Eineinhalb Jahre nach dem ursprünglich geplanten Auslieferungstermin nimmt der Jungfernflug des Riesen-Airbus A380 im Liniendienst konkrete Formen an. Der Termin für die Inbetriebnahme steht.
Ursprünglich sollte der neue "Gigant der Lüfte" des europäischen Flugzeugbauers Airbus bereits im März vergangenen Jahres an die Singapore Airlines geliefert werden.
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Dann sorgten vor allem Probleme mit der Kabinenelektronik dafür, dass Airbus den A380, das größte Verkehrsflugzeug der Welt, nicht an den Kunden bringen konnte.
Eineinhalb Jahre später und nach einer tiefgreifenden Krise auch um das Management rund um den Mutterkonzern EADS und die Tochter Airbus in Toulouse ist es jetzt soweit: Am 15. Oktober wird das erste "Flaggschiff des 21. Jahrhunderts" (Airbus zum A380) an den ungeduldig wartenden asiatischen Großkunden übergeben.
Letzte Systemtests
Lackiert mit der Aufschrift "Singapore Airlines" war das größte Passagierflugzeug der Welt im Juli für die letzten Systemtests von Hamburg an den Airbus-Sitz im südfranzösischen Toulouse geflogen worden.
Nun soll das zweistöckige Großraumflugzeug im Oktober in einer feierlichen Zeremonie in Toulouse übergeben werden und wenige Tage später Richtung Asien abheben. Am 25. Oktober werde dieser A380 unter der Flugnummer SQ380 für 471 Passagiere in drei Klassen seinen Liniendienst zwischen Singapur und Sydney aufnehmen, hieß es.
In Toulouse machten sich zur Zeit schon sieben Piloten der Fluggesellschaft in Simulatoren und A380-Testmaschinen fit für die Linienflüge zwischen Singapur und Sydneys Kingsford Smith Airport.
Auktion bei eBay
Der Superflieger nimmt damit seinen weltweit ersten Liniendienst auf. Die Airline steigert das Interesse daran noch mit einer Internet-Auktion der Tickets beim Marktführer eBay.
Sauber, umweltfreundlich, leise und intelligent. Airbus preist - verständlicherweise nach der Krise - mit allen Vorschusslorbeeren seinen A380 an, "der schon heute neue Maßstäbe im Luftverkehr für die Umwelt setzt und pro Passagier und 100 Kilometer nur 2,9 Liter Kerosin verbraucht".
Was an Auslieferungen dann folgen soll, liegt "voll im Zeitplan", versichert man in Toulouse. Das betrifft also die nächsten A380-Maschinen für Singapore Airlines, Emirates und Qantas.
Schwere Krise
Immerhin konnte Airbus bisher alles in allem 173 Bestellungen und Kaufabsichten verbuchen. Sie sollen endgültig aus der schweren Krise führen, die Airbus noch auf Jahre finanziell stark bedrückt.
"Höherer Komfort in der heute leisesten Flugzeugkabine am Himmel", das möge also positive Schlagzeilen für Airbus bringen und möglichst ein Licht am Ende des Tunnels.
Der neue Airbus-Chef Thomas Enders sieht das Prestigeobjekt indessen "noch nicht übern Berg", wie er es unlängst im Nachrichtenmagazin Focus formulierte:
Die nächste Hürde
"Im Hochlauf dürfen wird uns keine Schnitzer erlauben." Gemeint war damit der nächste kritische Punkt, der Übergang zur Massenfertigung des A380 in dem scharfen Wettbewerb mit dem US-Konkurrenten Boeing.
So soll die Produktion in den nächsten Jahren stetig angehoben werden - auf 45 Großraumflieger im Jahr 2010.
Bestehen im Wettbewerb kann Airbus nur dann gut, wenn deutsch-französische Reibereien um Macht und Kurs nicht mehr so dazwischenfunken. Wie sagte der neue Airbus-Chef Enders: "Unsere Flugzeuge verkaufen sich ja nicht von allein." Da kommt die erste werbewirksame Auslieferung gerade recht.
(dpa/Hanns-Jochen Kaffsack)
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Ich versteh die Welt nicht mehr.
Anstatt wir Europäer nun froh und glücklich sind solch ein Flugzeug auf den Weg gebracht zu haben, wir rumgemösert ohne Ende. Ob der Flieger nun in Toulouse zur Auslieferung kommt oder in Hamburg ist mir wirklich egal. Hauptsache die Probleme sind gelöst und der Flieger kommt zur Auslieferung.
Ich als Europäer bin stolz auf diese Leistung und das Spanier,Engländer, Franzosen und auch Deutsche sowas auf die Beine gebracht haben. Und wer einigermaßen technisch auf dem laufenden ist, weiß das die 1 1/2 Jahre Verzögerung bei solch einem komplexen Produkt keinesfalls irritieren kann. Im Gegenteil, es wäre verwunderlich wenn alles so glatt gelaufen wäre wie es manchen gerne gesehen hätten.
Die Vergangenheitsbewältigung kann von den Beteiligten an einem anderen Ort geschehen.
Boing war auch in der Krise, nur die sind nicht hergegangen um haben sich versucht zu zerfleischen, sondern haben nach vorne geguckt.
@DrJunge
Hier liegt ein Irrtum vor. Im Rahmen der Aufteilung der Produktion auf die Airbus-Länder war von Anfang an geplant auch die Auslieferung aufzuteilen: Die Auslieferung an Kunden aus dem Nahen Osten und Europa soll in Hamburg erfolgen, die Auslieferung an Kunden aus anderen Erdteilen, insbesondere also aus dem übrigen Asien, soll in Toulouse erfolgen. Daher wird logischerweise die Erstauslieferung an Singapore Airlines in Toulouse erfolgen.
Die Plände die Auslieferung komplett nach Toulouse zu verlegen sind ja im Rahmen der Sanierungsentscheidung letztlich wieder verworfen worden.
Siehe auch: de.wikipedia.org/wiki/Airbus_A380
Ursprünglich sollten die Auslieferung des A-380 doch in Hamburg-Finkenwerder durchgeführt werden. Dafür wurden schließlich mehrere Hektar Obstbäume gerodet und die ehemalige Ausgleichsfläche, das 'Mühlenberger Loch' wieder zugeschüttet!
Oder ist die Auslieferung in Frankreich eine der Verschlankungs-Strategien von EADS, der Airbus Konzern-Mutter?