Die Politiker haben die Schuldigen für den hohen Ölpreis gefunden: Spekulanten. Im US-Kongress ist von "wildem Kasino" die Rede. Doch in Wahrheit haben die Rohstoff-Zocker nur wenig Einfluss.
Angesichts des Ölpreisschocks kommt so manchem John D. Rockefeller in den Sinn. Mit seinen Ölgeschäften ist er zum reichsten Mann seiner Zeit geworden. Dennoch hat er den Rohstoff einmal "die Tränen des Teufels" genannt. Diese Sichtweise ist heute wieder aktuell, denn der Ölpreis eilt von Rekord zu Rekord. 145 Dollar kostet ein Fass jetzt, vor fünf Jahren war es noch für 30 Dollar zu haben. Erstmals seit die Menschen in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts begonnen haben, nach Öl zu bohren, verteuerte sich der Rohstoff in sieben aufeinander folgenden Jahren.
Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) kommt betrügerisch an Bohrrechte für Öl - das macht ihn reich. Der Film "There Will Be Blood" ist eine Parabel auf den Kapitalismus, der das Geld liebt und kriminell ist - ganz aktuell also. (© Foto: Disney/Cinetext)
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Politiker haben längst die Schuldigen für die Ölpreisinflation ausgemacht: Spekulanten. Sie würden mit ihren Geschäften die Preise in die Höhe treiben, ohne Rücksicht auf Verluste. Wirtschaftsminister Michael Glos möchte den "Spekulationssumpf trockenlegen". Im amerikanischen Kongress ist von "Zockerei" und "wildem Kasino" die Rede. Sogar George Soros, der Milliarden mit Spekulationsgeschäften verdient hat, fordert, dem gewissenlosen Treiben der Spekulanten Einhalt zu gebieten. Erstaunlich ist nur, dass bis heute niemand eine klare Vorstellung davon hat, ob die hohen Energiepreise tatsächlich auf teuflische Spekulanten zurückzuführen sind.
Wer ist überhaupt Rohstoffspekulant?
Das lässt sich am einfachsten erklären, indem man sagt, wer keiner ist: Öllieferanten, Raffinerien, Fluggesellschaften oder Chemieunternehmen nämlich. Sie spekulieren nicht, sondern sichern sich am Terminmarkt gegen schwankende Ölpreise ab. Lufthansa verspricht beispielsweise einem Ölproduzenten, den Rohstoff im Herbst zu einem fest vereinbarten Kurs abzunehmen. Spekulanten wollen dagegen gar keine Ware geliefert bekommen, sondern nur von steigenden oder fallenden Preisen profitieren. Sie machen Geschäfte, die mit realen Werten nichts zu tun haben. Hier werden Erwartungen über die künftige Preisentwicklung gehandelt, und das oft auf Pump.
Die Papiere, mit denen auf die Zukunft gewettet wird, heißen Futures. Sie werden von einem Spekulanten zum nächsten weitergereicht und bei Fälligkeit gleich wieder in neue Kontrakte umgewandelt. Hedge- und Indexfonds spekulieren so mit Milliarden Dollar auf die Hausse am Rohstoffmarkt.
Beteiligt sind auch amerikanische Pensionsfonds, die etwa das Geld für die Alterssicherung kalifornischer Lehrer verwalten. Und sogar Privatanleger tummeln sich hier - in der Hoffnung, dass wenigstens die Rohstoffpreise steigen, wenn schon mit Aktien und Anleihen kaum Geld zu verdienen ist. Sie stecken ihr Geld in Fonds und Zertifikate, die in Rohstoffindizes investieren.
Auf der nächsten Seite: Was für eine Rolle die Spekulanten im Ölhandel spielen.
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Wirbel um Obama-Biographie
... sondern anders. Hartz-IV-Empfängern die Elektronik zu neiden, die vergleichsweise wenig endliche Ressourcen in der Herstellung und im Betrieb verbraucht, ist kein Zeichen notwendiger Einsicht in die zukünftigen Gegebenheiten, sondern ein Zeichen des klassischen deutsch-spießbürgerlichen Standesdünkelsadismus.
Dinge, von denen wir in Zukunft ohne Probleme mehr haben können:
- Elektronische Geräte. Die werden sich weiterhin verbessern, auch wenn die Anschaffungszyklen sich verlängern werden. Auch der Energieverbrauch wird sinken.
- Kultur. Produktions- und Verbreitungsmöglichkeiten werden sich ebenfalls weiter verbessern. Und wenn die Politik mithilft, kann auch jeder daran teilhaben.
- Bildung. Hier gilt im Grunde das gleiche.
- Freizeit. Wenn die politischen Schritte getan werden, ist es ohne weiteres möglich, die Perversion eines Systems, in dem Angestellte hunderte von Überstunden anhäufen, während ALG2-Empfänger mit Lochschaufeln-Lochzuschütten beschäftigt werden, zu beenden, und die Arbeit gleichmäßiger auf alle zu verteilen.
Dinge, auf die wir in Zukunft verzichten müssen:
- Autos. Von Verbrennungsmotoren getriebene PKW müssen vom Angesicht der Erde verschwinden. Alle. Bald. Für immer.
- Flugreisen. Insbesondere für alle Entfernungen, bei denen die Bahn auch eine Möglichkeit wäre. Inlandsflüge müssen ebenfalls der Vergangenheit angehören.
Dinge, bei denen wir uns nicht einschränken müssen, auch wenn das viele glauben:
- Importierte Früchte und andere Lebensmittel. Der Überseetransport erfolgt nämlich fast immer mit dem energieeffizientesten Transportmittel überhaupt - dem Schiff. Die lokale Verteilung mittels LKW ist das Problem, die aber natürlich regional produzierte Lebensmittel ebenfalls betrifft.
Wenn die Politik intelligent genug wäre, das so zu vermitteln, dann hätten wir keine Probleme. Aber leider ist das Gegenteil der Fall. "Hartz 4"(diese Bezeichnung hat sich mMn gegenüber "ALG2" aus den gleichen Gründen durchgesetzt, aus denen die SS statt "KL" das Kürzel "KZ" bevorzugte)-Empfängern den PC zu konfiszieren oder sie aus öffentlichen Büchereien auszusperren, oder auch Angestellten den Urlaub zu kürzen - das sind Maßnahmen, für die sich ein Herr Glos zum Beispiel sicher erwärmen kann.
Aber den Deutschen zu sagen, daß sie nicht nur ein Volk von Kleinwagenfahrern, sondern ein Volk von Gar-keinen-Wagenfahrern werden müssen - no can do!
"Ich komme mir etwas verblödet vor, wenn hier die Einflussnahme des Spekulanten auf Preise kleingeredet werden." Zitat LeanderSellenthin.
Niemand wird ernsthaft bestreiten können, dass *Spekulationen* die Preise von Waren innerhalb des kapitalistischen Wirtschaftssystems nicht maßgeblich mitbestimmen. Schlussendlich wird mit Allem spekuliert/gehandelt, was nicht niet.- und nagelfest ist, seien es Schweinehälften,Tulpenzwiebeln, Weizen oder Kondome -zukünftig vielleicht auch Embryos und Gene? Spekulation ist die Grundpfeiler der kapitalistischen "Natur" und ein Kapitalismus ohne Spekulation., ist so unmöglich wie die Tour de France ohne Doping (kleiner Scherz haha). Trotzdem: die Spekulation ist nicht DIE Ursache für die Energiekrise, auf die wir uns mit schlafwandlerischen Schritten zu-bewegen, sondern lediglich ein Symptom. Sicherlich, gäbe es *geplante* Öl-Märkte wären allen Spekulationen ein für alle Mal ein Riegel vorgeschoben, aber Planwirtschaft ist ja zZ nicht en Vogue.
Wie dem auch sein: Ich frage hier mal in die Runde: Was wäre denn *der* angemessene Preis für 1 Liter Erdöl bzw Benzin? Und wer könnte diesen "gerechten" "vernünftigen" Preis diktieren? Wer könnte realistisch diesen Preis den Ölproduzenten schmackhaft machen? Auf Antworten bin ich gespannt.
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30.000 l Tank. Wow. Muß ja ein gigantisches EFH sein. Oder ist es eher ein 3.000 l Tank?
Der Mittelstand stöhnt zwar, kann es aber noch verkraften. Große Probleme mit den hohen Energiepreisen haben die Geringverdiener.
Mit Alternativen könnte man viel Geld verdienen. Wie kommen Sie darauf, das die Konzerne grundlos auf viel Geld verzichten? Und der Staat verdient immer. Da müssen Sie sich keine Sorgen machen.
Derwulf schrieb am 07.07.2008, 11:30:17:
"Neben der gesteigerten Nachfrage (gegen die man nun beim besten Willen nichts tun kann) ..."
Natürlich kann man etwas dagegen tun. Machen wir aber nicht!
Im Gegenteil: Wir geben über das Bundesfamilienministerium jedes Jahr etliche Milliarden aus mit dem einzigen, in allen Medien immer wieder als besonders wichtig erklärten Ziel, in der Bundesrepublik mehr Einwohner und damit in Zukunft noch mehr Verbraucher zu haben.
Es wäre ja schon mal ein Anfang, diesen Vermehrungsmissionseifer etwas einzubremsen. Und besser für die Umwelt, der es im Moment durch den ganzen Ölverbrauch ja auch nicht besonders gut gehen soll, wäre es auch noch.
Paging