Der kommende Winter droht richtig teuer zu werden. Wer aber den richtigen Tarif findet und einige einfache Regeln beachtet, kann die Kosten gehörig dämpfen.
Die bevorstehende Heizperiode wird für die 20 Millionen Haushalte mit Gasheizung in Deutschland die teuerste seit 20 Jahren. Hoffnung auf mehr Wettbewerb besteht frühestens für Herbst 2006. Dennoch gibt es Möglichkeiten, zum Beispiel über die Wahl des richtigen Tarifs, schon heute die Heizkosten zu begrenzen.
Mit den Ölpreisen sind auch die Kosten für Gas drastisch gestiegen. Verbraucherschützer kritisieren daher die Ölpreisbindung. (© Foto: ddp)
Anzeige
Wer überwacht die Gasversorger?
Die etwa 600 Gasversorger in Deutschland sind in ihrer Preispolitik grundsätzlich frei. Nur der Missbrauch kann nachträglich von den Kartellbehörden der Länder oder des Bundes geprüft werden. Derzeit führen die Bundesländer landesweite Preisabfragen durch. In Hessen hatten bereits zum 1.Oktober mehrere Versorger nach Kritik der Behörden ihre angekündigten Preiserhöhungen reduziert.
Woher weiß ich, ob mein Gasversorger teuer oder preiswert ist?
Eine offizielle oder staatliche Preisstatistik gibt es nicht. Eine gute Orientierung gibt der Preisvergleich des Westdeutschen Rundfunks im Internet (www.wdr.de/tv/markt/service/berichte/gaspreise.phtml). Hier kann man sich die Position seines Gasversorger im Bundesland oder bundesweit anzeigen lassen. Es ist jedoch sinnvoll, die Angaben beim örtlichen Versorger nachzuprüfen. Manchmal bleiben Preisbestandteile oder Rabatte unberücksichtigt. Vor allem zu den Preisanpassungsterminen am 1. Oktober oder 1. Januar gerät der Preisvergleich in Unordnung, weil die Preisänderungen nicht sämtlich sofort berücksichtigt werden können.
Warum gibt es Unterschiede bei Gaspreisen?
Die Gaspreise liegen nach der jüngsten Preiserhöhungsrunde etwa zwischen vier und sechs Cent je Kilowattstunde, beziehungsweise 40 und 60 Cent je Kubikmeter. Bei einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden und unter Berücksichtigung des festen Grundpreises ergibt sich daraus eine Preisspanne von bis zu 300 Euro zwischen dem preiswertesten und dem teuersten Anbieter. Für diese Preisdifferenz sind mehrere Ursachen verantwortlich: Die topografische Lage, die Zahl der versorgten Kunden sowie die Länge und das Alter des Netzes. Aber auch das Verhältnis von Großkunden und Kleinverbrauchern und die wirtschaftliche Betriebsführung des Unternehmens spielen eine Rolle für die unterschiedlichen Kalkulationen.
Wer ist schuld an den jüngsten Preissteigerungen?
Die meisten Gasversorger begründen die jüngsten Preisanhebungen mit gestiegenen Bezugskosten. Nach Berechungen des Bundesamtes für Wirtschaft haben sich die Importpreise für Gas aus Norwegen oder Russland in den vergangenen zwölf Monaten um knapp 35 Prozent erhöht. Auf die Endpreise wirkt sich dies mit Preisanhebungen zwischen 20 bis 25 Prozent aus. Konstant geblieben sind dagegen die Erdgas- und die Ökosteuer mit zusammen 0,55 Cent je Kilowattstunde. Über die Margenentwicklung der inländischen Gasversorger gibt es keine zuverlässigen Daten.
Wie werden die Gaspreise berechnet?
Stadtwerke werden im Rahmen langfristiger Lieferverträge von einem oder zwei Ferngasunternehmen versorgt. Die Preise werden vierteljährlich überprüft und angepasst. Maßstab ist die Entwicklung der Heizölpreise in den beiden davor liegenden Quartale. Der ermittelte Durchschnittspreis dieser sechs Monate bestimmt den Erdgaspreis für die jeweils kommenden drei Monate. Künftig sollen Stadtwerke aus den langfristigen Vertragsbindungen entlassen werden und sich beim Gaseinkauf auf mehrere gegeneinander konkurrierende Lieferanten stützen.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Bruce Springsteen in Frankfurt