Von Oliver Herwig

Ob auf Briefkarten, Visitenkarten oder spektakulären Bauten: Unternehmen finden zahlreiche Wege ihre Marke zu präsentieren.

BMW macht es, BP, Issey Miake, Benetton und Starbucks ebenso. Große Marken feilen an ihrem Erscheinungsbild wie Models an ihren Nägeln. Sie tüfteln an Briefköpfen und Visitenkarten, am Logo und der Hausschrift. Kein Wunder, dass auch Architekten am Geschäft mit der Marke beteiligt sind. Corporate Architecture ist ein globales Geschäft, ein ziemlich gutes sogar, denn nur wenige beherrschen die Kunst, Markenbilder in die dritte Dimension zu übertragen. Dafür liefern sie spektakuläre Bauten.

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Shoppen als Showeinlage

Das Büro Coop Himmelb(l)au lässt die BMW-Markenwelt über dem Mittleren Ring als stählerne Gewitterwolke niedergehen, Delugan Meissl stemmt für das Porsche-Museum tonnenweise gezackten Beton in die Luft, und selbst Architekturphilosoph Rem Koolhaas schuf für Prada New York den ultimativen Laden: Shoppen als Showeinlage in einer hölzernen Arena, halb Halfpipe, halb Boxring. Die Besten sind gerade gut genug für die Inszenierung. Wenn es dabei eine goldene Regel gibt, dann diese: Du sollst nicht langweilen.

Markenarchitektur ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Bereits Peter Behrens schmiedete im Jahr 1907 als künstlerischer Beirat der AEG das Erscheinungsbild der Firma, Richard Rogers packte den Londoner Versicherer Lloyd's in eine Raffinerie mit Röhren und Zuleitungen, und die Künstler- und Architektengruppe SITE entwarf Einkaufszentren als schockierende Ruinen.

Du sollst nicht langweilen

Mal fehlte eine ganze Ecke, mal schien das Mauerwerk über dem Eingang einzubrechen. Alles ist erlaubt, Hauptsache, die Leute schauen hin. Kein Wunder, dass viele Kulturkritiker Labels als Religionen unserer Zeit brandmarken.

Corporate Architecture ist ein Erfolgsmodell der Moderne. Immer mehr Bereiche werden gestalterisch durchgemodelt. Und die Ansprüche steigen. Was vor 30 Jahren noch die Ausnahme bildete, ist längst Standard. Kaum eine Firma, die nicht an neue Showräume denkt, an glitzernde Pavillons oder eine repräsentative Konzernzentrale.

Bauen ist Kommunikation

Der Überbietungswettkampf formt die Sprache ihrer Gestalter. Hamburgs Star-Architekt Hadi Teherani, der unter anderem für die Deutsche Vermögensberatung AG sowie die Münchner Vertretung des Rückversicherers Swiss Re baute, untermauert seinen gestalterischen Anspruch mit Marketingfloskeln: "Traditionelle Formen der Kundenansprache genügen nicht mehr, um sich auf einem globalen Marktplatz zu behaupten."

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