Die Politiker sollten endlich zugeben, dass die Währungsunion nicht als Wegbereiter für eine politischen Vereinigung taugt. Vielmehr ist der Euro ein unsägliches ökonomisches Abenteuer. Ein Plädoyer für die D-Mark.
Die Debatte um den Euro nimmt immer bizarrere Formen an, leider beteiligen sich daran auch Fachleute. So behauptete kürzlich der Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel in der Süddeutschen Zeitung eine "explosive Mischung aus hysterischen Spekulationen...zwinge die Gesamtwirtschaft in den Krisenstaaten endgültig in die Knie". Dadurch "gerät der Euro-Raum immer tiefer in die Krise".
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Maschinelle Zählung von Banknoten der europäischen Gemeinschaftswährung: "Geradezu ungeheuerlich und unter Fachleuten der Gipfel der Unredlichkeit ist es, wenn immer wieder behauptet wird, der Euro stütze Deutschlands Export und sei für unsere Volkswirtschaft ein Segen." (© AP)
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Welch groteske Verdrehung von Fakten und Einsichten. Die Krisenstaaten haben sich selbst durch ihre Politik ins Bodenlose gewirtschaftet, noch dazu durch eine höchst unsolidarische "Schädige-Deinen-Nachbar-Politik", denn sie lassen sich ihre Defizite über den Kapitaltransfer der Euro-Märkte von Dritten bezahlen: den vertragstreuen Euro-Mitgliedern, allen voran Deutschland.
Und die hysterischen Spekulanten? Sie treten auf, wenn Geldwert und Sachwert auseinanderklaffen und tatsächlich droht eine Bereinigung dieses Missverhältnisses: entweder durch einen Konkurs oder eine Währungsabwertung. Genau das ist in der Euro-Zone seit langem der Fall. Ob Griechenland, Irland, Spanien, Portugal oder andere künftige Krisenländer: Sie alle haben durch ihre Binnen-Inflation und ihr verantwortungsloses Über-die Verhältnisse-Leben, abzulesen an ihren eskalierenden Leistungsbilanzdefiziten (die zu veröffentlichen sich die EZB bis heute weigert) den Euro bei sich zu Hause entwertet.
Gewaltiger Entzugseffekt für unsere Wirtschaft
Das hindert sie freilich nicht, mit diesen im Fall Griechenland um 40 Prozent entwerteten Euro munter bei ihren soliden Währungspartnern einzukaufen und Billig-Kredite aufzunehmen - bis der Verlust der Kreditwürdigkeit ihnen einen dicken Strich durch diese unbillige Rechnung macht.
Geradezu ungeheuerlich und unter Fachleuten der Gipfel der Unredlichkeit ist es, wenn immer wieder behauptet wird, der Euro stütze Deutschlands Export und sei für unsere Volkswirtschaft ein Segen. Denn diese Leute verschweigen, um welchen Preis das geschieht. Das zur Bezahlung der Defizite in die Euro-Krisenländer exportierte deutsche Kapital - es summiert sich inzwischen auf gut und gerne 1000 Milliarden Euro - stellt einen gewaltigen Entzugseffekt für unsere Volkswirtschaft dar.
Mit diesem Geld hätte man unseren Bundeshaushalt und Sozialstaat sanieren, die verrottende Infrastruktur unseres Landes reparieren, den Mittelstand fördern und Zehntausende neuer Arbeitsplätze schaffen können. Stattdessen streckt Deutschland das Geld vor, mit dem die Griechen hierzulande einkaufen, die Spanier ihre Immobilienpreise steigern und die Iren ihren Finanzsektor aufblasen.
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Debatte über Urheberrecht
Da schwappen schwarze Ölmassen ins Meer, Vögel fallen tot vom Himmel, heute verdunkelte sich auch die Sonne und jetzt gibt es auch noch einen realistischen Artikel zum Euro in der SZ. Ist es wirklich so weit? ;-)
Sie haben sich glänzend selbst widersprochen. Immerhin hat Soras später selbst zugegeben, dass man gegen das britische Pfund gewettet hat. Übrigens, wenn das britische Pfund überbewertet war, ist das ein Beleg dafür, dass die Behauptung, dass man gegen eine Währung wettet, wenn sie "faul" ist, nicht stimmt. Außerdem lässt sich trefflich darüber streiten, warum im Augenblick nicht gegen die britische Währung gewettet wird, wo GB mit seinen Staatsschulden wesentlich schlechter da steht, als andere EU-Länder. Die drastischen Sparmaßnahmen sind ja noch kein Gesetz!
Terrone sagt:
Griechenland, Irland, Portugal - reines Schattenboxen. Das wirkliche, fuer Euch unloesbare Problem liegt in Italien. Wir sind die 2.-groesste Industrienation in Europa, hinter euch, aber vor Frankreich und waren es gewohnt, unsere vorrangig kleine/ mittelstaendische Industrie durch Lira-Abwertungen konkurrenzfaehig zu halten. Jetzt haben wir EURE Waehrung und sehen unsere Industrie nach Ost- und Suedost-Europa abwandern. Unsere Realwirtschaft ist in der Depression, die 1 % Wachstum, die sich die Bruesseler Statistiker zusammenluegen, speisen sich aus den staatlichen Monopolbetrieben und der oeffentlichen Verwaltung (die bei uns zu ueber 50 % zum BIP beitragen). In einem Land, dass ohne entwickeltes soziales Sicherungsnetz auskommen muss, ist der Zustand untragbar - und deshalb sind fast alle Parteien, mit Ausnahme der Lega Nord, fuer eine expansive Ausgabenpolitik; Berlusconi wird fallen, mit ihm Tremonti (der auch nur spart, um das ok fuer Euro-Bonds zu kriegen). - und dann ..... (Welt online, 21:46 Uhr, 3.1.2011: Euro-Rettung wird Deutschland epochal verändern).
... dem man in heutiger Zeit mehr Aufmerksamkeit schenken muß.
Es muß eine Plattform für uns Menschen geschaffen werden, wo wir direkt an politischen Entscheidungen beteiligt werden und nicht nur alle 4 jahre mal wählen, wer zukünftig für uns entscheiden soll.
kann man sich nur mit Grausen abwenden.
Wenn man dann noch Gäste einlädt, die ihre schrägen Ansichten hier präsentieren, dann ist der Gipfel der Substanzlosigkeit erreicht.
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