Selbstkritische Worte eines Commerzbank-Managers: Die Banken hätten Anleger oft falsch beraten. Aber Achim Kassow wundert sich auch über die Kunden.
Viele Privatkunden trauen sich derzeit nicht, ihre Geldanlagen neu zu strukturieren, obwohl es oft nötig wäre. Die Banken tragen daran eine Mitschuld, sagt Achim Kassow, Vorstand Privat- und Geschäftskunden bei der Commerzbank. Man habe zu oft Renditeberatung statt Anlageberatung geleistet.
Commerzbank-Vorstand Achim Kassow sagt selbstkritisch: "Die Kunden wünschen sich noch mehr Beratungsqualität." (© Foto: oh)
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SZ: Herr Kassow, können die Menschen nach allem, was passiert ist, den Banken noch vertrauen?
Achim Kassow: Sie können, und sie tun es auch. Zwar haben Kunden heute ein kritischeres Bild von den Banken allgemein. Aber aus unseren aktuellen Befragungen wissen wir, dass fast 80 Prozent der Kunden ihrer Hausbank vertrauen. Wenn es eine langfristige Vertrauensbeziehung zum eigenen Berater gibt, dann trägt das durch die Krise. Für das Vertrauen in die Branche hat die Regierung viel getan. Als Bankkunde muss man sich in Deutschland um seine Ersparnisse keine Sorgen machen.
SZ: Verliert die Commerzbank aufgrund der Verunsicherung Kunden?
Kassow: Im Gegenteil: Wir haben im ersten Quartal sowohl bei der Dresdner als auch bei der Commerzbank unter dem Strich Kunden hinzugewonnen, insgesamt 58.000.
SZ: Woher kommen die Kunden?
Kassow: Seit Jahren ist der Marktanteil der öffentlich-rechtlichen Banken im Privatkundengeschäft rückläufig.
SZ: Das Sparkassenlager wirft der Commerzbank vor, sie nutze die Staatshilfe, um den Sparkassen mit marktfernen Konditionen Kunden abzujagen.
Kassow: Die Argumentation ist sehr durchsichtig. Da die Kapitalverstärkung eine sehr kurze Geschichte hat, der Marktanteilsverlust der Sparkassen aber eine jahrelange, sehe ich da keinen Zusammenhang. Entscheidend ist: Die Commerzbank ist für Kunden attraktiv.
SZ: Es gab aus dem Sparkassenlager den Vorschlag, Banken, an denen der Staat beteiligt ist, einen Preiskorridor für Zinskonditionen vorzugeben. Was halten Sie davon?
Kassow: Das würde ja heißen, dass man auch den Sparkassen einen Preiskorridor vorgeben müsste, denn sie sind zum Großteil im Besitz der Kommunen. Da zeigt sich: Preisregulierung nützt einem Marktführer mit sinkenden Marktanteilen - also hier den Sparkassen -, weil sie den Wettbewerb reduziert. Ein Kundeninteresse sehe ich nicht.
SZ: Sie wollen also den Sparkassen weitere Marktanteile abjagen?
Kassow: Ja. Aber Vorrang hat zunächst die Integration der Dresdner Bank. Wir übernehmen rund fünf Millionen Privatkunden und verdoppeln dadurch unseren Marktanteil. Diese Kunden brauchen eine neue Heimat.
SZ: Wie groß ist die Gefahr, dass Dresdner-Kunden sich von der Commerzbank abwenden, weil zwei unterschiedliche Bankenkulturen zusammengeführt werden?
Kassow: Nur ein einstelliger Prozentbereich ist sowohl Kunde bei der Dresdner als auch bei der Commerzbank. Es gibt gute Gründe, weshalb sich Kunden für das eine oder das andere Haus entschieden haben. Deshalb werden wir die Integration in einem längeren und abgestuften Prozess durchführen.
Im zweiten Teil: Warum Achim Kassow einen Finanz-TÜV für Bankprodukte sinnvoll findet - und welche Gefahren er bei einer Umkehr der Beweislast bei der Bankberatung sieht.
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Debatte über Urheberrecht
Zitat Kassow "Für das Vertrauen in die Branche hat die Regierung viel getan."
Toll Herr Kassow, wäre das nicht eigentlich Ihr Job gewesen?
Zitat Kassow "Die Kunden wünschen sich noch mehr Beratungsqualität."
Herr Kassow, auch hier machen Sie einen schlechten Job, Sie verwechseln Ehrlichkeit mit Qualität. Wenn Ihre Bankberater ehrlich beraten und dann auch noch qualitativ gut, dann sind Sie eine Spitzenbank.
Aber so lange Ihre Bankberater evtl. auch qualitativ gut beraten aber nicht ehrlich, kann dem Kunden, der sich auf Ihren Bankberater verlässt, die Qualität ziemlich egal sein.
Kunden der Banken leiden natürlich unter der gleichen Gier wie die Bankenmanager. Deshalb gehen sie auch bewußt Risiko und sind dann total entsetzt, wenn es schief geht. Käufer von Zertifikaten, Derivaten, die meisten Fondpapiere, Warentermingeschäften, Hedgefondpapieren und wie sie alle heißen, haben zunächst einmal selber Schuld. Ich würde solchen Leuten auch bei Vorlage von Hochglanzprospekten von Banken daher keinesfalls zugestehen, dass sie unschuldig sind. Das ist Gier, will nur niemand wahrhaben.
"Da die Kapitalverstärkung eine sehr kurze Geschichte hat ... "
Seit wann bitte sind Spareinlagen dem Eigenkapital zuzurechnen?!?! Denn darum geht es ja in der ganzen Diskussion um die Wackelkanditaten unter den Banken.
Es ist sagenhaft, welche gezielte Fehlinfo von diesem unmöglichen Menschen ausgeht.
Wer eine Bank betritt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass er keine Beratung erhält, sondern ein Verkaufsgespräch!
Bänker sind keine Berater, sondern Verkäufer.
Kunden wollen in erster Linie Kontinuität? Ich will einfach nicht ver'***ht werden und einen Ansprechpartner, dem ich nicht als Bittsteller gegenüber treten muss. Bei der hiesigen Commerzbank kann man danach lange suchen.