Gleichzeitig hat Schäffler aber auch Angst vor der eigenen Courage. "In der Politik wartet man auf den richtigen Moment, um nicht abgeschossen zu werden", sagt er. "Da muss man vorsichtig sein." Als der FDP-Mann im Oktober die Europäische Zentralbank für die Zinssenkung kritisierte, weil Inflation drohe, gab es einen Rüffel aus der Fraktion: Die Inflation sinke doch, meinten die Kollegen. "Ja", sagte Schäffler, "jetzt sinkt sie, aber was ist später?"
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Er ist viel unterwegs in seinem Stammland Nordrhein-Westfalen, hält Vorträge über die Hintergründe der Finanzkrise. 40 bis 50 Besucher seien jeweils dagewesen. Schäffler hört hin, was die Menschen sagen, doch wie weit kann er gehen mit seinen Forderungen? Schließlich naht im September die Bundestagswahl, die FDP will mitregieren, und eine neue Geldordnung ist nichts, was man einfach so fordert wie eine Abwrackprämie.
Eine "Neue Geldordnung" klingt radikal, das könnte im Wahlkampf schaden. "Man muss den Zentralbanken und Geschäftsbanken die Möglichkeit nehmen, immer mehr Geld in den Kreislauf zu pumpen", sagt Schäffler ohne auszusprechen, was das langfristig bedeuten könnte: etwa eine Euro- oder Dollar-Währung, die an Gold angebunden ist? Gar eine Abschaffung der Zentralbanken, die, sagen Kritiker, streng planwirtschaftlich die Geldversorgung an den Märkten vorbeisteuern? Solche Forderungen sind nicht leicht zu vermitteln.
Düstere Prophezeiungen
Das liegt auch daran, dass der Untergang des globalen Papiergeldsystems von einigen Splittergruppen schon lange prophezeit wird. Die Qualität der Argumente ist unterschiedlich, was es Kritikern leichtmacht, die Debatte irgendwelchen Verschwörungstheoretikern zuzuschreiben. Und damit zu unterdrücken.
Mancher würde wohl Friedrich Tiggemann als ewigen Untergangspropheten charakterisieren. Seit 40 Jahren warnt der nun 72-Jährige vor dem globalen Finanzkollaps. Seit 40 Jahren empfiehlt er deshalb Edelmetalle. "Gold ist der Feind der Notenbank und der Freund des Bürgers, weil es dessen Arbeitsleistung konserviert", sagt er. "Immer mehr Leute interessieren sich jetzt für diese Fragen", registriert der Begründer des Konstanzer Kreises, eines Debattierclubs. Mit dem Bund der Steuerzahler habe er eine Veranstaltung an der Universität Bochum organisiert, sagt Tiggemann. "Wenn das Geld nicht mehr stabil ist", unkt er, "gibt es eine Katastrophe." Mehr Geld bedeute nicht automatisch mehr Reichtum, meint auch Schäffler.
"Gold ist die Versicherung gegen den Systemcrash", sagt Vermögensverwalter Vorndran. Sobald die Sorge zunehme, dass die Staaten ihre Schulden nicht mehr bezahlen könnten, würde alles sehr schnell gehen. Und plötzlich ist der Investment-Profi mittendrin in der Checkliste für den Untergang. "Goldmünzen, etwa der Krügerrand, sind eine ungeschickte Stückelung für das Vermögen, da eine Münze rund 700 Euro wert ist", sagt er. Damit könne man keine Brötchen kaufen. Die deutschen Euro-Silbermünzen seien in Krisenzeiten für den täglichen Einkaufsbedarf geeigneter. Man hört Vorndran ein wenig verstört zu, denn die von ihm beschriebene Situation klingt ganz real - erst nach dem Gespräch gewinnt sie ihre surreale Note zurück.
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- Neue Gedenkmünzen Wahrzeichen für zwei Euro 22.01.2009
- Münzen und Barren Glänzendes im Kleiderschrank 08.10.2008
- Geld Von der Muschel über die Münze zum Papier 14.03.2008
(SZ vom 20.04.2009/tob)
Debatte über Urheberrecht
.... das könnte doch mal wieder eine Kampagne werden ... zur Wahl, danach kann man dann so weiter machen - wie bisher .... oder nicht !!!
... der Gesamtzustand schaut nach dem Totalschadenunfall doch gut aus - wenn man nun gezielt ausschlachtet bekommt man für die Karre noch was .... aber was ist mit der Zukunft
für den Rest ... Resterampe oder Schrottplatz ? Nein - aus alt mach neu ... Neue Deutsche müssen her, der Rest wird verschrottet ....
"Silver Certificate" steht da deutlich zu lesen. "
Da müsste ich mal nachschauen. Soweit ich weiß, stand da aber "Gold Certificate" drauf. Ist aber egal, da in den USA 1933 der private Goldbesitz über 100USD verboten wurde, das Gold für 35USD/Unze aufzuliefern war und die Geldscheine für Privatleute auch nicht in Gold eintauschbar waren.
"Seit vielen Jahren hält Vorndran Vorträge, in denen er seiner Kundschaft rät, dem Papiergeld nicht mehr blind zu trauen. Früher waren die Währungen unterlegt, mit Gold oder Silber. Das brachte Werthaltigkeit für Ersparnisse. "
Die Golddeckung stimmt. Die Werthaltigkeit nicht. Im letzten Vorkriegsjahrzehnt vor dem 1. Weltkrieg sind überall in Europa Inflation spürbar. So verschwanden in Frankreich die kleinen Münzen aus dem Zahlungsverkehr, in Deutschland zirkulierten defakto keine Goldmünzen und die Leute waren bemüht, ihre Geldscheine in Goldmünzen zu tauschen.
Der Grund für die zunehmende Inflation lag auch damals in den steigenden Staatsschulden aufgrund der Aufrüstung und den zunehmenden Buchgeld auf den Bank und der daraus resultierenden Geldschöpfung.
Die Golddeckung dient allenfalls dazu, die Geldmenge zu regeln bzw. zu begrenzen. Das ist aber untergrabbar, wenn gleichzeitig der Staat die Deckungsmenge per Gesetz regelt und diese im Zweifelsfall außer Kraft setzen kann. Eigentlich hätte unter dem Hintergrund der Golddeckung der 1. Weltkrieg nie stattfinden dürfen, denn die Staaten wären allesamt nach wenigen Tagen bankrott gewesen. Man hat einfach die Golddeckung aufgehoben, der Rest ist Geschichte.
Außerdem gibt es Gründe, warum es nicht sinnvoll ist, die Geldmenge an Gold zu koppeln.
"Goldmünzen, etwa der Krügerrand, sind eine ungeschickte Stückelung für das Vermögen, da eine Münze rund 700 Euro wert ist"
Das Gold dient allenfalls dazu, einen Teil des Vermögens hinüber in einer neues Geldsystem zu retten.
Auch nach einen Crash mit anschliessender Währungsreform wird man erst seine Goldmünze in Neue Euro, Bayrische Mark, Eurodollar, Lire oder wie das Geld dann sich dann auch immer nennt tauschen, bevor man einkaufen geht.
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