Von Andreas Oldag

Von Fort Knox und anderen Goldstätten: In den Tresoren der Notenbanken lagern 30.000 Tonnen des Edelmetalls

Film und Drehort sind längst eine Legende: In dem berühmten James-Bond-Streifen "Goldfinger" versucht 007-Agent Sean Connery, den Fiesling Auric Goldfinger von einem teuflischen Plan abzuhalten. Goldfinger, gespielt von dem Deutschen Gert Fröbe, will das im amerikanischen Fort Knox gehortete Gold mit einer Kobaltbombe verstrahlen. Dadurch soll der Schatz unzugänglich gemacht werden. Natürlich gelingt es Superagent 007, Goldfinger unschädlich zu machen.

Bild vergrößern

Goldbarren in einem Regal der Deutschen Bundesbank in Frankfurt - die Goldschätze der Deutschen lagern hauptsächlich in den USA und Großbritannien. (© Foto: dpa)

Anzeige

Das bereits während des amerikanischen Bürgerkriegs 1861 gebaute Fort Knox - benannt nach dem damaligen US-General Henry Knox - beherbergt bis heute einen der größten Goldschätze der Welt. Die amerikanische Notenbank hat in den Hochsicherheitstresoren ebenso wie andere Zentralbanken ihre Goldbarren gelagert.

Goldfinger hätte allerdings allen Grund gehabt, sich nicht nur mit der 20 Tonnen schweren Stahltür des Fort Knox im US-Bundesstaat Kentucky zu beschäftigen: In den Kellern der Federal Reserve Bank von New York an der Südspitze Manhattans lagern in 25 Meter Tiefe etwa 550.000 schimmernde Barren - darunter auch Gold der Bundesbank.

Teil des Volksvermögens

Dass die Deutschen ihren Schatz in New York und auch London lagern, hat vor allem einen historischen Hintergrund: Während des Kalten Krieges befürchtete die Bundesbank mit Sitz in Frankfurt, dass das Gold im Falle eines Konfliktes in die Hände des Feindes aus dem Osten geraten könnte. Nach dem Fall der Mauer gab es dafür eigentlich keine Notwendigkeit mehr. Doch ein Rücktransport des Goldes nach Deutschland wäre zu teuer und aufwendig.

Weltweit belaufen sich die Goldreserven der Notenbanken auf insgesamt knapp 30.000 Tonnen. Das Edelmetall hat für die Zentralbanken durchaus immer noch einen praktischen Sinn. "Es ist Teil des Volksvermögens", erklärte Bundesbankpräsident Axel Weber. Obwohl das Zeitalter goldgedeckter Währungen längst vorbei ist, werden die Goldbarren als nationale Reserve für Krisenzeiten gehortet. Es ist kein Zufall, dass sich die Bundesbank in den vergangenen Jahren immer wieder gegen Forderungen von Politikern gewehrt hat, die Goldreserven zu verkaufen. Allzu verlockend sind die Barren für Finanzminister, um auf bequeme Art die klammen öffentlichen Haushaltskassen aufzubessern. Der steile Anstieg des Goldpreises hat die Begehrlichkeiten noch verstärkt.

Auf 3418 Tonnen Gold belaufen sich derzeit die Reserven der Bundesbank. Davon wurden 2007 gerade fünf Tonnen an das Bundesfinanzministerium verkauft - für die Prägung von Goldmünzen. Die Bundesbank beharrt in der brisanten Frage der Goldverkäufe auf ihrer gesetzlich verbürgten Unabhängigkeit.

"Stabilitätssichernde Funktion""Gold stellt einen essentiellen Bestandteil der Währungsreserven dar", heißt es bei der Zentralbank. Die deutschen Goldbestände hätten gerade im Hinblick auf die gemeinsame europäische Währung eine "vertrauens- und stabilitätssichernde Funktion". Die Notenbanken der Euro-Mitgliedsstaaten haben sich gesetzlich verpflichtet, die nationalen Währungsreserven zu halten und zu verwalten. Diese belaufen sich auf insgesamt 11000 Tonnen Gold, wovon die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt einen Bestand von etwa 600 Tonnen besitzt.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Der wertvollste Bunker der Welt
  2. Der wertvollste Bunker der Welt
Leser empfehlen