Aktionäre können künftig über Chefgehälter abstimmen. Das erzieht nicht nur die Führungsspitze, sondern könnte auch dem Image der Anleger helfen.
Der Aktionär ist eine Spezies, die von den Unternehmen missbilligend und von der Gesellschaft mit Geringschätzung wahrgenommen wird. Den Managern gilt er als notwendiges Übel, den Bürgern als Symbol für Gier und Maßlosigkeit.
Deutsche-Bank-Chef Ackermann hat wie kein anderer die Debatte um Managergehälter in Deutschland angefacht - auch wenn eine ganze Reihe von Managern mehr verdient als Ackermann. (© Foto: ddp)
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Das Ich-Bewusstsein der Aktionäre wiederum schwankt zwischen einem Gefühl von Ohnmacht (Kleinanleger) und Allmacht (institutionelle Investoren).
Jetzt soll dieser ungleichen Spezies eine ganz besondere Rolle zukommen. Unternehmen wie Siemens oder Thyssen-Krupp wollen ihre Anteilseigner über die Höhe der Vorstandsgehälter abstimmen lassen.
Gemessen daran, dass noch vor wenigen Jahren die Höhe der Gehälter von Vorständen ein eifersüchtig gewahrtes Betriebsgeheimnis war, wäre das ein gewaltiger Schritt nach vorn - hin zu mehr Mitsprache. Das ist freilich nicht Folge wachsender Einsichtsfähigkeit in den Führungsspitzen, sondern Folge der intensiven Diskussion in der Öffentlichkeit über die Entlohnung von Managern..
Allein - was wird ein solcher Schritt bringen, zumal sich der Aufsichtsrat formal nicht um das Votum der Aktionäre kümmern müsste, da es nicht bindend ist? In Großbritannien etwa dürfen Aktionäre schon jetzt per Abstimmung Einfluss auf die Managergehälter nehmen. Den exzessiven Vergütungen hat das dort kaum Abbruch getan.
Immer wieder rebellierten Aktionäre gegen die übermütigen Gehaltsvorstellungen der "Fat Cats", wie Großkopferte in Großbritannien genannt werden. Spektakulär wurden etwa im Jahr 2003 die Millionenforderungen von Jean-Pierre Garnier, dem Chef des Pharmaunternehmens GlaxoSmithKline, zurückgewiesen und vor wenigen Monaten geriet die Shell-Führung unter Beschuss.
Doch das Gefühl der Ohnmacht bei den Kleinaktionären kommt nicht von ungefähr. Die Entscheidung über die Bezahlung des Vorstandes fällt im Aufsichtsrat eines Unternehmens. Und der weiß genau, wie das Geschäft läuft: Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat billigen dann schon mal die Gehaltsforderungen des Vorstands, wenn der dafür die Beschäftigungsgarantie zugunsten der Arbeitnehmer durchwinkt.
Wenn künftig noch die Zustimmung der Anteilseigner nötig ist? Bitte, dann wird im Vorfeld ein Gespräch mit den Großinvestoren geführt. Diese haben mit hohen Gehaltsforderungen ohnehin kein Problem. Mit der Macht vieler Stimmrechte werden sie dafür sorgen, dass auf der Hauptversammlung nichts dem Zufall überlassen bleibt. Das sorgt auf Seiten der kleineren Aktionäre für viel Frustration. Aber immer schon galt: Alles, was in Unternehmen stattfindet, ist ein großes Geben und Nehmen.
Trotzdem ist es ein gut überlegter Schritt, die Zustimmung der Aktionäre zu den Vorstandsgehältern einzufordern: Nichts fürchtet die Unternehmensführung mehr, als dass sich die Öffentlichkeit das Maul über das eigene Gehalt zerreißen könnte.
Gerade im neiderprobten Deutschland, wo Kleinaktionäre schon verbittern, wenn die Chef-Einkommen über 5000 Euro steigen, müssen sich die Vorstände auf Diskussionen gefasst machen, die jene in Großbritannien blass aussehen lassen werden. Erst recht, wenn diese Diskussion als Tagesordungspunkt auf der Hauptversammlung institutionalisiert wird.
Nicht immer sind Vorstandsgehälter maßlos, selbst wenn sie hoch erscheinen. Künftig werden Unternehmen sie aber weit besser begründen müssen als bisher.
So ohnmächtig sich also viele Aktionäre fühlen mögen - sie werden künftig buchstäblich mehr zu sagen haben. Gut möglich, dass dann auch die Öffentlichkeit goutiert, das Aktionäre einmal Verfechter des Augenmaßes werden.
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(sueddeutsche.de/mel/cmat)
Eurovision Song Contest
Wer genau hinsieht, der erkennt in den letzten Jahren immer deutlicher, dass sich dieses Deutschland längst von Leistung, Wettbewerb und Können verabschiedet hat.
Es ist zu einem Besitzstandsfeudalismus verkommen, in dem die gleichen Prioritäten und Kernkompetenzen wirken, die einst im Monarchismus, im Faschismus und im Stalinismus am Wirken waren. Seilschafts-, Vettern- und Günstlingswirtschaft ist das real-existierende Substrat, mit welchem diese Bundesrepublik Deutschland 20 Jahre nach der Eingliederung der neuen Länder in den Länderverbund der Bundesrepublik bis zum Rand angefüllt und in 2 Schichten gespalten wurde.
Helmut Kohl beginnt in die Geschichte der Deutschen langsam als der Vollender der Spaltung Deutschlands einzugehen. Die Spaltung erfolgte in den Teil der Besitzenden und den Teil der Habenichtse. Lt. Statistischem Bundesamt verfügen 85% aller Privatvermögen. Damit ist die Struktur eines ständischen Feudalstaates vollend hergestellt.
1990 geisterte in unserem Land der Spruch herum: "Jetzt sind wir endlich wieder Herr im eigenen Haus. Jetzt ist oben wieder oben und unten wieder unten, so wie es in einem ordentlichen Land ztu sein hat." Originalzitat eines schwäbischen Unternehmers, der jedoch inzwischen bankrott gegagen ist, weil er sich mit todsicheren Finanzderivaten total verzockt hatte.
Und wir? Was tun wir?
Nun, wir tun das, was Deutsche immer tun, wenn sie die Wahrheit nicht wahrhaben wollen: Sie stecken den Kopf in den Sand, bis ihnen früher oder später Feuer unter dem Allerwertesten gemacht oder das Dach über dem Kopf angesteckt wird. Feurio!
Aber vielleicht ist da ja auch ganz gut so. Friede den Hütten, Krieg den Palästen. Ein sehr alter Satz und einer der zum Epistel über die Menschlichkeit passt, das einst ein gewisser Friedrich II niedergeschrieben hat, bevor es in Frankreich für die damaligen Feudalistgen aufs Schafott ging. Ich bin gespannt, wie sich die Gesellschaft unserer Feudalisten entledigen wird. Denn gebraucht werden diese Höfling, Gecken, Dandys und Cretins von niemandem. Also werden sie beseitigt werden, weil sich kein Leben in Deutschland mehr entfalten kann. Lt. DIW Gutachten zur Vermögensverteilungsfeststellung des Stat. Bundesamtes: Mit dieser Vermögenskonzentration ist eine konjunturelle Belebung überhaupt nicht mehr möglich.
Sonst noch Fragen?
Besser wäre ein verbindliches Gesetz im Aktienrecht.
Noch besser wäre das Konzept der SPD in der Großen Koalition: Alles über 1 Mio im Jahr nicht steuerlich absetzbar.
Beides kombiniert wäre genau das Richtige und führte schnurstracks zu vernünftigen Gehältern. Bei Toyato etwa verdient kein Manager mehr als 500.000 p.a.
Wir reden über die unangessenen Gehälter der Banker!
Jeder der sein Geld auf der Bank hat,
hat sich immer gewundert warum sie so wenig Zins zahlen.
Heute wissen wir warum.
Es wird gebraucht für die obere Etage der Bank.
Wenn es nicht mehr reichte,
wurden die kleinen Bankleute am Schalter und in der Buchhaltung entlassen.
Es wird keine Börsensteuer vom Staat verlangt
im Gegensatz zu der Mehrwertsteuer von 19% die wir zahlen.
Würden sie Börsensteuer zahlen,kämen sofort 20Millionen in den Staatshaushalt.
Sie wären beteiligt am Chaos das sie verursacht haben.
Herr Ackermann ist der beste Freund der Frau Merkel
und der Hauptlobbyist der Banken.
Er gibt vor was zu tun ist.
Merkel tut es dann auch.
Banker haben bis heute keine Einsicht über ihr tun.
Sie wollen eine Neiddebatte sehen.
Gebt bitte den Bankern mehr Verstand!
Sie brauchen viel mehr davon.
Sie sind zu einseitig auf Geld gerichtet.
Das andere fehlt ihnen.
Die Fehlentwicklung, die mit dem Shareholder Value begonnen hat, ist die primäre Orientierung von Unternehmen an der Rendite. Als Folge dieser Orientierung sind die Bezüge der Manager an der Vermehrung der Rendite für die Kapitaleigner bemessen worden. Diese Entwicklung führte auch dazu, das die Mitarbeiter der Unternehmen nur noch als austauschbare Human Ressourcen betrachtet wurden. Verantwortung für Mitarbeiter zu übernehmen war nicht mehr gefragt. Nachhaltiges Wirtschaften mit Menschen, die Freude an ihrer Arbeit haben und die sich deshalb engagieren wollen, ist nicht mehr gefragt.
Dies ist die eigentliche Fehlentwicklung. Diese wird nicht dadurch rückgängig gemacht, dass die Kapitalgeber einen größeren Einfluss bei der Gestaltung der Managerbezüge erhalten. Die gleichberechtigte Mitwirkung von Mitarbeitern, Management und Kapital sollte wiederentdeckt werden.
Da ist sie ja endlich wieder, diese unseelige Neid-Debatte. Soll damit lediglich eine Diskussion angezettelt werden? Immerhin ist es doch so, dass Kleinaktinäre bei den Abstimmungen so gut wie überhaupt keine Chance haben, sich durchzusetzen! Selbst wenn Akionärsschützer sich in die Diskussion einschalten. Die institutionellen Anleger mit ihrer großen Aktien-Mehrheit werden (fast) jedes Gehalt durchwinken. Ob das etwas mit Verbitterung zu tun hat, ist sehr die Frage. Hinzu kommt, dass die Aufsichtsräte die Verträge mit den Managern aushandeln. Da wird kaum die Möglichkeit bestehen, die Aktionäre vorher zu fragen. Wie dilletantisch derartige Verträge ausgehandelt wurden und werden, zeigt die jüngste Geschichte, wo selbst miserabelstes Mangement mit hohen Bonis oder Abfindungen "belohnt" wurden. Da hilft auch der Hinweis, dass Bonis nichts mit Gehältern zu tun haben, wenig.
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