Das Empire State Building wird für 20 Millionen Dollar zum energieeffizienten Wolkenkratzer umgebaut. Das nächtliche Farbenspiel bleibt den New Yorkern aber erhalten.
Zehn Millionen Ziegelsteine, 55.000 Tonnen Stahl, 96 Kilometer Wasserrohre, 30.000 Quadratmeter Marmorboden und ein Stromverbrauch von mehr als 40 Millionen Kilowattstunden im Jahr: Das Empire State Building klotzt. Die bauliche Ikone mit dem Attribut Sparsamkeit in Verbindung zu bringen, hieße, sich sehr weit aus einem der 6379 Fenster zu lehnen. Das 381 Meter hohe Art-Deco-Gebäude steht für das unbegrenzt Mögliche, nicht aber für Vernunft oder gar Verzicht.
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Fertiggestellt wurde es im Jahr 1931, bis 2013 soll es ökologisch korrekt modernisiert werden: das Empire State Building in New York. (© Foto: dpa)
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Jetzt wollen die Betreiber das derzeit höchste Haus New Yorks zum klimafreundlichen Wolkenkratzer umbauen - mit einer 20 Millionen Dollar teuren ökologischen Sanierung. Die Umbauten sollen Signalwirkung entfalten. Jüngst fanden sich der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und der amerikanische Energieexperte Amory Lovins im 80. Stockwerk des Baudenkmals ein, um den Start des Projekts zu verkünden. "Wir hoffen", sagte der ehemalige Präsident, der die von ihm gegründete Clinton Climate Initiative vertrat, "dass diese Sanierung als Modell für ähnliche Projekte weltweit dienen wird."
Von den beiden Aussichtsplattformen des 1931 erbauten, 102-stöckigen Hochhauses blickt man über die ganze Insel Manhattan und die angrenzenden Stadtteile New Yorks. Die Metropole an der amerikanischen Ostküste gilt als vergleichsweise klimafreundlich. Auf den durchschnittlichen New Yorker entfällt eine jährliche Treibhausgas-Emission von 7,1 Tonnen. Das entspricht nur einem Drittel des Landesdurchschnitts. Mit einer besonders klugen Bauweise hat diese günstige Statistik jedoch nichts zu tun. Viel mehr ist sie - wie in anderen Großstädten auch - eine Folge der Bevölkerungsdichte, der kleineren Wohnungen und des Gebrauchs des öffentlichen Nahverkehrs.
Senkung des Energieverbrauchs um 38 Prozent
Doch was gut ist, kann noch besser werden. Über drei Viertel der Bürogebäude in den USA sind mehr als 20 Jahre alt; fast alle könnten eine energieeffiziente Modernisierung vertragen. Immerhin sind Gebäude in den USA für etwa 50 bis 80 Prozent des Kohlendioxidausstoßes verantwortlich - durch den Verbrauch von Strom oder Gas. Das Einsparpotential ist enorm.
Im Sommer 2008 trafen sich Experten in dem von Amory Lovins gegründeten Rocky Mountain Institute, um zu prüfen, wie sich das ehrwürdige Bauwerk ökologisch umrüsten ließe - was es technisch, logistisch und natürlich finanziell bedeutet. Vertreten waren die Eigentümer, die Firma Wien & Malkin, Energieexperten von Lovins' Institut, außerdem Vertreter von Bill Clintons Stiftung, die Städten hilft, Energiesparmaßnahmen zu entwickeln und schließlich das Unternehmen Johnson Controls, das Niedrigenergielösungen für Großbauten anbietet.
Da der Prachtbau in der Fifth Avenue zwischen der 34. und 35. Straße ohnehin für eine halbe Milliarde Dollar saniert wird, bot es sich an, das Empire State Building gleich umweltgerecht umzubauen. Am Ende der Beratungen stand ein ambitioniertes Ziel: Der Energieverbrauch soll um 38 Prozent sinken. Bei der Bürofläche von 260.000 Quadratmetern ergibt das eine Ersparnis von 105.000 Tonnen CO2 und 4,4 Millionen Dollar Energiekosten jährlich. Bis 2013 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Erreicht werden soll das ambitionierte Ziel mit mehreren Maßnahmen, allen voran mittels Modernisierung der Doppelglasfenster. Zwischen die Scheiben soll eine Folie eingefügt werden, die lichtdurchlässig ist, aber den Transfer von Wärme behindert. So reduziert sich der Wärmeverlust im Winter, im Sommer hält sich die Aufheizung der Büros durch das feuchtheiße New Yorker Wetter in Grenzen. Um Transportkosten zu sparen, werden diese Folien im Empire State Building hergestellt. Hinzu kommt im Scheibenzwischenraum ein Gasgemisch mit geringer Wärmeleitfähigkeit aus Argon, Krypton und Luft. Jede Nacht sollen 50 Fenster ausgewechselt werden.
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Isera, kennst Du die USA? Weißt Du, wie das Empire State Building angestrahlt wird? ... Hast Du meinen Kommentar überhaupt vollständig gelesen (einschließlich des letzten Satzes)? Und weißt Du, was "symbolisch" bedeutet? ...
Oder bist Du nur auf billige Lacher aus?
Ja, diese energieverschwendenden Amis - furchtbar. Wie kommen die auch nur auf so Ideen wie ein symboltraechtiges Gebaeude nachts zu beleuchten?! Im sparsamen und umweltfreundlichem Deutschland wuerde es niemals jemandem einfallen irgendwelche Gebaeude zu beleuchten. Oder haben Sie schon mal eine beleuchtete Kirche oder Fussballstadium in Deutschland gesehen?
Wenigstens schalten die Amis brav um Mitternacht die Lichter vom ESB aus.
Die Energiespar-Sanierung ist fraglos erfreulich. Andererseits ist die Außenbeleuchtung symbolisch für den Umgang vieler US-Amerikaner mit dem Umweltschutz - dagegen hat keiner etwas, solange man sich bitte nicht einschränken muß. Eine Umstellung des verschwenderischen Lebensstils (oder hier: der nächtlichen Lichtverschwendung) wird von den meisten nicht ernsthaft erwogen.
Ein solcher "Umweltschutz light" wird auf Dauer aber nicht ausreichen. Behaupten zumindest viele Europäer...