Die Regierung plant eine Reform des Glücksspielwesens: Die Auflagen sollen deutlich strenger, Gewinne und Verluste an Automaten begrenzt werden. Das soll besonders Jugendliche vor Spielsucht schützen.
Auf die mehr als 10.000 Spielhallen in Deutschland kommen zahlreiche neue und strenge Auflagen zu. Die Bundesregierung will die Gewinne und Verluste an den Glücksspiel-Automaten begrenzen und plant weitere Einschränkungen. Das geht aus einem Schreiben der beiden Ministerien für Wirtschaft und für Verbraucherschutz an die Bundesländer hervor, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Mit diesen verhandelt die Regierung derzeit über eine Reform des Glücksspielwesens. Das Wirtschaftsressort ist zuständig für die Spielhallen und stimmt sich mit den anderen Ressorts ab.
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Auf die Betreiber von Glückspielautomaten kommen deutlich strengere Auflagen zu. (© dapd)
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Die vorgesehenen Eingriffe sollen das Automatenspiel unattraktiver machen und dazu beigetragen, dass weniger Menschen der Spielsucht anheimfallen. Wissenschaftler schätzen die Zahl derjenigen, die suchtgefährdet sind und im schlimmsten Fall Haus und Hof verzocken , auf mehrere hunderttausend in Deutschland. Die Bundesländer, die Casinos und Lotterien betreiben, haben ihre eigenen Spielstätten und Angebote bereits streng reglementiert. Nun drängen die Länder darauf, dass dies auch bei den privaten Spielhallen geschieht. Hiefür ist der Bund zuständig.
Die Regierung plant nunmehr elf konkrete Maßnahmen. Der zulässige Höchstverlust an Automaten soll von 80 auf 60 Euro pro Stunde gesenkt werden, der Höchstgewinn von 500 auf 400 Euro. Das und weitere Auflagen sollen dazu führen, dass die durchschnittlichen Verluste von 33 auf 20 Euro pro Stunde sinken. Außerdem sollen in den Gaststätten höchstens noch zwei statt wie bisher drei Automaten aufgestellt werden dürfen. Diese Geräte müssen dann "so gesichert werden, dass sie nicht von Jugendlichen bespielt werden können".
So steht es in dem Brief von Wirtschaftsstaatssekretär Bernhard Heitzer und Staatssekretär Robert Kloos aus dem Verbraucherschutz-Ministerium an die Regierung von Sachsen-Anhalt, die derzeit bei den Ländern der federführende Ansprechpartner für das Thema ist. Heitzer und Kloos verweisen auch darauf, dass die Berliner Regierungskoalition den Städten und Gemeinden helfen wolle, "die Ansiedlung von Spielhallen besser und effektiver zu steuern". Die Kommunen drängen seit langem auf bessere Möglichkeiten, solche Spielstätten zu verbieten.
Mit den Auflagen bleiben die beiden Ministerien hinter den Forderungen der Drogen-Beauftragten der Bundesregierung zurück, der FDP-Politikerin Mechthild Dyckmans. Sie verlangt, die Automaten ganz aus den Kneipen zu verbannen. Dort sei der Jugendschutz nicht gewährleistet, sagt Dyckmans. Die Drogen-Beauftragte drängt außerdem auf höhere Bußgelder für Spielhallen-Betreiber, die gegen die Auflagen verstoßen. Darüber hinaus will Dyckmans die Spielhallen für jene Gäste sperren lassen, die besonders anfällig für das Zocken sind.
Obwohl die Auflagen nicht so streng ausfallen, wie von Dyckmans gefordert, ist die Automatenbranche trotzdem in Aufregung. In der Branche ist von "heftigen Einschnitten" die Rede, die das Geschäft massiv erschweren würden. Branchenführer Paul Gauselmann hat den Ländern wiederholt vorgehalten, sie wollten ihre eigenen Lotterien und Casinos vor Konkurrenz schützen, und drängten deshalb beim Bund auf strenge Auflagen für die privaten Spielhallen.
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(SZ vom 01.04.2011/wolf)
Verkehrssünderdatei in Flensburg
Spielautomaten können leicht süchtig machen. Ich gebe zu, daß ich leider auch häufiger hinging. Es geht dabei eigentlich nicht per se um die Gewinnerwartung. Es geht u.a. um die Ablenkung von anderen Problemen.
Hierbei ist es auch wissenschaftlich erwiesen, daß Spieler während des Spiels Glückshormone ausstoßen, welche mit Drogenkonsum vergleichbar ist. Wenn ich 1 Stunde spielen war, bin ich hochzufrieden wenn ich kein Geld verloren/ gewonnen habe. Es geht zum Großteil nur um die Befriedigung der Sucht. Ich verdiene gutes Geld, daher wären die Gewinne für mich auch nicht gerade überzeugend.
Die Spielindustrie arbeiten jedoch mit allen Tricks. Suggestive Musik, häufige Beinah-Gewinne ("Wenn lediglich da noch ein Cowboy wäre...") etc.
Die Politik hat es nicht fertig gebracht bspw. die Gewinne zu beschränken. Der Trick der Spielindustrie ist alles in Punkte um zu rechnen. Daher kann man auch über 1000,- Euro in einer Stunde gewinnen. Bei der Umwandlung in den "Geldspeicher" können jedoch nur 500,-/Stunde umgebucht werden.
Ich wohne in der Münchner Innenstadt und bin ich genervt, daß ich hier ständig an einem Spielcasino vorbeigehen muß. Diese Läden gehören in die Außenbezirke verbannt! Dies würde es Spielsüchtigen ermöglichen leichter davon wegzukommen.
Auf diese Reform bin ich gespannt!
Vermutlich kommt wider der Berg und die Maus ins Spiel!
Wenn ich mir eure Kommentare hier so durchlese, waren 90% von euch wohl noch nie in einem solchen Laden! Ein Großteil der Spieler spielt zum Vergnügen. Sie gehen in ihrer Freizeit lieber 20€ verspielen, als diese zu versaufen. Darüber hinaus ist es auch nicht das Spielen, welches süchtig macht. Der Spieler hat eine Gewinnerwartung und diese macht häufig verzweifelten Menschen Probleme. An diesem Problem arbeiten die Betreiber seit geraumer Zeit. Infoboschüren und Telefonnummern an den Automaten, ... Die Branche tut viel aus Eigeninitiative für den Spielerschutz. Die in diesem Artikel benannte Regelmentierung der Spielbanken meint die Sperrlisten der Spieler. Auf diese wird ein Spieler allerdings nur gesetzt, wenn er sich da FREIWILLIG eintragen lässt. Diesen "Service" zum Spielerschutz findet man auch in jeder halbwegs gut geführten Spielothek - wenn ein Gast möchte, dass die Betreiber ihm das Spielen verbieten, werden diese seinen Wünschen nachgehen. Es fehlt lediglich eine einheitliche Liste, die in jedem Laden abgerufen werden kann.
Das es von diesen Läden trotzdem zuviele gibt steht außer Frage. Dies ist allerdings eine wohl eher negative Folge der Beschränkungen. Spielotheken mit Ihren maximal 12 Automaten stoßen sehr schnell an ihre Grenzen, sodass sich viele von diesen kleinen Läden rentieren. Die Regierung würde sich in Hinblick auf die Stadtbilder einen großen Gefallen damit tun, in Stadtrandlage große Spielotheken zu genehmigen.
Auch sehr interessant ist die Unterschriftenaktion des Vereins Goldserie e.V. und für jeden Kritiker zu empfehlen. http://www.goldserie.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1021:pro-kleines-spiel-
Ich kenne keinen Automaten der jemals 500 euro Gewinn ausgespuckt hätte. Nicht mal 300. Die meisten Automaten sind manipuliert. Schlucken viel Geld und spucken nix aus. Aber es gibt Profis die wandern von Kneipe zu Kneipe in regelmässigen Abständen und holen sich das Geld raus. Das sie dann auch ganz schnell wieder in Wetten investieren und verlieren. Von denen ist noch niemand reich geworden. Arm schon
Das mit den zwei Spielgeräten pro Gastwirtschaft hat es schonmal gegeben. Hier kehrt
man nur zu früherem Recht zurück. Die rechnerischen Höchstgewinne und Verluste
pro Stunde sind den wenigsten Spielern bewusst, die schmeissen ihr letztes Geld trotz-
dem da hinein. Die von Grausel-Mann gedüngte Polit-Lobby hat ganze Arbeit geleistet.
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