Kurssturz in den USA: Die Milliardenhilfe der Notenbank für den Versicherungsriesen AIG beruhigt die Börse nicht - der Dow fällt massiv.
Angesichts weiterer spektakulärer Umwälzungen in der Finanzbranche sind die US-Börsen zur Wochenmitte erneut auf steile Talfahrt gegangen. Der Ausverkauf bei Finanzwerten beschleunigte sich teils drastisch.
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Die Befürchtungen der Händler haben sich bestätigt: Das historische Eingreifen der US-Notenbank beim angeschlagenen Versicherungsriesen AIG konnte den Anlegern die Ängste nicht nehmen. Nun geraten auch die zwei letzten unabhängigen US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley immer tiefer in den Abwärtssog an der Börse.
Der Dow-Jones-Index verlor bereits zum zweiten Mal in dieser Woche über vier Prozent. Zum Wochenstart hatte das weltweit bekannteste Börsenbarometer seinen schlechtesten Tag nach den Terrorattacken vom 11. September 2001 erlebt - gefolgt von einer Verschnaufpause am Dienstag.
Der Dow Jones büßte am Mittwoch 4,06 Prozent auf 10 609,66 Punkte ein. Der S&P-500-Index brach um 4,71 Prozent auf 1156,39 Punkte ein. Der NASDAQ-Index stürzte am stärksten ab mit minus 4,94 Prozent auf 2098,85 Punkte.
Die Notenbank rettete AIG mit einem Mega-Kredit von 85 Milliarden Dollar und steigt dafür mit 80 Prozent ein. Die Aktie brach weiter ein und verlor mehr als 45 Prozent auf 2,05 Dollar.
Selbst zuletzt bessere Quartalszahlen als erwartet helfen den Investmentbanken an der Börse nichts mehr: In New York stürzten die Aktien von Goldman Sachs und Morgan Stanley steil wie noch nie ab.
Goldman Sachs stürzte um weitere 14 Prozent auf 114,50 Dollar ab. Morgan Stanley brach um 24 Prozent auf 21,75 Dollar ein. Noch schärfere Kursabstürze hatten Wettbewerber Lehman Brothers am "schwarzen Montag" der Branche zu Wochenbeginn das Genick gebrochen.
Kurz nach Handelsbeginn hatte Goldman Sachs mehr als 20 Prozent verloren, Morgan Stanley gar fast ein Drittel seines Wertes. Es wuchs die Angst, dass Morgan Stanley nun ebenfalls unter der Last der Kreditkrise zusammenbrechen könnte. Der Fernsehsender CNBC hatte berichtet, das Investmenthaus prüfe bereits einen Zusammenschluss mit einer anderen Bank.
Einem Bericht der New York Times zufolge erwägt die US-Bank Wachovia erwägt eine Fusion mit Morgan Stanley. Demnach hätten Vertreter von Wachovia bei Morgan-Stanley-Chef John Mack telefonisch Interesse bekundet. Der Zeitung zufolge handelt sich um einleitende Gespräche. Auch andere Banken hätten Interesse an Morgan Stanley signalisiert.
Keiner will Kredit geben
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um mehr als drei Prozent nach. Der Dax hat um 14,8 Prozent tiefer geschlossen.
Die Investmentbanken benötigten viel Geld, sagte Unicredit-Kreditexperte Markus Ernst. Jetzt würden sich viele Marktteilnehmer fragen: "Wie soll das Geschäft bei den verbliebenden Investmentbanken weiterlaufen, wenn sie kaum noch Kredite erhielten." Das sorge für erhebliche Unruhe.
Entsprechend schnellten auch die Kosten für Kreditabsicherung beider Institute am Mittwoch nach oben.
"Jeder hat Angst, wer der nächste ist", sagte John O'Brien, Vizepräsident von MKM Partners. "Derzeit sehen wir einen Domino-Effekt", erklärte Peter Cardillo von Avalon Partners.
Tagsüber hatten bereits unzählige Spekulationen die Runde gemacht: In Europa wurde vor allem um die Zukunft von HBOS gebangt. Der britische Baufinanzierer gab schließlich bekannt, Gespräche über einen Zusammenschluss mit Lloyds TSB zu führen. Die Verhandlungen befänden sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium und könnten die Übernahme von HBOS zur Folge haben.
Daneben trugen auch neue Konjunkturdaten zum Pessimismus bei. So wurde bekannt, dass sich das Defizit in der US-Leistungsbilanz im zweiten Quartal 2008 überraschend stark ausgeweitet hatte. Auch die US-Wohnbaubeginne gingen aufs Jahr hochgerechnet im August weiter zurück.
(sueddeutsche.de/hgn/mel/jkr)
Merrill Lynch ist eingekauft worden, war dann wahrscheinlich so engeschlagen wie Lehman Brothers oder sogar mehr. AIG ebenso. Das Problem ist folgendes. Die Regierung ist Pleite. Die Blase allein von Freddie Mac und Fannie Mae beläuft sich in Wirklichkeit mit ihrem 6 Billionen an Verbindlichkeiten und ein 25 % Abstieg des Immobilienwertes wahrscheinlich auf 1,5 Billionen, weit weg von den 200 Milliarden $, die die Regierung zur Verfügung gestellt hat, wahrscheinlich um nur die sofortige Liquiditätspanne zu verhindern und Zeit zu gewinnen. Ein Defizit (kumuliert) in seinem Budget von 1,2 billionen $, in diesem Jahr werden sie eine halbe Billionen in Bonds nicht zahlen können, jeder Amerikaner schuldet ca. 120.000 , die Druckmaschine drückt mehr $ als was die Wirtschaft schafft, die sowie so ein chronischer Handelsdefizit von ca. 700 Milliarden/Jahr hat. Nur ein 11% der Wirtschaft ist produktiv, der Rest sind Dienstleistungen und ein 73% der Wirtschaft basiert auf Konsum und auf Kredit. Greenspan hatte mit seinem 1%-2% Zinsen die Banken zu sehr großen Risiken geführt (China, Immobilienblase, CDOs usw.). Jetzt bricht der Kreislauf (China, Asien i.a., Europa außer Deutschland etwas weniger), und es entstehen neue Märkte und Währungen? In swaps oder CDOS gibt es einige Trillionen $ im Umlauf. 340 Männer/Frauen haben so viel in 2007 in den USA wie ein 40% der amerikanischen Bürgern. Derr GF von Fannie Mae hat 14 Mio. US $ und der von Freddie Mac 9,2 Mio US $ als Dankeschön für die Pleite bekommen, wahrscheinlich weil sie die Kandidaten im Senat und Präsidentwahl immer (bis heute noch) sehr großzügig unterstützt haben. Ein 1% der US Bevölkerung verdiente zusätzlich so viel wie ein 20% der US-Bevölkerung. In Deutschland Firmen wie Deutsche Telekom, EON, RWE werden von amerikanischen Hedgefonds kontrolliert. Man sucht überall große Geschäfte mit hohen Rendite, aber immer wieder ist die Mittelklasse, die das ganze Last tragen muss. Wer reich ist kann sich gute Steuerberater aussuchen, oder sein Geld nach Liechtenstein oder in den Kaiman Inseln problemlos schützen. Ich glaube allein in den Kaiman Inseln sitzen ein 85% der Hedgefonds und viele Versicherungszentralen der Welt. Dieses System ist für Banksters gedacht, wir leben eine Postindustrielle oder Ära der Finanzen,wo man Geld mit Geld macht, eine Art von Anarcholiberalismus,wo die Politikern nicht die Akteure sind, sondern die Marionetten und Zeuge des Massakers,wenn sie nicht von der Situation auch profitieren
Für Ihre Information Ricardo war der Theoriker des (aus dem französischen frei übersetzt) "Komparativer Vorteil" : Lass wo anders etwas herstellen, wo es besser passt: z.B. lass das Geschäft vom Wein in England, die Produktion ist so wie so zu aufwendig und unrentabel bei uns, kauft lieber Porto im Portugal und baut mit dem Gewinn Maschinen für die Industrie. Er hatte dazu einiges als Bedingung eingefügt, dass man gern heute vergisst. So dumm war er nicht.
Die USA haben mit ihren massiven Industrieverlagerungen ein chronisches Handelsdefizit in ihrem Land verursacht, und haben dann nicht wertvollere Sachen oder Waren im Austausch zu ihrem gigantischen Konsum anzubieten. Das einzige was sie anbieten sind Schulden inForm von Bonds, oder sie überdimensionieren aktiv Posten wie Ihre Immobilien.
Wenn die Phase des Vertrauens weg ist, und wenn alle die Geschäfte an Wert verlieren, leiden die Banken nicht um ein Leverage-Effekt sondern im Gegenzug zu einem Hammer-Effekt (aus dem französischen frei übersetzt). Das Heißt, Sie wachsen nicht beschleunigend, anstatt dessen Sie gehen Pleite mit Beschleunigung.
Das Problem für diese Banken, ist wo sie investieren können, weil ein größer Teil des Wachstums in der Welt war künstlich durch ihre eigene Blase und Verschuldung verursacht. Im Moment sieht es global schlecht aus, und die Bankiers (besonders die Investments Banken) finden leider ihren Platz nicht mehr.
Das ganze sollte eine Lehre sein, aber da bin ich etwas skeptisch, so bald es wieder aufwärts gehen wird, werden wir weiter Arbeitsplätze verlagern, werden weiter die Theorie von Ricardo an den Bedürfnisse von Aktionäre und Finanziers (Kapitalien) anpassen. Es werden weiter ALG II-Empänger werden und wir werden resigniert weiter zuschauen (die Politiker zu erst, so lang die Kasse bei ihnen stimmt).