Der Kassenbon im Supermarkt wird immer kürzer und der Betrag, der unten als Summe steht, immer höher: Das Problem Inflation. Teil zwei der Miniserie "Crashkurs".
Die Regierung spricht von zwei bis drei Prozent Inflation. Wir persönlich haben eher den Eindruck, als seien es zehn Prozent. Woher kommt der Unterschied? Wieso gibt es offiziell kaum Inflation, und dennoch haben wir immer weniger im Geldbeutel und müssen immer mehr für die Dinge des täglichen Bedarfs ausgeben? Sie kennen das: Der Bonzettel im Supermarkt wird zwar immer kürzer, der Betrag, der unten als Summe steht, aber immer höher. Und dennoch haben wir angeblich kaum Inflation. Wie geht denn das? Machen wir doch einmal die Windmaschine an! Was ist eigentlich Inflation?
Wenn die Inflation steigt, bleibt immer weniger Geld im Portemonnaie. (© Foto: dpa)
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("...") Unser Wirtschaftssystem ist auf Verschuldung angelegt, auf Konsumieren und Investieren, bevor die eigentliche Leistung erbracht wurde. Also wird einfach mehr Geld herausgegeben, als Wirtschaftsgüter existieren. Der Staat nimmt zum Beispiel einfach mal aus dem Nichts heraus neue Schulden auf (schafft also de facto neues Geld), um Straßen zu bauen.
In der Hoffnung, dass auf diese Weise neue Arbeitsplätze entstehen und dann mehr Menschen Steuern zahlen, mit denen die Schulden wieder zurückgezahlt werden können. So kann man die Wirtschaft ankurbeln, indem man ein wenig Inflation herbeiführt. Denn zunächst einmal gibt es ja etwas mehr Geld, als es echte Wirtschaftsleistung gibt. Die entsteht erst, wenn die Arbeitsplätze später wirklich geschaffen werden und die Straßen gebaut werden.
Das Problem mit den Zinsen
Allerdings sorgt unser System dafür, dass dies von Jahr zu Jahr neu geschieht. Immer mehr Verschuldung, um immer wieder neu die Wirtschaft wachsen zu lassen. Das wäre so weit kein Problem, wenn wir nicht den Zins und Zinseszinseffekt hätten. Denn von Jahr zu Jahr wachsen der Schuldenberg und die Zinslast. Also muss der Staat immer mehr Geld neu schaffen (Kredit aufnehmen), von dem ein immer größerer Teil nicht mehr zur Stimulierung der Wirtschaft, sondern zur Bedienung der Zinsen verwendet wird.
Diese Zinsen, die gezahlt werden, fördern aber nicht die Wirtschaft, sondern werden zu immer größeren Vermögen bei einigen wenigen gehortet. Also steht der Geldvermehrung keine gestiegene Wirtschaftsleistung gegenüber. ("...") Das Ergebnis ist Inflation!
Seit Jahrzehnten wurde an den Universitäten eine ganz einfache Methode zur Berechnung der Inflation gelehrt:
Geldmengenwachstum minus Wirtschaftswachstum = Inflation
Jetzt kommen wir langsam zu des Pudels Kern:
Geldmengenwachstum (M3) in der Bundesrepublik 2007: zirka 12 Prozent abzüglich Wirtschaftswachstum in der Bundesrepublik 2007: zirka 2,2 Prozent ergibt Inflation 2007: zirka 9,8 Prozent
Das entspricht schon eher meiner angeblich so falschen "gefühlten Inflation"! Hat mein Bauchgefühl - vielleicht sollte ich sagen: mein "gesunder Menschenverstand" - vielleicht doch recht!?
Wenn der Bürger für besonders blöd verkauf wird
Die Abgeordnetendiäten stiegen im Jahr 2007 um 9,4 Prozent. Beeindruckende Parallele! Da konnten wohl doch ein paar Leute rechnen ... Zumindest, wenn es um den eigenen Geldbeutel geht. Aber der Bürger wird mal wieder für besonders blöd verkauft! Dem erzählt man allen Ernstes, die Inflation läge bei zwei bis drei Prozent, und er wäre nur zu dumm, das zu verstehen, weil er halt nur die "gefühlte Inflation" spürt und die "großen, schwierigen" Zusammenhänge nicht versteht. Da kommt mir die Galle hoch!
In der Tat wurden diese angeblich großen und schwierigen Zusammenhänge nur zu einem einzigen Zweck geschaffen: als Nebelkerze, um den Bürger zu verschaukeln. Im Einzelnen funktioniert diese Nebelkerze übrigens ganz einfach: Man bildet einen sogenannten "Warenkorb". Klingt ja auch logisch. Warenkorb kennen Sie: Das ist das Teil im Supermarkt, in das Sie all die Dinge Ihres täglichen Bedarfs tun. Und genau so, wie am Einkaufswagen immer die Rolle am rechten Vorderrad klemmt und die eingeworfene Ein-Euro-Münze nicht mehr herauskommt (scheint ein Naturgesetz zu sein), klemmt es auch am bundesdeutschen Warenkorb. Da kommt einfach alles rein, was der Bürger (angeblich) braucht. Dann schauen wir, wie sich diese Preise verändern.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wie der Trick mit dem Warenkorb funktioniert.
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- Euphorie und Angst in Bildern Dirk Müller, das Gesicht der Börse 23.01.2008
- Übermäßige Staatsschulden Die Papiergeldkönige 03.01.2009
- Geldentwertung 2008 Höchste Inflation seit 14 Jahren 30.12.2008
- GfK-Studie Inflation frisst Wohlstand auf 16.12.2008
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Ja, genau. Das habe ich mir auch schon so gedacht.
Vermutlich ist der "Standardwarenkorb" der Inflationsrechnung auch der Grund für die derzeitige Krise der Milchbauern.
Eigentlich wäre es ja egal, ob der Liter Milch jetzt 20 oder 40 Cent kostet. So viel Milch trinkt sowieso kaum einer, dass das auffällt. Es ist eh eine Schande, dass Milch billiger ist als Benzin.
Aber Milch ist sicher ein sehr wichtiger Bestandteil dieses Inflationswarenkorbs.
Wenn man den Preis der Milch drückt, kann man mit wenig Aufwand schön niedrige Inflationszahlen produzieren.
..so manch einmal dünkt mich der Verdacht, als ob hier Angestellte und deren Praktikanten von Staatssekretären und deren Lobbyisten unseres Wirstschaftministeriums hier schreiben ..
das liest sich dann schlussendlich übersetzt so !
ORiGINAL !
"Aber zum Glück kann das ja jeder die Inflation für sich selber bestimmen. Das statistische Bundesamt hat unter "Persönlicher Inflationsrechner" ein Tool auf der homepage bei dem jeder seine Gewichtung im Warenkorb selbst zusammenstellen kann"
ÜBERSETZUNG!
"Aber zum UnGlück kann ja keiner die Inflation für sich selber bestimmen. Das satirische Bundesamt hat unter "Persönlicher Inflationsgier " ein RechnerTool auf der Homepage bei dem jeder seine Wichtigkeit im Warenkorb Deutschland selbst zusammenstellen kann: .."
als Ergebnis kann man sich dann aus....lachen
". Also muss der Staat immer mehr Geld neu schaffen (Kredit aufnehmen), von dem ein immer größerer Teil nicht mehr zur Stimulierung der Wirtschaft, sondern zur Bedienung der Zinsen verwendet wird.
Diese Zinsen, die gezahlt werden, fördern aber nicht die Wirtschaft, sondern werden zu immer größeren Vermögen bei einigen wenigen gehortet. "...
.. also "bei einigen wenigen" das hab ich jetzt mitbekommen aber wer sind dennn diese Glaübiger der Staaten eigentlich ..
das ist mir allles ein wenig sehr paradox .. vielleicht kann mir mal jemand dabei helfen deis zu verstehen ??
Das Problem ist doch ganz einfach, daß die FED nur auf die US Wirtschaft kuckt und nicht auf die Weltwirtschaft. Aber was ist schon der Unterschied zwischen 9% Wirtschaftswachstum in China und 9% Wirtschaftswachstum in den US, wenn man einen globalen Markt hat? Jetzt haben wir Überkapazitäten, wie Ende der 20er, diesmal aber ohne jede Not herbeigeführt.
...und die deshalb angestrebte 0% Inflation, die den Geldumlauf immer wieder behindert und somit die eruptiven Schwankungen des Marktes (Krisen) verursacht!
Die Wahrheit ist, dass eine moderate und von den Zentralbanken angekündigte Inflation von ca. 4 - 5% allemal besser wäre als das andauernd drohende Damokles Schwert der Krise, da sich bei leichter Inflation eben der Geldumlauf stablisieren würde.
Eine stark deflationäre Marktsituation bevorzugt den Geldbesitzer (Nachfrager) und eine stark inflationäre Marktsituation bevorzugt den Warenbesitzer (Anbieter). Da Waren und Dienstleistungen nicht gehortet werden können, liegt das "Gleichgewicht" zwischen Deflation und Inflation eben eher bei 4% als bei 0% Inflation.
Aufgrund einer moderaten Inflation von 5% könnten die Anbieter sicher sein, dass die Nachfrager ihr Geld stetig zum Markt tragen. Die Zinsgewinnler wären wieder gezwungen, für ihren Lebensunterhalt arbeiten zu gehen!
Gruß Balldieb
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