Die Deutsche Bank hat nach Erkenntnissen der Süddeutschen Zeitung mit Raj Rajaratnams Firma Galleon zusammengearbeitet.
Man kann bei der Wahl seiner Geschäftspartner niemals vorsichtig genug sein. Das muss nun die Deutsche Bank lernen. Ab Februar 2006 hat das größte deutsche Finanzinstitut nach Erkenntnissen der Süddeutschen Zeitung mit Raj Rajaratnams Firma Galleon zusammengearbeitet. Also mit jenem aus Sri Lanka stammenden Finanzmanager, den die US-Justiz anklagt, über Jahre einen Teil seines Geldes durch Insiderhandel verdient zu haben.
Die Deutsche Bank hat nach Erkenntnissen der SZ mit Raj Rajaratnams Firma Galleon zusammengearbeitet. (© Foto: dpa)
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Ein Finanzprofi von Galleon war es, der den Hedgefonds der Deutschen Bank mit dem Namen "DB Noetic Global Diversified Trading Fund", führte, sprich das Geld der Kunden investierte. DB steht für Deutsche Bank. Investoren sollen mehrere hundert Millionen Dollar in den Fonds gesteckt haben, heißt es in Finanzkreisen.
Anhaltende Mutmaßungen über Galleon
Der Fonds hat aber offenbar nicht von den mutmaßlichen Insidergeschäften Rajaratnams profitiert. Das lässt sich aus der Strategie des Produkts ableiten, bei dem ein Computerprogramm wesentlich entscheidet, was gekauft wird. Gleichwohl wird mit der Deutschen Bank nun die erste weltweit tätige Großbank bekannt, bei der ein Hedgefonds von Rajaratnams Firma gemanagt wurde.
In Finanzkreisen war schon seit vielen Jahren gemutmaßt worden, dass bei Galleon etwas nicht in Ordnung sei. Bereits im Jahr 2001 hat ein Analyst der US-Großbank JP Morgan erklärt, der Hedgefonds Galleon "liebe es, in den grauen Ecken des Marktes" zu agieren, berichtete die britische Financial Times.
"Auch die hohe Fluktuation bei Galleon war auffällig", sagt ein Hedgefonds-Experte. "Wenn ein bekannter Fonds seine besten Leute nicht halten kann, ist das für Profis ein schlechtes Zeichen", lautet sein Urteil. Galleon warb mit jährlichen Traumrenditen von über 20 Prozent.
Die Deutsche Bank führte ihren Hedgefonds Noetic Global anfangs in Eigenregie, dann wechselte der verantwortliche Manager zur Galleon-Gruppe - erst zur Tochter "Broadstreet", dann zu "Galleon Quantitative Management", um den Fonds dort für die Deutsche Bank weiterzuführen. Die Deutsche Bank will sich zu dem Sachverhalt nicht äußtern.
Der 52-jährige Galleon-Chef Rajaratnam bestreitet bisher den Vorwurf des Insiderhandels. Gegen eine Kaution von 100Millionen Dollar wurde er freigelassen. Insgesamt 20 Personen müssen sich wegen zivil- oder strafrechtlicher Vergehen verantworten.
Der Fall kam Mitte Oktober ins Rollen, als die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Milliardär und fünf mutmaßliche Komplizen erhob. In der vergangenen Woche wurden weitere 14 Personen festgenommen, darunter Händler, Anwälte, ein Analyst und Manager eines Technologieunternehmens. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie Firmeninterna ausgetauscht haben.
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(SZ vom 12.11.2009/hgn)
Debatte über Urheberrecht
In einer Kultur, in deren Mittelpunkt das Geld steht, sind Geschäfte, die sicher Geld bringen, verboten. Ist das nicht lustig?
Die SZ bringt immer wieder Berichte über diese bösen Menschen, die so etwas tun, zB Deutsche Bank warnt Kunden wg. Hypo Real, aber man erfährt nie, was aus diesen Anschuldigungen wird: NICHTS!
Stellen Sie sich vor Sie sind als alter Hase in 3 Aufsichtsräten, ihre Golfpartner ebenfalls, und kommen so garantiert an Informationen, die noch nicht publik sind. Sie /ihre Frau/ ihre Kinder /ihre Freunde halten Aktien für 500 000, die in Kürze nichts mehr wert sind. Ich bin mir absolut sicher, dass Sie die Aktien NICHT verkaufen würden, WIE JEDER VON UNS, denn das wäre ein Insidergeschäft und das ist verboten!
Verschont mich mit diesen halbseidenen Anklagen! Da, wo es möglich ist gefahrlos Unsummen zu verdienen, da wird das geschehen.
Nicht das Insidergeschäft ist der Skandal, die Börse ist der Skandal. Dort geht es um die individuelle Bereicherung, EGAL ob deshalb hundettausende verhungern oder ihren sinnvollen Job verlieren!