Weil viele Bürger dem Geldsystem misstrauen, steigt die Nachfrage nach Silbermünzen rasant - als Versicherung gegen den Crash.
Philipp Vorndran öffnet seinen Geldbeutel und zieht eine amerikanische Dollar-Note aus dem Jahr 1935 heraus. Er hält sie hoch und zeigt auf den oberen Rand des Geldscheins. "Silver Certificate" steht da deutlich zu lesen. Vorndran lächelt. "Und jetzt schauen Sie sich mal eine heutige Dollar-Note an", sagt er. Dort steht "In God we trust" - von der einstigen Silberdeckung ist kein Wort mehr zu lesen. Der 46-Jährige ist Investmentberater bei der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach&von Storch. In der Branche hat er einen guten Namen, früher arbeitete er bei Credit Suisse und der Privatbank Julius Bär.
Euro-Silbermünzen - wie jene, die zur Erinnerung an den ersten Hansetag 1356 herausgegeben wurden - sind offizielles Zahlungsmittel in Deutschland. Im Geldumlauf tauchen sie bislang aber nicht auf. (© Foto: dpa)
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Seit vielen Jahren hält Vorndran Vorträge, in denen er seiner Kundschaft rät, dem Papiergeld nicht mehr blind zu trauen. Früher waren die Währungen unterlegt, mit Gold oder Silber. Das brachte Werthaltigkeit für Ersparnisse. Seit den 70er Jahren wird Geld nach Bedarf gedruckt, ohne Edelmetalldeckung und damit ohne inneren Wert. Staaten und Privathaushalte verschulden sich seither übermäßig. Zur Bekämpfung der Finanzkrise sind weitere Billionen Dollar aufgenommen worden. Experten wie Vorndran fürchten eine Geldentwertung.
Seit der Jahrtausendwende kauft er deshalb auch zum Schutz seines Privatvermögens Zehn-Euro-Silbermünzen. "Das ist kein Spiel für mich, ich habe keine unerheblichen Beträge in Silbergeld gesteckt", sagt er. Neulich habe ihn jemand von der Bundesbank gefragt, ob es nicht gefährlich sei, alles auf eine Karte zu setzen. "Ich habe doch nichts anderes gemacht, als Papiergeld gegen Silbergeld zu tauschen", sagt Vorndran. Die Münzen sind in Deutschland ein offizielles Zahlungsmittel. Man kann sie jederzeit bei der Bank zurückgeben und erhält einen Zehn-Euro-Schein. "Vor zwei Jahren haben die Leute noch breit gegrinst, wenn ich ihnen von meinen Silberkäufen erzählte", erinnert er sich. "Jetzt werde ich gefragt, wo es noch Silber gibt."
Nachschub wird knapp
Die Bürger fürchten eine Geldentwertung und kaufen Edelmetalle, obwohl die Inflationsrate derzeit nahe null liegt. Der Münzhändler Pro Aurum berichtet, die Hersteller schafften es nicht, den Markt mit genügend Edelmetallprodukten zu versorgen. Die Bundesbankfiliale in Frankfurt hat die Zehn-Euro-Silbermünzen rationiert: Fünf Stück gibt es noch pro Tag und Käufer. Im Internet werden Debatten über Geldmengenwachstum, Inflation und Deflation geführt.
Ein anspruchsvolles Anlegermagazin wie Smartinvestor steigerte im letzten Jahr die Auflage um 25 Prozent. "Die Leserzuschriften behandeln zu drei Vierteln Systemfragen wie eine mögliche Währungsreform", sagt Chefredakteur Ralf Flierl. Irgendwelche Einzelaktien würden kaum noch interessieren. Flierl: "Die Leute spüren, dass etwas nicht stimmt." Sie verstünden die Finanzwelt zwar nicht im Detail. "Aber sie verstehen, dass es so nicht weitergehen kann, und die Politik traut sich nicht, diese Stimmung aufzugreifen." Noch nicht.
Frank Schäffler ist Mitglied der FDP-Fraktion im Bundestag und sitzt im Finanzausschuss. Der 40-jährige Betriebswirt gilt als Fachmann, früher hat er beim Finanzvertrieb MLP gearbeitet. "Die Annahmen über unser Geldsystem sind falsch, und die Bevölkerung spürt es instinktiv", sagt er. Die Politik habe das noch nicht aufgenommen. Zu groß sei die Angst, dann als Panikmacher geächtet zu werden. Schäffler geht das Risiko ein. Er möchte das Thema "Neue Geldordnung" für die Liberalen besetzen und beruft sich auf Vordenker der sogenannten Österreichischen Schule, Ludwig von Mises und Friedrich von Hayek.
Im zweiten Teil: Auf der Suche nach einer neuen Geldordnung - und was der Wahlkampf damit zu tun hat.
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Ägypten
.... das könnte doch mal wieder eine Kampagne werden ... zur Wahl, danach kann man dann so weiter machen - wie bisher .... oder nicht !!!
... der Gesamtzustand schaut nach dem Totalschadenunfall doch gut aus - wenn man nun gezielt ausschlachtet bekommt man für die Karre noch was .... aber was ist mit der Zukunft
für den Rest ... Resterampe oder Schrottplatz ? Nein - aus alt mach neu ... Neue Deutsche müssen her, der Rest wird verschrottet ....
"Silver Certificate" steht da deutlich zu lesen. "
Da müsste ich mal nachschauen. Soweit ich weiß, stand da aber "Gold Certificate" drauf. Ist aber egal, da in den USA 1933 der private Goldbesitz über 100USD verboten wurde, das Gold für 35USD/Unze aufzuliefern war und die Geldscheine für Privatleute auch nicht in Gold eintauschbar waren.
"Seit vielen Jahren hält Vorndran Vorträge, in denen er seiner Kundschaft rät, dem Papiergeld nicht mehr blind zu trauen. Früher waren die Währungen unterlegt, mit Gold oder Silber. Das brachte Werthaltigkeit für Ersparnisse. "
Die Golddeckung stimmt. Die Werthaltigkeit nicht. Im letzten Vorkriegsjahrzehnt vor dem 1. Weltkrieg sind überall in Europa Inflation spürbar. So verschwanden in Frankreich die kleinen Münzen aus dem Zahlungsverkehr, in Deutschland zirkulierten defakto keine Goldmünzen und die Leute waren bemüht, ihre Geldscheine in Goldmünzen zu tauschen.
Der Grund für die zunehmende Inflation lag auch damals in den steigenden Staatsschulden aufgrund der Aufrüstung und den zunehmenden Buchgeld auf den Bank und der daraus resultierenden Geldschöpfung.
Die Golddeckung dient allenfalls dazu, die Geldmenge zu regeln bzw. zu begrenzen. Das ist aber untergrabbar, wenn gleichzeitig der Staat die Deckungsmenge per Gesetz regelt und diese im Zweifelsfall außer Kraft setzen kann. Eigentlich hätte unter dem Hintergrund der Golddeckung der 1. Weltkrieg nie stattfinden dürfen, denn die Staaten wären allesamt nach wenigen Tagen bankrott gewesen. Man hat einfach die Golddeckung aufgehoben, der Rest ist Geschichte.
Außerdem gibt es Gründe, warum es nicht sinnvoll ist, die Geldmenge an Gold zu koppeln.
"Goldmünzen, etwa der Krügerrand, sind eine ungeschickte Stückelung für das Vermögen, da eine Münze rund 700 Euro wert ist"
Das Gold dient allenfalls dazu, einen Teil des Vermögens hinüber in einer neues Geldsystem zu retten.
Auch nach einen Crash mit anschliessender Währungsreform wird man erst seine Goldmünze in Neue Euro, Bayrische Mark, Eurodollar, Lire oder wie das Geld dann sich dann auch immer nennt tauschen, bevor man einkaufen geht.
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