Die Rentenkassen sind voll, deshalb lässt Ursula von der Leyen die Bürger billiger davonkommen: Der Rentenbeitrag soll 2012 von 19,9 auf 19,6 Prozent sinken. Doch gleichzeitig dürften andere Ausgaben steigen.
Die Bürger müssen im kommenden Jahr weniger in die Rentenkassen zahlen. Das Bundeskabinett beschloss, den Rentenbeitrag zum 1. Januar 2012 von derzeit 19,9 Prozent auf 19,6 Prozent zu senken, gab das Arbeitsministerium in Berlin bekannt. So will die Regierung Beschäftigte und Arbeitnehmer um insgesamt 2,6 Milliarden Euro entlasten.
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Das Absenken des Beitrags um 0,3 Prozent dürfte Durchschnittsverdienern mit einem Bruttoeinkommen von 2500 Euro weniger als vier Euro mehr im Monat bringen. Wer nur 1000 Euro im Monat verdient, dem bleiben gerade einmal 1,20 Euro mehr.
Grund für die Beitragssenkung sind die hohen Rücklagen der Rentenversicherung. Die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage liegt Ende dieses Jahres voraussichtlich bei fast 1,4 Monatsausgaben. Wenn die Rücklagen 1,5 Monatsausgaben überschreiten, soll der Rentenbeitrag laut Gesetz gesenkt werden. Ende Oktober hatte Herbert Rische, Präsident der Deutschen Rentenversicherung, die Senkung in Aussicht gestellt. Zugleich sollen seinen Angaben zufolge die Bezüge der Rentner im Westen um 2,3 Prozent, im Osten um 3,2 Prozent steigen. Auch aus dem Arbeitsministerium hieß es nun, für das kommende Jahr werde eine "merkliche Rentensteigerung" erwartet.
Dennoch wird das Leben im kommenden Jahr für viele Bürger wieder teurer. In den alten Bundesländern wird etwa die Beitragsbemessungsgrenze beim Einkommen um 100 Euro auf 5600 Euro brutto angehoben. Arbeitnehmer, die so viel verdienen, müssen entsprechend höhere Sozialabgaben zahlen. In den neuen Bundesländern erhöht sich die Beitragsbemessungsgrenze nicht.
Mehr zahlen müssen die Bürger auch für die Pflegeversicherung. Bei seiner Sitzung beschloss das Kabinett die Eckpunkte für deren Reform. Der Beitrag soll hier zum 1. Januar 2013 um 0,1 Prozentpunkte steigen. Mit den 1,1 Milliarden Euro Zusatzeinnahmen sollen vor allem Demenzkranker besser versorgt werden. Zudem soll die bestehende gesetzliche Pflegeversicherung durch eine freiwillige private Zusatzvorsorge ergänzt werden.
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(AFP/dapd/jab/hgn)
Moderne Verwaltung
"Würde hingegen der Rententopf durch Arbeitsmarkt- und Erhebungsmaßnahmen um 30% anwachsen, dann könnte auch jeder Rentenpunkt 30% mehr ausschütten."
Jetzt ist nur die Frage, wie viel die heutigen Rentner eingezahlt haben und ob 30% mehr gerechtfertigt bzw. "fair" sind. 1960 war z.B. der Durchschnittslohn bei 10.200DM, die Bemessungsgrenze bei 16.800DM und kostete 14% des Lohns, keine 19.9% wie heute.
Bezogen auf heute mit 30.000€ Jahresdurchschnittsgehalt nach BFA: Die Bemessungsgrenze müsste bei 49.400€ liegen und daher dürften die Punkte maximal 6916€ kosten. Tatsächlich werden bei 49.400€ ganze 9830€ eingetrieben - für die selbe Zahl an Rentenpunkten. Der Maximalbeitrag bei Erreichen der Bemessungsgrenze liegt sogar bei 12.500€.
kommt so manche unsinnige Aussage zustande. Der Generationenvertrag ist schon lange tot, er wird lediglich mit fragwürdigen Mitteln (zu denen auch die Pflegeversicherung, weil chronisch unterkapitalisiert, zählt) am Leben gehalten. Demographie und Produktivitätssteigerung geben ihm nun den Rest. Dumm ist nur, daß der Normalbürger bereits soweit ausgeplündert wurde, daß der parallele Aufbau einer vernünftigen Selbstvorsorge nahezu unmöglich ist.
Leider versuchen die meisten politischen Kaffeesatzleser den statischen Zustand, allenfalls kosmetisch vorsichtig korrigiert, in die Zukunft fortzuschreiben und kommen dann zu den ihnen genehmen Schlüssen. Dabei werden geflissentlich gegenläufige Entwicklungen übersehen: der dramatische Rückgang der Anzahl an Vollzeit-Arbeitsplätzen im mittleren Einkommensbereich (eine Folge der Produktivitätssteigerung), als zwangsläufige Folge der Anstieg an Arbeistplätzen mit ABM-Charakter und fragwürdiger Bedeutung für die Binnenwirtschaft (z.B. Callcenter), das stetig wachsende Durchschnittsalter mit noch rasanter wachsendem Bedarf an Pflegeeinrichtungen (bei dieser Entwicklung wird gerne die Einkommenssituation im Pflegebereich aus den Augen verloren, deren Bereinigung wird über kurz oder lang zu einer Verdoppelung der Pflegekosten führen), nicht zuletzt die über dem Rentenzuwachs liegende Steigerung der Lebenshaltungskosten.
Wenn man dann noch von ewigem Wachstum träumt, um damit die bereits heute erkennbaren Defizite wenigstens teilweise argumentativ beschönigen zu können und die Schuldenaufnahme als "gottgegeben" darstellt und meint, dem Bürger unbedingt ein Wahlgeschenk machen zu müssen, dann, ja dann, kommt man zu solchen Vorschlägen wie Senkung des Rentenbeitrags.
...all die Plattitüden, die den Leuten seit Jahren ins Hirn gedrückt werden in einem Kommentar. Echt traurig.
Nichts davon ist wahr, sind Ihnen Sprüche wie "sich die Rentner nicht leisten können" nicht irgendwie selbst peinlich? Warum lassen Sie sich einen derartigen Quatsch erzählen, anstatt mal selbst das Hirn zu aktivieren?
Die Rentenformel ist von den rot/grünen Barbaren unter Schröder demontiert worden, um der Versicherungsindustrie Zugriff auch auf das bischen Geld des Durchschnittsverdieners zu ermöglichen, der bis in die 90er hinein nicht einma ewogen hätte, sich zusätzlich privat zu versichern.
Es gibt kein demographisches Problem, alleine die steigende Produktivität (Die immer gerne in den Demographie-Alarm Prognosen eines Herrn Miegel bspw. ignoriert wird) reicht locker aus, um eine vernünftiges, umlagefinanziertes Rentensystem zu unterhalten.
Blüm hatte vollkommen Recht, zu seiner Amtszeit WAREN die Renten sicher, noch kurz vor dem Jahre 2000 konnte jeder Vollbeschäftigte mit einer Rente von etwa 70% seines letzten Nettlohnes rechnen. Das hat der Genosse der Bosse GRUNDLEGEND geändert und unter Merkel wurde die Demontage munter fortgesetzt.
Die Linke hingegen, werter Freigeist, fordert in der Tat eine Rückkehr zur einzig vernünftigen, effizienten, tragfähigen und vor allem FINANZKRISENSICHEREN Lösung der umlagefinanzierten Rente.
Wir MÜSSEN überhaupt nicht privat vorsorgen, wir werden dazu gezwungen. Ein weiterer Abgesang auf die vielzitierte "Freiheit" im System.
Möglicherweise haben Sie übersehen, dass die Gesetzeslage schon einmal bei drei Monatsrenten - Rücklagen bestanden hat. Die wurde im Laufe der Jahre dramatisch via Gesetz abgesenkt, weil die Rentenkassen ( fast) leer waren
zu tun. Es ist momentan gesetzliche Regelung und wird automatisch passieren, genauso umgekehrt, wenn die Rücklage zu niedrig ist.
Natürlich kann gesetzlich was geändert werden, finde ich aber wenig sinnvoll.
leider muss man mehr privat vorsorgen oder wir müssen alle ganz schnell ganz viel Kinder bekommen, ansonsten können wir uns die Rentner nicht mehr leisten. Deshalb auch ein reales Absinken der Renten.
Das die Mitten im Leben stehende Generation doppelt betroffen ist, ist mehr als unschön. Aber bessere Lösungen sehe ich nicht, insbesondere nicht von der KPD/SED/PDS/LINKE/... Die ist im Übrigen auch dafür verantwortlich, hätte mal für ihre Rentner im Osten eine richtige Altersvorsorge aufbauen sollen. Aber richtig, der Staat war ja pleite, schon lange vor der Wende...
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