Von Moritz Koch

Die einst bärenstarke US-Währung wird immer schwächer. Das bereitet Schwellenländern und Ölstaaten Probleme.

Der schwächelnde Dollar beunruhigt nicht nur Europas Exporteure. Die Regierungen vieler Schwellenländer fürchten, dass sie die größten Verlierer der Greenback-Krise sein werden.

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Der Grund dafür ist eine Wechselkurspolitik, die den Amerikanern auf der einen und den Asiaten und Arabern auf der anderen Seite über Jahre hinweg zum gegenseitigen Vorteil gereicht hat, nun aber die Schwellenländer mit der Wahl zwischen zwei Übeln konfrontiert: Inflation oder Kapitalverlust.

Die aufstrebenden Nationen Asiens und die Ölproduzenten im Nahen Osten haben ihre Währungen an den Dollar gekoppelt. So machten sie ihre Produkte in den USA billiger und beflügelten ihre Exporte.

Dafür kauften sie US-Schuldverschreibungen, finanzierten so Teile des amerikanischen Konsums und gaben die Souveränität über ihre Zinspolitik auf: Senken die Amerikaner den Preis für Kredite, wie jetzt wegen der Hypothekenkrise, müssen die Schwellenländer nachziehen, um eine Aufwertung ihrer Währung zu verhindern.

Ende der Dollarbindung wäre sinnvoll

Doch was den USA gut tut, ist für Schwellenländer nicht länger das richtige Konjunktur-Rezept: Der dortige Boom hat die Inflation befeuert. Eigentlich wären nun höhere Zinsen und ein Ende der Dollarbindung geboten.

Nur sind da noch die riesigen Devisenreserven, die die Länder angehäuft haben. Eine Aufwertung der heimischen Währung würde unmittelbar den Wert der Ersparnisse schmälern.

Einen Gegenwert von 5700 Milliarden Dollar haben die globalen Devisenvorräte inzwischen, schätzt der Internationale Währungsfonds (IWF). Ein Großteil davon soll in Dollar-Anlagen investiert sein. Allein China, Japan, Taiwan, Süd-Korea, Russland und Indien haben zwei Drittel der weltweiten Reserven gehortet.

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