Desaströse Zahlen Bank of America schockt mit Horrorverlust

Krise überstanden? Mitnichten. Die Bank of America trübt das Bild der wiedererstarkten Wall Street mit einem Milliardenverlust.

Mit einem Schlag ist die Wall Street wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Nach den überraschend positiven Zahlen der US-Banken Goldman Sachs und JP Morgan schockt nun die Bank of America mit einem unerwartet hohen Verlust.

Das größte US-Institut verlor wegen hoher Ausfälle bei Konsumentenkrediten netto im dritten Quartal eine Milliarde Dollar. Auch mit Einnahmen von 26,4 Milliarden Dollar blieb die Bank hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Die zuletzt von guten Quartalsergebnissen verwöhnten Aktienmärkte reagierten mit deutlichen Verlusten auf die Zahlen. In Frankfurt drehte der Dax ins Minus. Im vorbörslichen Handel in New York gaben die Titel der Bank of America zunächst etwa vier Prozent nach, auch die Aktien von Rivalen wie der Citigroup büßten einen Teil ihres Wertes ein.

Gehalts-Debatte um Noch-Chef

Auch der Noch-Chef der Bank of America ist im Gerede. Denn der Washingtoner "Bonus-Zar" Kenneth Feinberg verweigert Kenneth Lewis das vorgesehene Gehalt von 1,5 Millionen Dollar. Und nicht nur das. Auch auf eine Bonuszahlung soll Lewis verzichten müssen. Herrscht nun blankes Entsetzen bei dem Mann, der noch bis Ende dieses Jahres das Institut führen soll? Davon ist auszugehen - dennoch hat Lewis dem Sparplan zugestimmt. Er glaube, dass es nicht im Interesse der Bank of America sei, wenn er sich auf einen Streit mit dem Boni- und Gehaltskontrolleur einlasse.

Einem Insider zufolge könnte Feinberg die Bank zusätzlich dazu drängen, ihre Pensionszahlungen an Lewis zu reduzieren. Die Diskussionen zwischen beiden Seiten befänden sich noch in einem frühen Stadium, sagte der Insider weiter. Der Sprecher der Bank of America wollte sich nicht zur Frage äußern, ob es auch Verhandlungen über die Pensionszahlungen gebe. Die Bank führe "laufende Diskussionen über eine Vielzahl von Themen" mit Boni-Kontrolleur Feinberg. Bankchef Lewis hatte 2008 9,9 Millionen Dollar an Gehalts- und Bonuszahlungen kassiert.

Lewis hatte sich mit der spektakulären Milliardenübernahme der Investmentbank Merrill Lynch vor rund einem Jahr verhoben. Der Bank of America wird zudem vorgeworfen, ihre Aktionäre bei dem Geschäft falsch informiert zu haben.

Die hohen Gehälter und Boni bei Firmen, die am staatlichen Geldtropf hängen, hatten in den USA einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der von der Regierung als Kontrolleur beauftragte Staranwalt Feinberg kann bei den betroffenen Firmen die Gehälter der jeweils fünf ranghöchsten Manager ablehnen. Darüber hinaus kann er auch die Gehälter der 20 bestbezahlten Angestellten blockieren.