Deutsche Bank Neues altes System

Die Deutsche Bank will offenbar die amerikanische Managementstruktur ad acta legen und zum alten Vorstandsmodell zurückkehren.

Die Deutsche Bank erwägt einem Magazinbericht zufolge einen Umbau ihrer obersten Führungsebene. Der Aufsichtsrat überlege, die angloamerikanisch geprägte Führungsstruktur des Geldhauses wieder aufzugeben, berichtet der Spiegel am Samstag vorab. Vor allem das von Bank-Chef Josef Ackermann im Jahr 2002 eingeführte und auf ihn zugeschnittene Group Executive Committee (GEC) stehe auf dem Prüfstand. Ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte einen Kommentar ab.

Das Konzept von Josef Ackermann hat sich nicht durchgesetzt.

(Foto: Foto: dpa)

Der Vorstand solle künftig deutlich gestärkt und aufgewertet werden, berichtet der Spiegel unter Berufung auf nicht namentlich genannte Mitglieder des Managements sowie des Aufsichtsrates. Das stark von Investmentbankern beeinflusste GEC war über Jahre hinweg die eigentliche Machtzentrale der Bank, in der alle wichtigen Entscheidungen getroffen wurden.

Die Rückkehr zum althergebrachten deutschen Vorstandsmodell wäre zwar eine Stärkung des traditionellen Zweigs innerhalb des Instituts, wie etwa des Privat- und des Firmenkundenkreditgeschäfts. Allerdings würden dem "Spiegel" zufolge auch hochkarätige Investmentbanker wie Anshu Jain in das oberste Gremium einziehen. Dem Bericht zufolge könnten die Planspiele auch im Zusammenhang mit der Suche nach einem Nachfolger für Ackermann stehen, dessen Vertrag im Mai 2010 ausläuft.