Papandreous Referendum würgt die Euphorie nach dem EU-Gipfel wieder ab. An den Weltbörsen kommt es zum Kursrutsch, an der Wall Street wird MF Global zum ersten prominenten Opfer der Krise. Es ist die achtgrößte Pleite in der US-Geschichte. Die Firma hatte auf Staatsanleihen von Eurostaaten gewettet - und verloren.
Die Euro-Angst an den Weltfinanzmärkten hat schlagartig wieder zugenommen. Die Ankündigung des griechischen Ministerpräsidenten Giorgios Papandreou, die Vereinbarungen mit EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) einem Referendum zu unterwerfen, löste einen Kursrutsch an den Weltbörsen aus. Besonders Bankaktien brachen regelrecht ein. In Frankfurt sackte der Deutsche Aktienindex (Dax) um fünf Prozent auf 5835 Punkte ab, das war der viertgrößte Absturz in diesem Jahr. Im Verlauf hatten die Verluste zeitweise mehr als sechs Prozent erreicht. Der Euro gab zeitweise über drei Cent auf 1,36 Euro nach.
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MF-Global-Chef und Demokrat Jon Corzine mit US-Präsident Barack Obama im November 2009. Die Nähe zur Politik hat Corzine in der Schuldenkrise auch nicht helfen können: sein Rohstoff- und Derivatehändler MF Global ist pleite. (© REUTERS)
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Die Entscheidung Papandreous hat weltweit das gerade gewachsene Vertrauen in die Fähigkeit Europas erschüttert, die Schuldenkrise einzudämmen. Die Finanzmärkte stellen sich jetzt auf eine längere Phase extremer Unsicherheit ein. Damit hat sich an den Börsen die zuversichtliche Stimmung der vergangenen Woche in ihr Gegenteil gedreht. "Der größte Fehler, den die Anleger im Oktober begangen haben, war es, die Illusion zuzulassen, dass irgendeine Lösung schnell und effizient sein würde", sagte Jeffrey Sica, Chef einer Vermögensverwaltung in New York. "Dies ist ein langwieriges, schmerzhaftes Problem. Es gibt keine schnellen Lösungen."
Der Dax hat den größten Teil seines Gewinns von 11,6 Prozent im Oktober wieder abgegeben. Die Aktien der Commerzbank verloren 9,4 Prozent, die der Allianz und der Deutschen Bank jeweils acht Prozent. In New York gab der Dow Jones zur Handelsmitte um 2,5 Prozent nach. Gleichzeitig flohen die Investoren in als sicher geltende amerikanische und deutsche Staatsanleihen.
Wie die Euro-Krise die Weltfinanzmärkte im Griff hat, lässt sich an der Investmentbank Morgan Stanley ablesen. Deren Aktien standen am Dienstag mit einem Minus von 9,3 Prozent ganz oben auf der Verliererliste. Seit Wochenbeginn hat das Geldhaus damit über 15 Prozent verloren. Nach Marktgerüchten ist Morgan Stanley mit netto 2,1 Milliarden Dollar in den Peripherie-Staaten der Euro-Zone engagiert. Vorige Woche, als in Sachen Europa noch Euphorie herrschte, hatte die Aktie 27 Prozent gewonnen.
Europas Schuldenkrise hat indes an der Wall Street ihr erstes prominentes Opfer gefordert. Nach einer Reihe fehlgeschlagener Wetten auf Staatsanleihen mehrerer Euro-Staaten musste die Investmentfirma MF Global am Montag Gläubigerschutz beantragen. Mit einer Bilanzsumme von 41 Milliarden Dollar ist MF Global die achtgrößte Pleite der US-Geschichte und die größte Bankpleite seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008.
Der Chef der Investmentfirma, Jon Corzine, hatte vorige Woche verzweifelt versucht, MF Global zu verkaufen. Der Versuch kam jedoch zu spät, Kunden und Geschäftspartner hatten bereits begonnen, wegen des hohen Engagements in Europa zu fliehen. MF Global hielt zuletzt Anleihen aus Italien, Spanien, Portugal, Belgien und Irland von 6,3 Milliarden Dollar bei einem Eigenkapital von 1,2 Milliarden.
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"Es reichte, dass die Renditen italienischer, spanischer und anderer Anleihen nicht so zurückgingen wie erhofft, um bei den Kunden Panik auszulösen. "
es sei denn es wurde im großen Umfang mit Derivaten auf steigende Kurse gewettet.
auch putzig:
"...Tochter der Deutschen Bank, mit Außenständen von 1,02 Milliarden Dollar. Dabei handele es sich nicht um eigenes Geld.....Engagement der Bank selbst bei MF Global liegt im niedrigen zweistelligen Millionenbereich."
ein Schelm, wer nicht versteht, daß "Leistung die Leiden schafft"
Nochmal - eine Firma ins Bankrott (ein Staat kann, natürlich nicht, pleite gehen), zu treiben ist das Geschäftsmodell schlecht hin.
Es scheint so das die Aktion sehr koordiniert gewesen ist. Zuerst wollte aber die FINRA cash sehen . ( Also nicht einer der Gläubiger, sonden Uncle Sam, als Goldman-Sux Handlanger ... ).
Ein der Trader über Jon Kerozine :
"Speaking of Corzine, more info is coming out in the bankruptcy filings. First, Corzine stands to reap a $12.1 million severance package / golden parachute per the bankruptcy filing. But that isn't the worst. Corzine was hired by MF less than two years ago. He promptly went about loading the company up on European bonds. That in and of itself is damning enough. Remember, Corzine is Goldman Sachs. He knew EXACTLY what was going on in Europe and he knew that European paper was junk. But guess which European countries he loaded up on? Greece, Portugal, Italy and Ireland. The four little PIIGs. Corzine intentionally drove MF into the ground so that someone, and my money is on Goldman Sachs, could come in and buy the remains for 30 cents on the dollar or less. Watch the news. Watch and see who ends up buying the remnants of MF. If it isn't Goldman outright, I'll bet it is a "holding company" that is tied to Goldman."
Also, mission accomplished, GS darf fleddern ....
Die Quelle:
http://www.tfmetalsreport.com/blog/2840/mfing-global