Ethische Investments Bafin schließt Noa Bank

Die Finanzaufsicht hat die Düsseldorfer Noa Bank für den Geschäftsverkehr geschlossen. Die Einlagen jedes Kunden sind bis zu 50.000 Euro gesichert. Der Bankinhaber greift die Bafin scharf an.

Von Caspar Dohmen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat die Düsseldorfer Noa Bank für den Geschäftsverkehr geschlossen.

Das gab die Bafin am Mittwochabend in Bonn bekannt. Das Institut mit einer Bilanzsumme von rund 179 Millionen Euro weise Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von rund 172 Millionen Euro auf. Die Noa Bank GmbH & Co. KG darf keine Zahlungen mehr entgegennehmen, die nicht zur Schuldentilgung bestimmt sind. Dieses sogenannte "Moratorium" sei nötig gewesen, "um die verbliebenen Vermögenswerte zu sichern", teilte die Bafin weiter mit.

Dem Institut hätten nach dem Insolvenzantrag der zum Konzern gehörigen Noa Factoring AG die Zahlungsunfähigkeit und die Überschuldung gedroht. Kundeneinlagen seien über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken gesichert. "Der gesetzliche Entschädigungsanspruch jedes berechtigten Bankkunden ist pro Einleger begrenzt auf den Gegenwert von 50.000 Euro."

Eine Bank-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab. Sie verwies lediglich auf eine Erklärung des Bankgründers Francois Jozic auf der hauseigenen Internetseite. "Das gesamte Finanzsystem ist selbstorganisiert, um unbeweglich zu sein. Ich habe versucht es zu ändern, aber ich bin gescheitert", heißt es darin.

Jozic war mit der Noa Bank im November mit zwei Filialen in Frankfurt und Düsseldorf gestartet. Er verstand sein Unternehmen als Alternative zu herkömmlichen Kreditinstituten und versprach den Kunden vollständige Transparenz bei der Geldanlage. Binnen weniger Monate sammelte die Noa Bank bei Anlegern 300 Millionen Euro ein.