Der Energieausweis ruft unseriöse Geschäftsmacher auf den Plan - sie wollen die verunsicherten Hausbesitzer ohne Beratung zu Investitionen drängen.

Der neue Energiepass wird vermehrt von unseriösen Geschäftemachern missbraucht: Sie nutzen die Unsicherheit vieler Hausbesitzer bei diesem Thema aus und drängen sie zu übereilten Investitionen, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin.

Energieausweis, dpa

Nur qualifizierte Fachleute dürfen Energieausweise ausstellen. (© Foto: dpa)

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Unter anderem versuchen sie Eigentümer zum Einbau einer Wärmedämmung zu überreden, ohne aber die nötige fachliche Beratung zu bieten. Zudem verschweigen die angeblichen Experten, dass von der neuen Energieausweis-Pflicht längt nicht jeder Hausbesitzer betroffen ist. Energieausweise dürfen laut dem VPB nur von besonders qualifizierten Fachleuten ausgestellt werden. Diese haften auch für die Richtigkeit der Ausweise, die zehn Jahre lang gültig sind.

Seit 1. Juli müssen Eigentümer, deren Wohnhaus bis Ende 1965 gebaut wurde, Mietern und Käufern einen Energieausweis vorlegen. Vom kommenden Jahr an ist der Pass, der den Energiebedarf dokumentiert, für alle Wohngebäude Pflicht.

Eigentümer, die sich noch nicht darum gekümmert haben, aber auch Kaufinteressenten finden viele Informationen zum Thema im neuen "Energieausweis-Ratgeber" auf der Homepage der Kampagne für mehr Klimaschutz, die vom Bundesumweltministerium gefördert wird.

Zuschüsse für Modernisierungen

Eigentümer können etwa ermitteln, welche Variante des Passes sie sich mit Blick auf eine spätere Vermietung oder auf einen Verkauf am besten ausstellen lassen: Es gibt sowohl den Verbrauchsausweis, der laut den Seitenbetreibern den "wärmetechnischen Zustand des Gebäudes gut beurteilt", als auch den "höherwertigen" Bedarfsausweis. Mit ihm sind Modernisierungsempfehlungen für das Gebäude verbunden. Experten, die den Pass ausstellen dürfen, finden Eigentümer ebenfalls auf der Internet-Seite.

Das gilt auch für einen Förderratgeber: Er klärt Eigentümer ebenso wie Bauherren auf, wer für Modernisierungen und Neubauten Zuschüsse gewährt und in welchem Umfang. Rund 700 Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen sind in der Datenbank verzeichnet. Aktualität hat vor allem das Thema Modernisieren durch das "zweite Klimapaket" erhalten, das die Bundesregierung Mitte Juni beschlossen hat. Es sieht etwa vor, dass "grundlegende Sanierungen" von Altbauten zu einer Senkung des Energieverbrauchs um 30 Prozent führen müssen.

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(sueddeutsche.de/dpa/ehr)