Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat im ersten Quartal einen Verlust von gut 1,3 Milliarden Euro geschrieben - fast drei Mal so viel wie erwartet.

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat im ersten Quartal im Zusammenhang mit der Kreditkrise 5,3 Milliarden Franken (rund 3,3 Milliarden Euro) abschreiben müssen und kommt unter dem Strich auf einen Verlust von umgerechnet 1,34 Milliarden Euro. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Quartalsverlust von 536 Millionen Euro gerechnet, wobei die Prognosen weit gestreut waren.

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Ein Jahr zuvor hatte die zweitgrößte Bank der Schweiz noch einen Quartalsgewinn von 1,70 Milliarden Euro erzielt. Die Abschreibungen fielen nach Angaben der Bank vom Donnerstag überwiegend im Bereich der Übernahmefinanzierungen und bei strukturierten Produkten an. Rote Zahlen im ersten Quartal hatte die zweitgrößte Schweizer Bank bereits angekündigt.

Neugeldzufluss leicht über Erwartungen

Zufrieden zeigte sich Konzernchef Brady Dougan mit dem Vermögensverwaltungsgeschäft. Der Bank floss Netto-Neugeld über 8,4 Milliarden Euro zu, das hauptsächlich aus der Schweiz und Amerika gekommen sei. Das war etwas mehr als zuvor prognostiziert worden war. Das Netto-Neugeld aus der Schweiz lag bei 3,3 Milliarden Euro.

Abgesehen der von der Kreditkrise unmittelbar betroffenen Aktivitäten hätten die meisten Geschäftsbereiche gute Ergebnisse erzielt. Das Investment Banking des Konzerns kam auf einen Quartalsverlust vor Steuern von 2,2 Milliarden Euro, während das Private Banking - das das Schweizer Vollbankgeschäft einschliesst - einen Vorsteuergewinn von 0,8 Milliarden Euro erzielte, der um acht Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert lag.

Die Märkte seien im März sehr schwierig gewesen, sagte Dougan weiter. Im April hätten sich die Dinge stabilisiert. Er warnte jedoch vor zu großen Hoffnungen, die Lage bleibe unsicher. Das Licht, das manche am Ende des Tunnels zu erblicken glaubten, habe sich schon so manches Mal als entgegenkommender Zug erwiesen.

Die der Kreditkrise unterliegenden Risikopositionen hat die Bank durch die Wertberichtigungen aber auch durch Verkäufe reduziert. In der Übernahmefinanzierung, dem sogenannten Leveraged Finance, sank die Position auf 13 Milliarden Euro von 21,9 Milliarden Euro Ende Jahr.

Bei den Verbriefungen auf Geschäftshypotheken sank das Volumen in den Büchern der Bank auf 12,1 Milliarden von 16,2 Milliarden Euro. Im Bereich der Wohnbauhypotheken sind es noch 3,4 Milliarden nach bisher 5,4 Milliarden Euro, wobei die Subprime-Positionen lediglich eine 0,6 Milliarden Euro ausmachen.

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(sueddeutsche.de/Reuters/hgn/mel)