Die geplante Rentenerhöhung wird den Bundeshaushalt im Jahr 2011 mit rund zwei Milliarden Euro Mehrkosten belasten. Die Kosten sollten je zur Hälfte vom Bundessozialministerium und aus dem Gesamthaushalt aufgebracht werden.
Welche Summe genau anfällt, werde sich bis 2011 zeigen, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Der Sprecher des Sozialministeriums, Stefan Giffeler, sagte, dass sich die beteiligten Ministerien inzwischen abschließend über alle strittigen Detailfragen der zum 1. Juli geplanten Rentenerhöhung um 1,1 Prozent geeinigt haben.
Bild vergrößern
Arbeitsminister Scholz erhöht die Rente. (© Foto: dpa)
Anzeige
Die Bundesregierung hatte unmittelbar zuvor einen internen Streit über die Rentenpläne von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) endgültig beigelegt. Die Staatssekretäre der beteiligten Ministerien klärten in Berlin die letzten Details, um die zum 1. Juli geplante Rentenerhöhung um 1,1 Prozent umzusetzen, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag.
Nach einer Intervention von Finanz- und Wirtschaftsministerium sowie des Kanzleramts hatte Scholz für das Treffen eine neue Beschlussvorlage erarbeitet.
Damit ist der Weg frei, um das Vorhaben am Dienstag in der vorgezogenen Kabinettssitzung zu verabschieden. Am selben Tag sollen auch die Koalitionsfraktionen darüber beraten. Um die Sonder-Rentenerhöhung zu ermöglichen, wird der Riester-Faktor für zwei Jahre außer Kraft gesetzt, mit dem die Senioren in 2008 lediglich ein Plus von 0,46 Prozent erhalten würden.
Anders als ursprünglich geplant soll die Rücklage der Rentenkasse nicht auf 2,5 Monatsausgaben aufgestockt werden müssen. Dies hätte bis 2014 gedauert, so dass auch erst dann die Rentenbeiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber hätten sinken können.
Die Reserve soll nun lediglich bis zum bisher bereits geltenden Sollwert von 1,5 Monatsausgaben aufgefüllt werden. Die Beiträge sollen in der Folge bereits im Jahr 2012 von 19,9 auf 19,5 Prozent sinken und 2013 auf 19,1 Prozent. Ab 2018 soll der Beitragssatz wieder ansteigen.
Für die Rentner bedeutet der Beschluss allerdings Anfang des nächsten Jahrzehnts deutlich geringere Rentensteigerungen, da die ausgesetzten Kürzungen nachgeholt werden sollen und weitere Dämpfungsfaktoren in Kraft treten. So können ihre Bezüge nach Angaben aus Koalitionskreisen 2011 lediglich um 0,3 Prozent, 2012 um 0,7 und 2013 um 1,1 Prozent erhöht werden.
- Minister beenden Rentenstreit Regierung legt Rentenstreit bei 02.04.2008
- Rentenstreit Regierung sucht nach Lösung 01.04.2008
- Rentenerhöhung Kabinett zieht Entscheidung vor 01.04.2008
- Rentenerhöhung Richtig teuer 28.03.2008
(sueddeutsche.de/Reuters/AP/jkr/mel)
DFB-Pleite gegen die Schweiz
"1970 betrug die Summe der Sozialbeiträge 26,5% ..."
Genau das ist der Punkt. 1970 war die SUMME der Sozialbeiträge 26,5%. Heute sind alleine die Rentenbeiträge bei 20%, dazu nochmal 15% für die Gesundheitskasse, und ein paar Prozente für Arbeitslosenversicherung etc. Und die 15% für die Gesundheitskasse sind ja auch nichts anderes als versteckte Rentenbeiträge, denn in der Regel sind ältere Menschen nunmal öfters beim Arzt ...
Ich will damit nur sagen, dass die Belastungen heute wesentlich höher sind als früher, und da muss man auch den Rentnern klar machen, das wars, die Party ist aus ...
Onkel S.
Die Bundeszentrale für politische Bildung hilft weiter:
http://www.bpb.de/files/89S92C.pdf
1970 betrug die Summe der Sozialbeiträge 26,5%, der Spitzensteuersatz wurde bei einem Einkommen von 110.000 DM fällig. Der Durchschnittsverdienst lag zu dieser Zeit bei 13.000DM, Steuern wurden ab 1.680/Jahr (19% Eingangssatz) erhoben. Siehe u.a. http://www.flegel-g.de/brutto_entgeld.html sowie http://www.steuermix.de/e107_plugins/roll_mini/roll.php?&card_id=135
1970: Man war steuerlich erst "reich" und zahlte Spitzensteuer, wenn man das 10-fache des Durchschnittsverdienstes erhalten hat. Der Normalverdiener lag mit seinen 13.000DM Bruttojahreseinkommen etwa bei 23% Spitzensteuersatz zuzüglich etwa 14% Eigenanteil an Sozialversicherungen. Was etwa 37% Grenzabgabenlast ergibt. Bzw. gestattet, von 100 DM Weihnachtsgeld 63DM auszugeben.
Heute beginnt der Spitzensteuersatz bereits ab 52.000 und damit weniger als dem doppelten des Durchschnittsverdienstes von 30.000 Euro. Der Spitzensteuersatz dieses Normalbürgers liegt etwa bei 32%, zuzüglich Sozialversicherungsbeiträge von etwa 20%. Wodurch von 100 Euro Weihnachtsgeld nur noch 48 Euro ausgegeben werden können.
Noch Fragen wo die Binnenkonjunktur steckt?
Macht mich nur rot, dann wandere ich nämlich gleich aus, und zahle die nächsten 40 Jahre keine Beiträge mehr in dieses marode Rentensystem ein. Im Gegensatz zu Euch Rentnern bin ich nämlich noch mobil, und Mieter für eure überteuerten Mietwohnungen findet ihr dann auch nicht mehr ;-)
Der letzte macht das Licht aus ...
Onkel S.
@Legis: "Gott sei Dank war Norbert Blüm anwesend. Der die Ungerechtigkeit dieses Systems - ob es das Gesundheitssystem oder das Rentensystem ist - aufgezeigt hat. "
Norbert Blüm war das nicht der Maurer, der nicht rechnen kann und uns erklären wollte, daß die Rente sicher sei ? Der hat wohl seinen Einsatz verschlafen. Verzockt das ganze Geld aus den Rentenkassen und redet jetzt von Ungerechtigkeit. Diese Bande gehört geschlossen vor Gericht wegen Dummheit im Dienst.
Mich würde mal interessieren, wie hoch vor 30 Jahren eigentlich der Rentenbeitrag war. Ich glaube nicht wie heute bei insgesamt 20% ...
Naja, die Zeiten mit 4 Fernreisen zwischen jedem Arztbesuch ist für unsere Silber-Generation nun vorbei ...
Onkel S
Paging