Der Staatsfonds Dubai World ist in der Klemme und die Regierung steht nicht für die Schulden gerade. Jetzt soll ein milliardenschwerer Restrukturierungsplan helfen.
Der Finanzplatz Dubai bebt - und der Hauptverantwortliche äußert sich nicht. Bislang hatte der Staatsfonds Dubai World immer eisern zu seinen Finanzproblemen geschwiegen.
Künstliche Palmeninsel vor Dubai: Der Größenwahn-Staatsfonds Dubai World muss sparen. (© Foto: Getty)
Anzeige
Jetzt hat sich das Unternehmen erstmals geäußert und Umstrukturierungen angekündigt. Das Bauunternehmen Nakheel, dessen Zahlungsschwierigkeiten die Krise maßgeblich heraufbeschworen hatte, sowie das international aktive Immobilien-Unternehmen Limitless World würden umgebaut, teilte Dubai World mit. Die anderen Firmen im Besitz des Konglomerats seien wegen ihrer "stabilen Finanzsituation" hingegen nicht betroffen. Insgesamt sollen rund 26 Milliarden Dollar umgeschichtet werden.
Börsen brechen ein
Die Umstrukturierung werde aus mehreren Phasen bestehen, erklärte Dubai World. Dazu zähle unter anderem die Bewertung von Optionen. Die Gespräche mit den Banken von Dubai World hätten bereits begonnen. Die Besitzer von Nakheel-Anleihen wurden in der Erklärung aufgefordert, einen Bevollmächtigten zu ernennen, mit dem Gespräche über die Umstrukturierungen geführt werden könnten. Zuletzt hatte die Regierung von Dubai angekündigt, nicht für die milliardenschweren Schulden der Holdung geradezustehen.
Ein Sanierungsplan soll die Staatsholding wieder in ruhigere Gewässer führen. Die Börsen haben dieses Vorhaben nicht honoriert - im Gegenteil. Schwere Verluste mussten die Aktienmärkte in den Vereinigten Arabischen Emiraten hinnehmen. Der Leitindex der Börse in Dubai brach am Dienstag im frühen Handel um mehr als sechs Prozent ein.
Der Leitindex am Handelsplatz im benachbarten Abu Dhabi verlor ebenfalls mehr als sechs Prozent. Die Aktien der National Bank of Abu Dhabi büßten knapp zehn Prozent ein. Die Kuwait-Börse gab an ihrem Handelstag nach Bekanntgabe der Zahlungsschwierigkeiten in Dubai mehr als zwei Prozent ab.
Dubai hatte vergangene Woche wegen einer nötigen Umstrukturierung von Dubai World Gläubiger um einen Zahlungsaufschub von einem halben Jahr gebeten. Das Emirat hat insgesamt Schulden in Höhe von 80 Milliarden Dollar angehäuft, davon hat 59 Milliarden Dollar das Konglomerat zu verantworten.
Der Staatsfonds ist mit der Baufirma Nakheel unter anderem für den Bau der künstlichen Palmeninseln vor der Küste des Wüstenstaats zuständig. Nakheel sollte ursprünglich eine Schuld in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar bis Ende Dezember begleichen.
- Kreditrückzahlung Dubai entsetzt seine Geldgeber 30.11.2009
- Dubai legt Bauprojekte auf Eis Gigantomanie als Stückwerk 26.11.2009
- Absturz von Dubai Renditen aus 1001er Nacht 29.11.2009
- Dubai: Banken müssen zittern Monopoly des Größenwahns 27.11.2009
- Börsen verarbeiten Dubai-Schock Der Schmerz lässt nach 27.11.2009
(sueddeutsche.de/AFP/Reuters/tob/hgn)
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
Kleiner Tip, das nächste mal das Geld selbst ins Meer kippen. Spart viel Arbeit und Ressourcen.
Investitionen sind ja eigentlich zukunftsorientiert. Dafür wollte sich Dubai ein arabisches Monaco bauen.
Schon sinnvoll was zu bauen; aber warum keine Maschinen, die Energie erzeugen (Solar, Geothermie, Wellenkraft)? Bei sowas Sinnvollen wäre ihnen auch in schwierigen Zeiten keine Kredite fällig gestellt worden. Weil eben Zukunft drin ist.
Jetzt fragt sich, wann müssen die vielen klimatisierten Kuhställe dort geschlossen werden ? Wann geht den Scheichs die Milch aus. ? Wann müssen sie auf Nestle-Trocken umsteigen ? Kann man Milchpulver auch in Salzwasser auflösen ? Schmeckts Euch dann noch ?
Ist doch kein Wunder, wenn man es mit Unternehmen mit Namen 'Limitless World' zu tun hat. *LOL*
Ich hätte die Öl- und Gasscheichs eigentlich cleverer eingeschätzt. Wenn schon die Ressourcen ausgehen, würde ich halt massivst in Maschinen investieren, die Energie erzeugen, als auf Sand zu bauen und die Milliarden/Billionen ins Meer zu versenken.
Das Deppentum stirbt nie aus.*LOL*
bringen es noch fertig, samt ihrem Ölreichtum in den Bankrott zu gehen. Wegen Größenwahnes geschlossen! Da sind sie mit den USA in bester Gesellschaft.
Und mit uns! Denn auch wir leben schon Jahrzehnte über unsere Verhältnisse.
Paging