Erst runter, dann aber richtig rauf: Die Börsianer haben hektisch auf die Chrysler-Verkaufsmeldung reagiert. Denn zunächst war unklar, was mit den Chrysler-Pensionsverpflichtungen passiert.

Die Aktien von DaimlerChrysler haben am Montag mit kräftigen Kursbewegungen auf die Bekanntgabe des Chrysler-Verkaufs von 80,1 Prozent an eine Cerberus-Tochter reagiert. In einer ersten Reaktion gaben die Titel einen Teil ihrer frühen Gewinne ab und fielen bis auf 62,82 zurück.

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Gegen 11.30 Uhr legten sie um 5,18 Prozent auf 63,75 Euro zu - zeitweise stiegen sie bis auf 65,34 Euro. Der Dax gewann unterdessen 0,23 Prozent auf 7.496,72 Zähler.

"Kurz nach der Mitteilung hatte der Markt befürchtet, dass die Pensions- und Gesundheitskosten bei Daimler verbleiben - aber Cerberus übernimmt ja den größten Brocken", erklärte ein Händler die Kursschwankungen.

Dem schloss sich Robert Heberger, Analyst bei Merck Finck, an. "Ein Verkauf wurde erwartet, dass die Pensions- und Gesundheitskosten mit in das Paket einfließen, wurde gehofft und nun reagiert der Kurs auch positiv", sagte der Experte. Genauere Details erhofft er sich von der anstehenden Pressekonferenz.

"So wie der Deal jetzt gelaufen ist, ist er eigentlich perfekt", fasste ein Händler zusammen. Daimler sei Chrysler mehrheitlich los und es sei dabei nicht mehr wichtig, ob einige Investoren beim Verkaufspreis mehr erwartet hatten.

Auch er hob als wichtigsten Punkt den Wegfall des großen Kostenblocks hervor. "Daimler ist nur noch Minderheitsaktionär - das wurde auch mehr oder weniger erwartet.

Damit gibt es für den Konzern keine Verpflichtungen mehr, sondern nur noch ein Investment-Risiko", so der Börsianer. Auch die für das laufende Geschäftsjahr erwartete Belastung von drei bis vier Milliarden Euro falle nicht schwer ins Gewicht. "Deutliches Kurspotenzial sehe ich kurzfristig allerdings nicht - viele sind um die 50 Euro eingestiegen und machen jetzt erst einmal Kasse".

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(dpa-AFX)