Wer hat wen und vor allem warum bei der Deutschen Bank bespitzelt? Offenbar waren auch Personen außerhalb des Instituts ins Visier geraten.

Die Deutsche Bank hat nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auch Personen außerhalb der Bank bespitzelt. Noch sei jedoch unklar, welche Daten in "ungewöhnlich gründlicher Form", wie es heiße, von der Abteilung Konzernsicherheit gesammelt wurden, schreibt das Blatt. Nach bisherigen Erkenntnissen gehe es um etwa zwei Handvoll Personen.

Deutsche Bank, Getty

Die Deutsche Bank hat Verstöße ihrer Sicherheitsabteilung eingeräumt. (© Foto: Getty)

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Der Schwerpunkt der Verdachtsfälle beziehe sich auf das Jahr 2006, in dem die Zuständigkeit für die Abteilung im Vorstand vom heutigen Aufsichtsratschef Clemens Börsig auf den seither amtierenden Risikovorstand Hugo Bänziger überging. Ein Sprecher der Bank wollte sich am Mittwochabend mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen nicht zu dem Bericht äußern.

Sonderprüfung der Bafin

Deutschland größte Bank hatte am Freitag mitgeteilte, sie habe wegen möglicher Verstöße gegen "interne oder rechtliche Regeln" eine Anwaltskanzlei mit einer unabhängigen Untersuchung beauftragt. Kontendaten oder andere Informationen über Kunden seien nicht betroffen. Die Finanzaufsicht Bafin ordnete eine Sonderprüfung an.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte am Dienstag bei der Hauptversammlung des Dax-Konzerns gesagt, das Institut gehe nach ersten Erkenntnissen von wenigen Einzelfällen aus: "Es ist nicht zu erwarten, dass die Untersuchungen ein systematisches Fehlverhalten feststellen werden." Die Prüfung sei breit angelegt und reiche zurück bis in die 90er Jahre.

Bereits vor einigen Tagen hatte die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass das Vorstandsmitglied Hermann-Josef Lamberti womöglich bespitzelt wurde. Lamberti ist als Chief Operating Officer für das Tagesgeschäft verantwortlich.

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(sueddeutsche.de/dpa/mel/tob)