Euro: Rettungsschirm Die Schuldenmacher

Der Rettungsfonds der Euroländer leiht sich erstmals Geld am Kapitalmarkt. Es geht um viel, denn die Anleihe entscheidet über das Schicksal Europas. Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Von S. Boehringer, H. Einecke und C. Gammelin

Die Staatsschulden Europas halten die Märkte weiter in Atem. An diesem Dienstag wird sich die Behörde zur Verwaltung des Rettungsfonds, EFSF, erstmals am Kapitalmarkt Geld besorgen. Refinanziert werden sollen damit die Kredite an Irland. Gleichzeitig läuft die Diskussion um eine Erweiterung des 440 Milliarden Euro schweren Rettungsfonds auf Hochtouren.

Der Rettungsschirm der Euroländer. Klicken Sie auf die Graphik für eine größere Darstellung.

(Foto: Graphik: SZ / Ilona Burgarth )

Zwar wird sind die Mittel längst nicht ausgeschöpft - aber die Zeit drängt dennoch, heißt es in Brüsseler Kommissionskreisen wie auch an den Kapitalmärkten. "Der Rettungsschirm ist von vornherein so gestrickt, dass beim geringsten Einatmen die Knöpfe reißen können", sagt Moritz Kraemer, der für das AAA-Rating des Fonds verantwortliche Analyst bei der Agentur Standard & Poor's (S&P). Politiker wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dagegen sehen keinen Grund für eine Erweiterung, solange das Geld reicht.

Für Griechenland, dem ersten und ärgsten Krisenkandidaten Eurolands wird in Brüssel derweil hinter verschlossenen Türen bereits sehr konkret an einer Umschuldung gearbeitet. Dem Plan zufolge soll Griechenland Geld aus dem Rettungsfonds der Europäer erhalten, um eigene Staatsanleihen zu den derzeitigen Tiefstkursen zurückzukaufen, und diese in neue, von der Kommission oder dem EFSF verbürgte, Anleihen umzuwandeln.

Dieses Verfahren würde die Schulden Athens auf einen Schlag um 20 bis 30 Prozent reduzieren. Ein solches Vorgehen ähnelt dem Konzept des ehemaligen US-Finanzminister Nicholas Brady, mit dem vor gut zwanzig Jahren die Schuldenkrise in südamerikanischen Staaten wie Mexiko und Brasilien gelöst wurde. Damals bürgte der Internationale Währungsfonds (IWF) für die neuen Schuldentitel der Länder.

Die Reaktion der Märkte auf den ersten Auftritt der europäischen Schuldenverwalter kann entscheidend sein für die weitere Strategie der Politiker und damit auch für den Ausgang der Schuldenkrise. Die SZ hat daher die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Thema noch einmal zusammengestellt: