Der außerordentlich solide Quartalsgewinn der Deutschen Bank belegt: Das Institut steht gut da, auch wenn die Börse das anders sieht.
Die Menschen an der Börse sind manchmal komisch. Es gibt Tage, da tun sie genau das Gegenteil von dem, was man von ihnen erwartet. Der Mittwoch war wieder so ein Tag, und Leidtragende war die Deutsche Bank.
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Steht gut da: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. (© Foto: AP)
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Sehr überraschend gab sie am frühen Morgen ihre vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal 2009 bekannt. Das tun Unternehmen immer dann, wenn sie etwas Unerwartetes zu verkünden haben. Und die Zahlen waren erstaunlich, sie lagen deutlich über den Schätzungen der Analysten. Dazu hatten zu einem guten Teil zwar Steuererstattungen beigetragen, aber selbst wenn man diese herausrechnet, ist der Gewinn höher als erwartet.
Die Anleger aber waren enttäuscht, sie verkauften die Aktie der Deutschen Bank im großen Stil. Dafür gibt es eine Reihe von Begründungen, aber keine stichhaltige.
Es lässt sich einwenden, dass der Gewinnanstieg vor allem steuerlich begründet ist. Man kann enttäuscht sein, weil die amerikanischen Investmentbanken Goldman Sachs und JP Morgan zuletzt noch viel höhere Gewinne vorgelegt haben. Man kann Gewinnmitnahmen ins Feld führen, schließlich hat sich der Aktienkurs seit dem Frühjahr mehr als verdreifacht.
Auf einem guten Weg
Doch all das überzeugt nicht. Unter dem Strich bleibt nur die Feststellung, dass die Menschen an der Börse manchmal eben komisch sind. Die Deutsche Bank aber ist auf einem guten Weg.
Nur wenige Finanzinstitute auf der ganzen Welt haben die Wirtschaftskrise so gut weggesteckt wie sie. Das lag in erster Linie an einem guten Risikomanagement. Sie hatte den Wettlauf um die hochriskanten Subprime-Papiere nicht mitgemacht, mit dem Effekt, dass heute nach Berechnungen von Merrill Lynch in ihrer Bilanz nur zwei Milliarden Euro nicht wertberichtigte faule Kredite schlummern. Diese Summe ist verschwindend gering angesichts der Größe der Bank. In der Bilanz mancher Landesbank ticken Zeitbomben, die zehnmal schärfer sind.
Für die einzelnen Bereiche hat die Deutsche Bank die Zahlen des dritten Quartals noch nicht ausgewiesen, sie teilte nur mit, dass voraussichtlich alle Sparten Gewinn machen.
Das ist ein Hinweis darauf, dass auch das Privatkundengeschäft besser läuft, besonders die Vermögensverwaltung; diese hatte im vergangenen Quartal noch Probleme bereitet. Die Gewinne der US-Banken kommen dagegen vorwiegend aus dem schwankungsanfälligen Investmentbanking, in dem die Gewinne von heute morgen schon wieder zerrinnen können.
Gewinne lassen sich zu Eigenkapital machen
Überhaupt nutzt die Deutsche Bank die Finanzkrise, um sich in den klassischen Bereichen zu verstärken: Sie kauft Institute wie die Norisbank, die Berliner Bank und die Postbank und weitet damit das Geschäft mit deutschen Privatkunden erheblich aus. Sie ist dabei, die Vermögensverwaltung von Sal. Oppenheim zu übernehmen.
Sie schaut sich im Ausland nach günstigen Kaufgelegenheiten um, ein Beispiel ist die Mittelstandstochter der niederländischen ABN Amro. Die Deutsche Bank macht gerade das, was Unternehmensberater in Zeiten der Krise empfehlen: Sie rüstet sich durch günstige Käufe für bessere Zeiten.
Bliebe noch der Unsicherheitsfaktor einer möglichen Kapitalerhöhung. Seit langem munkelt die Börse, dass ein solcher Schritt nötig sein könnte, um die Kapitaldecke zu stärken. Doch nach den neuen Zahlen ist auch das unwahrscheinlicher geworden, weil sich die Gewinne zu Eigenkapital machen lassen.
Risikovorsorge versiebenfacht
Natürlich besteht auch für die Deutsche Bank das Risiko, dass in den nächsten Monaten Kredite ausfallen, wenn Unternehmen wegen der schwachen Konjunktur Probleme bekommen. Im letzten Quartal hatte das Institut die Risikovorsorge dafür auf eine Milliarde Euro versiebenfacht.
Die Aktie war am Tag der Veröffentlichung im Juli übrigens um zehn Prozent abgestürzt. Seitdem hat sie wieder mehr als 20 Prozent gutgemacht. Ein Zeichen dafür, dass die Menschen an der Börse eben nur manchmal komisch sind. Langfristig haben sie immer recht. Und langfristig dürfte es mit der Aktie der Deutschen Bank weiter aufwärtsgehen, weil auch die neuen Zahlen zeigen, dass sie ein Fels in der Brandung ist.
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(SZ vom 22.10.2009/pak)
Griechenland und die Euro-Zone
Offensichtlich hat Ackermann mit Asmussen nicht nur einen Lobbyisten direkt im Finanzministerium sondern mit Freiberger auch noch einen in der Redaktion der SZ.
Das ist ja wohl die Höhe, was sich dieser Mann erlaubt.
War heute mein letzter Besuch hier. Zur Propaganda-Abteilung der Deutschen Bank finde ich auch allein.
Wer sich für die Realitäten interessiert: Woanders lässt sich noch nachlesen, durch wessen Hände Müllkreditpakete an Banken wie die IKB kamen, wem die staatlichen Rettungsmilliarden inoffiziell und indirekt den Hintern retteten, mit wem die Frau Bundeskanzler gut Freund ist und wie es um die Eigenkapitalquote der Deutschen Bank(en) steht.
Traurig. Das war einmal eine richtige Zeitung.
Leider hat der Autor keine Ahnung warum sich Aktienkurse in die eine oder andere Richtung bewegen. Die Aktie der Deutschen Bank ist im Vorfeld der guten Zahlen deutlich gestiegen. Als dann die gute Meldung kam wurde massiv verkauft. Unlogisch? Mitnichten! Sell on good news ist völlig normal. Anleger sagen sich was soll jetzt kurzfristig noch besseres kommen und verkaufen. Wäre die Aktie im Vorfeld bereits deutlich gefallen und hätte die Bank schlechte Zahlen verkündet wäre eine normale Reaktion durchaus ein Kursanstieg gewesen auch wenn das für einen unbedarften Redakteur auf den ersten Blick unlogisch ist.
...nur von wem kommen die Gewinne!
"Die Deutsche Bank hat nach FTD-Informationen im dritten Quartal 2009 neben einer Steuerrückzahlung vom abgabenfreien Verkauf von Anteilen am Autobauer Daimler profitiert, an dem sie zum Ende des zweiten Quartals noch 0,9 Prozent gehalten hatte. "Die Deutsche Bank hat nach der Lösung von Streitigkeiten mit dem Finanzamt Geld zurückbekommen. Zudem hat sie von Beteiligungsverkäufen profitiert - diese senken die Steuerquote", sagte Analyst Konrad Becker von Merck Finck. Rund 500 Mio. Euro müsse das Institut zurückerhalten haben."
Quelle: FTD
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