Die Hypo Real Estate, die aus der Münchner Hypovereinsbank hervorgegangen und seit Oktober 2003 börsennotiert ist, hatte erst im Sommer 2007 die Depfa übernommen. Die gut fünf Milliarden Euro schwere Übernahme galt damals als kluger Schachzug des Hypo-Real-Estate-Chefs Georg Funke.

HRE-Chef Funke: Nach Bekanntwerden der Verluste im Januar hatten Aktionärsschützer seinen Rücktritt gefordert. (© Foto: ddp)

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Zerstörtes Vertrauen

Sollte der Immobilienfinanzierer wirklich zusammenbrechen, hätte dies kaum absehbare Folgen für das deutsche Finanzsystem: Mit einer Bilanzsumme von fast 400 Milliarden Euro ist das Haus einer der größten Finanzierer von gewerblichen Immobilien in Deutschland und gehört zu den wichtigsten Immobilienfinanzierungsinstituten in Europa.

In die Schlagzeilen war der Konzern erstmals Mitte Januar geraten. Damals musste Konzernchef Funke einräumen, dass sein Institut wegen eines faulen US-Wertpapierportfolios 390Millionen Euro abschreiben müssen.

Die Aktie des Konzerns brach daraufhin um 37 Prozent ein und erholte sich seitdem nie wieder. Was damals für Misstrauen bei den Hypo-Real-Estate-Anlegern sorgte: Funke hatte erst kurz zuvor Sorgen der Anleger zu zerstreuen versucht, indem er erklärte, sein Institut habe kaum Belastungen aus der Finanzkrise zu tragen und gehe gestärkt aus den Marktturbulenzen hervor.

Hypo Real Estate hatte den Staatsfinanzierer Depfa Bank im Juli vergangenen Jahres für knapp sechs Milliarden Euro übernommen. Die Depfa ist eine Aktiengesellschaft irischen Rechts und hat ihren Hauptsitz in Dublin.

Erst Ende Juni 2008 hatte sich eine Investorengruppe um die US-Investmentgesellschaft J.C. Flowers ein großes HRE-Aktienpaket gesichert.

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(SZ vom 29.9.2008/sueddeutsche.de/mel)