von Johannes Fritz

Ein Landshuter füllte die Überweisung der Steuer für seine kleine Ferienwohnung in Italien falsch aus. Wenig später war das meiste Geld bei diversen Banken versickert - und die Steuer immer noch nicht bezahlt.

Bei der Schaffung eines einheitlichen europäischen Zahlungsraums hat die EU scheinbar an alles gedacht: Grenzüberschreitende Finanzgeschäfte sollen mit einer neuen Richtlinie einfacher, schneller und günstiger werden.

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Schon jetzt dürfen Überweisungen von weniger als 50.000 Euro innerhalb Europas nicht mehr kosten als in den Mitgliedsstaaten. Ist eine europäische Überweisung jedoch nicht korrekt ausgefüllt, dann wird es für den Kunden teuer.

Wie unbefriedigend die derzeitige Rechtslage ist, lässt sich am Beispiel des Landshuters Siegfried Petz gut nachvollziehen. Petz wollte 150 Euro auf sein Konto in Italien überweisen, weil er eine Steuer für seine kleine Ferienwohnung in Südtirol bezahlen musste.

Unterschiedliche Banken

Was Petz nicht wusste: Die 11-stellige internationale Bankleitzahl (BIC) und die 27-stellige internationale Kontonummer (IBAN) auf seiner Anweisung gehörten zu unterschiedlichen Banken. Seine Südtiroler Bank habe ihm am Telefon nicht ihre eigene Bankleitzahl, sondern die BIC jener Bank genannt, bei der die Steuerzahlungen eingingen, erzählt Petz.

Die falsche Kombination kam den Kunden teuer zu stehen. Der Auftrag wurde ausgeführt und der Fehler erst in Italien entdeckt. Der Grund: Noch gibt es kein europaweites Verzeichnis der Bankverbindungen, mit dem Überweisungen überprüft werden können.

Als das Geld aus Italien zurückkam, waren von den 150 Euro noch 37 Euro übriggeblieben. Auf dem Rückweg waren fünf Banken mit dem Auftrag in Berührung gekommen. Sie zogen insgesamt 113 Euro für die Bearbeitung ein.

Hoffen auf die EU

Solch hohe Summen würden mit der neuen Richtlinie der Vergangenheit angehören, hofft der Europaabgeordnete Alexander Radwan (CSU). ,,Grundsätzlich muss der Kunde schon für seine Fehler geradestehen'', sagt er. Falsch ausgefüllte Überweisungen führten bei den Banken zu Mehrkosten, die der Kunde übernehmen müsse. Aus solchen Fehlern dürften die Banken aber kein Geschäft machen, betont Radwan.

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