Das eigene Heim zu modernisieren lohnt sich. Wer jetzt damit beginnt, kann günstige Darlehen, zinslose Kredite und Zuschüsse bekommen. Über 20 Jahre lässt sich mit der Investition auch ein ordentliches Plus erwirtschaften.
Die Tester der Zeitschrift Finanztest haben Kosten und Nutzen für die komplette Sanierung eines 34 Jahre alten Eigenheims berechnet. Das Dachgeschoss des Musterhauses ist nicht ausgebaut. Eine vierköpfige Familie lebt dort auf 150 Quadratmetern. Für Warmwasser und Heizung verbraucht sie dann 3.650 Liter Heizöl im Jahr.
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Das kostet im Moment knapp 2.000 Euro. Angenommen, die Preise steigen jährlich um fünf Prozent, werden über 20 Jahre hinweg mehr als 63.000 Euro fällig. Verwandelt der Bauherr sein altes Eigenheim in ein Niedrigenergiehaus auf dem neuesten technischen Stand, sinken die jährlichen Heizkosten auf 621 Euro.
Billig ist der Umbau nicht: Brennwertkessel ausgetauschen, Außenwände, Kellerdecke und oberste Geschossdecke dämmen sowie neue Fenster einbauen kostet insgesamt gut 35.000 Euro. Dem steht auf 20 Jahre eine Ersparnis von 42.500 Euro gegenüber. Unter dem Strich bleibt also ein Plus von 7.500 Euro.
Unterstützung steht bereit
Doch der Modell-Eigentümer muss nicht die gesamten Investitionskosten aufbringen. Die staatliche KfW-Förderbank zahlt ihm einen Zuschuss von 6.160 Euro. Das sind immerhin 17,5 Prozent der Investitionskosten. Seit gut einem halben Jahr bietet die KfW diesen Zuschuss Sanierern an, die ihren Umbau aus eigener Tasche finanzieren.
Den Antrag müssen Interessierte direkt bei der KfW stellen. Die Förderbank schießt maximal 8.750 Euro zu. Wer für die Modernisierung einen Kredit benötigt, kann das KfW-Darlehen "CO2-Gebäudesanierung" bekommen, vorausgesetzt das Haus erreicht Neubauzustand. Der Zins liegt derzeit bei günstigen 2,52 Prozent. Zum Vergleicht: Der marktübliche Zinssatz beträgt aktuell rund 5,4 Prozent. KfW-Kredite müssen Bauherren über eine Bank oder Sparkasse beantragen.
Einzelne Bundesländer bieten zusätzliche Förderprogramme. In Bremen gibt es etwa zusätzlich zur KfW-Förderung Zuschüsse, beispielsweise für die Dämmung der Außenwand oder für neue Fenster. Immerhin 17 Euro pro Quadratmeter Wandfläche oder Fensterfläche können Umrüster hier bekommen.
Gedämmte Außenwände am effektivsten
Um Heizenergie zu sparen, muss das Haus nicht unbedingt voll saniert werden. Die meiste Energie geht durch schlecht abgedichtete Außenwände und das Dach verloren. Das Dämmen der Außenhülle ist allerdings auch am teuersten und aufwändigsten, wie die Tabelle Modernisierung zeigt.
Einfacher und preiswerter lässt sich etwa die oberste Geschossdecke einpacken, wenn das Dach nicht ausgebaut ist. Auch kalte Kellerdecken oder schlecht gedämmte Rolllädenkästen und Heizkörpernischen lassen sich relativ leicht und günstig abdichten.
Am schnellsten bezahlt macht sich ein neuer Heizkessel im Keller. Etwa 90 Prozent aller Heizkessel in Deutschland nutzen die eingesetzte Energie nur unzureichend aus. Im Vergleichstest von Gas-Brennwertkesseln aus dem vergangenen Jahr lassen sich "gut" bewertete Geräte für unter 4.000 Euro finden. Hinzu kommen noch die Kosten für Montage und Anpassung des Schornsteins.
Mit Abstand am unrentabelsten bei der Modernisierung ist der Austausch der Fenster. Die Musterfamilie würde im ersten Jahr 81 Euro sparen - im Verhältnis zur Investitionssumme von 10.500 Euro eher wenig.
- Eigenheim-Modernisierung Tipps 28.08.2007
(Finanztest)
Ägypten
Die gemachten Aussagen sind auch nur ein betrachteter Einzelfall. Bei uns war schon der nette Herr für den Energiepass (Energieberater), und das sagte, dass bei unserem Haus (Baujahr 1958) die Dämmung der Außenwände aufgrund der Bauweise des Hauses fast nichts bringen würde. Dafür sind die Fenster der Schwachpunkt, und würden die größten Einsparungen bringen. Irgendwie genau anders herum, als das der Artikel erläutert.
Was lernen wir daraus: Es gibt kein allgemeingültiges Rezept für die Sanierung eines Hauses, sondern nur Einzelfallbetrachtungen (siehe auch die Argumente meines Vorposters).
PS: Die Heizung hatten wir schon auf Brennwertkessel mit Solarthermie umgestellt, deshalb kam die in der Betrachtung des Energieberaters nicht mehr vor.
wer glaubt, daß man das mit 35.000 Euro (brutto) so hinkriegt, der soll sich mal echte Angebote holen.
Frage: was soll ein neuer Heizkessel, wenn die Wärmeübertragungsfläche (sprich Heizkörper) uralt ist? Für echte Niedertemperaturheizungen braucht man große Flächen mit wenig Temperatur - häufig als Fußbodenheizung oder Wandheizung. Da ist dann schnell der Estrich weg! Selbst eine vorhandene alte Fußbodenheizung kann wegen dem größeren Leitungsabstand zu wenig sein.
Ein Großteil der Häuser z.B. von 1965-1985 hat katastrophale Wärmebrücken (z.B. Balkon). Deren Beseitigung stellt meist das ganze Gebäude kostenmäßig in Frage. Zum Schluß habe ich immer noch ein altes Haus, das schon von der Gestaltung her keiner haben will - die Investition dankt einem keiner.
Weghauen und neu bauen, das dafür vielleicht seniorengerecht.