Das große Comeback, von dem Jackson vor seinem Tod träumte, ist ihm heute gelungen. Nur er erlebt es nicht mehr. Dafür ist seine Familie in den Vordergrund gerückt - und die weiß das auf sie gerichtete Scheinwerferlicht zu nutzen. Allen voran Joseph "Joe" Jackson, der Vater "des größten Popstars, der je auf dieser Erde war" . Gleich nach dem Tod gab er nicht den trauenden Dad, trat dafür aber als tüchtiger Geschäftsmann in Erscheinung.
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Zwei Mal tauchte er im vergangenen Herbst auch in Deutschland auf. Er nehme ein paar Termine wahr, erklärte sein Management damals. Dazu gehörten auch Interviews, die Klatschblättern angeboten wurden. Zu den Themen zählten auch: Michaels Kinder, ihr Umgang mit dem Tod des Vaters, ihre Zukunft. Umsonst gab es das nicht, aber für einen fünfstelligen Betrag.
Klagewütiger Vater
Joe Jackson ist außerdem häufiger Gast in Gerichtssälen. Michaels Leibarzt, Conrad Murray, verklagt er, weil er seinem Sohn fahrlässig einen Cocktail aus Schlaf- und Beruhigungsmitteln verschrieben haben soll. Auch den Konzertveranstalter der Comeback-Tour zerrte der Vater vor einen Richter. Er habe Michael zu Proben für die Tour genötigt. Verfahren, mit denen er am Vermächtnis beteiligt werden wollte oder gegen die Testamentvollstrecker vorging, hat ein Gericht abgewiesen.
Es war Michaels letzter Wille, dass der Vater, der ihn mit dem Gürtel verprügelt haben soll, leer ausgeht. Der 80-Jährige, der finanziell auf die Unterstützung seines Sohnes angewiesen war, will jetzt wenigstens 15.000 Dollar monatlich erstreiten. Und dann gibt es da noch die Idee für ein Familienmuseum und Vergnügungszentrum in der Heimatstadt der Jackson-Familie, in Gray, Indiana.
Über den Seelenzustand der Kinder, die neu geplante Musikkarriere und anderes plaudern Tito, Jermaine und LaToya gerne in Exklusivinterviews. Auch Janet sprach im Fernsehen über ihren Bruder, unmittelbar bevor sie ihr Best-Of-Album veröffentlichte.
86.000 US-Dollar - monatlich
LaToya und Jermaine sind neben Vater Joe die aktivsten, wenn es um die eigenen Vermarktung geht. Jermaine reist um die Welt um seine Projekte zu fördern und das Erbe seines Bruders zu wahren. Zuletzt trat er bei einem Gedächtniskonzert in Gambia auf. LaToya glaubt, Michael wurde ermordet. Sie veröffentlichte den Song "Home", um ihren Bruder zu ehren. Tito tourte mit einer Bluesband durch die Welt.
Zusammen drehten Jackie, Jermaine, Tito und Marlon die Reality-TV-Show "The Jacksons: A Family Dynasty". Auch eine neue Platte wollten sie zusammen aufnehmen. Die Sendung endete nach sechs Folgen, neue Lieder oder Konzerte gab es nicht. Randy Jackson hatte sich entschieden, nicht in der TV-Sendung aufzutreten. Rebbie Jackson versuchte sich erneut an einer Musikkarriere, blieb aber trotzdem weitgehend aus dem Rampenlicht. Das Comeback hatte sie schon vor dem Tod geplant.
Auch Katherine Jackson, die die Kinder großzieht, lebt nicht nur von dem, was ihr Sohn der 80-Jährigen hinterließ. 86.000 US-Dollar bekommt sie monatlich überwiesen. Erst kürzlich hat sie ihre ersten Interviews zum Tode ihres Sohnes gegeben. Zum ersten Todestag hat sie einen Bildband mit Fotos ihres Sohnes veröffentlicht. Um den Jackson-Clan kehrt nun für die kommenden Monate wieder etwas mehr Ruhe ein.
Lange anhalten wird sie nicht. Wohl nicht einmal bis zum nächsten Todestag.
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(SZ vom 10.07.2010/stl/hgn)