Das Vertrauen in die Banken - futsch. Die Angebote der Einzelhändler - verlockend. Der Sparwille der Deutschen nimmt rapide ab. Nur bei den Gutverdienern nicht.

Die Finanzkrise hat das Vertrauen der Deutschen in die Bankenbranche erschüttert - und wie reagiert die Bevölkerung? Sie gibt ihr Geld einfach aus. Sparen ist nicht mehr angesagt, und das liegt nicht nur am schwindenden Vertrauen für den Bankberater, sondern auch an den vielen Rabatten und Preissenkungs-Offensiven des Handels.

Prozente, Sparen, Foto: dpa

Die Schnäppchen locken von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen - und die Deutschen schlagen zu. Sparen ist da uninteressant. (© Foto: dpa)

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So will jeder Deutsche im kommenden halben Jahr weniger Geld auf die hohe Kante legen als bisher, ermittelte das Meinungsforschungsinstitut GfK. Von 2000 im September befragten Verbrauchern hätten 32 Prozent angegeben, künftig lieber Geld für Waschmaschinen, Möbel oder Autos auszugeben, statt es anzulegen.

Nur etwa 16 Prozent haben demnach vor, in den kommenden sechs Monaten mehr zu sparen. Rund die Hälfte der befragten Verbraucher will an ihrem Sparverhalten dagegen vorerst nichts ändern. Die Lust der Deutschen auf das Geldausgeben werde derzeit durch das niedrige Zinsniveau und das fehlende Vertrauen in die Finanzmärkte ebenso verstärkt wie durch die vom Handel angebotenen Rabatte, schreibt GfK-Autor Markus Schmidt.

Ihren Sparanteil erhöhen möchten vor allem die Niedrigverdiener sowie die unter 30-Jährigen, während Menschen über 50 Jahre oder mit einem Einkommen unter 2250 Euro weniger Geld auf die hohe Kante legen wollen. Generell erwarten die Marktforscher, dass die Sparquote bis zum Jahresende weiter sinken wird.

Diejenigen, die sich dann doch dafür entscheiden, ihr Geld anzulegen, legen ihre Ersparnisse aufgrund der niedrigen Zinsen gerne auf einem Tagesgeldkonto an (ein Drittel der Befragten), genauso viele finden Wohneigentum attraktiv, jeder fünfte Anleger will in Bausparverträge investieren. Nur die kleine Gruppe der Gutverdiener und Reichen ist hingegen bereit, Aktien und Fondsanteile zu kaufen. Für die Forscher überraschend: 18 Prozent aller Verbraucher deponieren ihr Geld am liebsten zu Hause.

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(sueddeutsche.de/AP/AFP/dpa/tob/mel)