Im Juli kommt der Energiepass: Schlecht isolierte Häuser verlieren an Wert. Worauf Käufer und Mieter jetzt schon achten sollten.
"Wer jetzt kein Haus hat..." - sollte vielleicht besser bis zum Sommer mit dem Erwerb warten, ließe sich die Gedichtzeile von Rainer Maria Rilke vollenden. Denn wer derzeit ein Haus oder eine Wohnung kauft, mietet oder pachtet, erwirbt eventuell die Katze im Sack: eine neue Bleibe ohne Energiepass.
Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) kostet der Umbau eines unsanierten Einfamilienhauses von 1970 mit 150 Quadratmetern Wohnfläche in ein Niedrigenergiehaus im Schnitt 60.000 Euro. (© Foto: Schierenbeck/dpa/tmn)
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Dieser Ausweis erinnert mit seiner Farbtafel an die bekannten Aufkleber an Kühlschränken oder Waschmaschinen und gibt auf einen Blick Auskunft über den Energieverbrauch von Gebäuden und die Effizienz im Vergleich zu Niedrigenergiehäusern. Bereits seit 2002 ist das Papier für Neubauten erforderlich, von 1. Juli dieses Jahres an wird es schrittweise für alle Immobilien zur Pflicht, die den Nutzer wechseln.
Lage nicht mehr Kriterium Nummer 1
Dann können Objekte mit schlechter Energiebilanz dies nur noch schwer verstecken. "Und die Preise werden sich daran orientieren, wie ein Gebäude beim Energietest abschneidet", sagt Detlef Manger, Geschäftsführer für die Region Nord-West beim Immobilienverband IVD. "Das früher alles entscheidende Kriterium - die Lage der Immobilie - wird an Bedeutung verlieren."
Auch Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena), ist sich sicher, dass mit Einführung des Ausweises eine "Marktbereinigung" stattfinden wird: "Das ist ja auch das erklärte Ziel - dass Käufer und Mieter alte und unsanierte Gebäude leicht erkennen und die Energiekosten in ihr Budget mit einbeziehen können." Nach Angaben der dena kostet der Umbau eines unsanierten Einfamilienhauses von 1970 mit 150 Quadratmetern Wohnfläche in ein Niedrigenergiehaus im Schnitt 60.000 Euro.
Wer vor Einführung des Energiepasses ein Haus kaufen oder mieten möchte und sich für die Energiebilanz interessiert, kann derzeit nur an den Eigentümer appellieren, den Ausweis schon jetzt zu beantragen. "Im Zuge der Debatte um Energiekosten fragen die Leute jetzt auch häufiger nach den Heiz- oder Nebenkostenabrechnungen der alten Bewohner", sagt IVD-Experte Manger.
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Moderne Verwaltung
Auch die Wiederholung der Wärmebildaufnahmen macht die daraus gezogenen Schlüsse nicht wahrer.
Da wird natürlich nur am frühen Morgen fotografiert, wenn die angepriesenen Isoliermaterialien mangels Masse komplett ausgekühlt sind. Ebenso grün würde eine einfache Metallplatte (Hausnummernschild) als besonders gut isolierte Fläche interpretiert.
Die Vorgehensweise und speziell die Schlüsse passen eher auf eine Show-Bühne, obwohl die Tricks durchsichtiger sind als bei dem meisten Magiern.
Wer glaubt, dass Häuser mit Einführung des Energiepass billiger werden, hat auch geglaubt, dass die Stromkosten mit der Privatisierung der kommunalen Energieversorger sinken würden.
Nachteile werden diejenigen Hausbesitzer haben, die sich in Panik umfangreiche Investitionen aufschwatzen lassen, die sich bei einem späteren Verkauf als technologisch veraltet herausstellen oder aus anderen Gründen vom Erwerber nicht honoriert werden. 'Abwarten und Tee trinken' ist wie so oft die finanziell erfolgreichere Strategie.
Für das Vermieter-Mieter-Verhältnis wird eine ausreichende Rechtsschutzversicherung von Vorteil sein, sofern diese nicht gleich nach dem ersten Rechtsstreit kündigt. Mit einer positiven Bedarfsaussage im Energiepass wird suggeriert, dass diese bei 'normaler' Nutzung auch erfüllt wird. Da der Bedarf aber rein fiktiv auf Basis von hauptsächlich nicht verifizierten Gebäudedaten per Modellrechnung ermittelt wird, sind die Rechtstreitigkeiten absehbar. Juristen und Gutachter können siich die Hände reiben.
Dass die Lage einer Immobilie keine Rolle mehr spielen wird ist ebenso unsinnig, wie die angebliche Notwendigkeit, einen Energiepass zu erwerben: die Heizrechnung reicht völlig aus!
Was auch gerne von den Beratern und Lobbyisten gerne vergessen wird, ist, dass in Ballungsgebieten mit Wohnungsknappheit wie München, der Mieter meistens keine Wahl hat, ob er die Wohnung nimmt oder nicht - vor allem im unteren und mittleren Preissegment. Er weiß ja nicht, ob er überhaupt ein zweites Angebot in nächster Zeit bekommt. Der Energiepass wird hier überhaupt keine Rolle spielen (können). Anders mag das in Gebieten mit einem Wohnungsüberschuss aussehen. Dort müssen sich die Vermieter/Verkäufer von der Konkurrenz absetzen, und da kann der Energiepass bzw. der Energieverbrauch schon ein Argument sein, aber ganz sicher nicht das einzige, wie im Artikel in den Aussagen der Lobbyisten dargestellt.
Ein anderes Argument wird auch gerne übersehen. Der Energiepass wird die Preise erst mal verteuern. Der Vermieter/Verkäufer wird - vor allem beim Bedarfausweis - den Preis auf Käufer oder Mieter umlegen. Und im Energiepass aufgezeigte Sanierungsmöglichkeiten dürften "dank" Immobilienkrise und damit steigender Kreditkosten in der nächsten Zeit wohl schwieriger bis gar nicht mehr zu finanzieren sein.
Aber das interessiert die Energieberater natürlich ganz sicher nicht mehr, sie haben das Geld ja bereits in die Tasche gesteckt.
wahrscheinlich, weil Herr Kohler (grün) wieder was hören lassen muß - hört ihm ja sonst keiner zu...
drunter die Anzeige: Energiepass für 29,95. Das ist der Preis für ein umfassendes Gutachten?
95% der Energiepässe sind falsch - wenns einmal rauskommt, beruft sich der Ersteller auf "Daten des Bestellers".
Diese Energiepässe werden langfristig so viel bringen wie die ÖKOsteuer - Geld!
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