Radikaler Jobabbau: Während andere Ölkonzerne kräftig am hohen Ölpreis verdienten, ist bei BP der Gewinn massiv eingebrochen. Jetzt sollen Tausende Stellen gekürzt werden.
Anders als die Konkurrenten ExxonMobil und Shell hat der britische Ölmulti BP seinen Gewinn im vergangenen Jahr nicht steigern können. Trotz der hohen Ölpreise fiel der Gewinn 2007 um 5,25 Prozent auf 20,8 Milliarden Dollar (14,15 Milliarden Euro), wie BP am Dienstag in London mitteilte. Die Produktion ging um drei Prozent auf 3,8 Millionen Barrel pro Tag zurück. In der vergangenen Woche hatte die Esso-Mutter ExxonMobil mit 40,6 Milliarden Dollar den größten Gewinn ihrer Geschichte vermeldet, der britisch-niederländische Konzern Shell einen Gewinnsprung um 23 Prozent auf rund 31 Milliarden Dollar.
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(© Foto: Getty Images)
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Ursache für den Verlust seien gestiegene Kosten und Verluste im Raffinerie-Geschäft. Der Konzern will nun 5000 Arbeitsplätze streichen und 9500 Jobs auslagern. Damit sollen die Fixkosten um 15 bis 20 Prozent gesenkt werden.
Aktie legt zu
Die geplanten Stellenstreichungen und eine großzügigere Dividendenpolitik kamen an der Börse gut an. Auch die erste Produktionssteigerung seit zwei Jahren stimmte Branchenexperten und Anleger für das laufende Geschäft optimistisch. Die BP-Aktie legte rund zwei Prozent zu.
"Unsere Ergebnisse im vierten Quartal waren enttäuschend", sagte BP-Chef Tony Howard. Der Gewinn ohne die unrealisierten Erträge aus der Wertsteigerung der Lagerbestände sank um 24 Prozent auf 2,97 Milliarden Dollar. Zudem führten schwache Margen im Jahresverlauf zu einem Verlust im vorwiegend in den USA ansässigen Raffinerie-Geschäft von 1,3 Milliarden Dollar. Für die Pläne zum Verkauf des US-Tankstellennetzes verbuchte der Konzern dazu eine Sonderbelastung von 600 Millionen Dollar. Ein Zeichen der Erholung bot allerdings die Produktion, die BP gegen Ende 2007 erstmals seit neun Quartalen mit fallenden Fördermengen um rund zwei Prozent steigern konnte.
Seine finanzielle Situation will BP unter anderem mit den Stellenstreichungen verbessern. Zudem kündigte der Konzern an, nach dem Vorbild des Rivalen Royal Dutch Shell künftig eher durch Dividendenzahlungen als durch Aktienrückkäufe Geld an die Anleger auszuzahlen. Für das vierte Quartal hob der Konzern die Dividende um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum an. Analsten werteten dies als Zeichen des Vertrauen in die eigene Stärke. "Die Dividenden-Politik gibt sicherlich einen Schub", sagte Analyst Jason Kenney von ING. "Die Talsohle ist erreicht und der Aufschwung beginnt im ersten Quartal 2008."
Eine Reihe von Problemen belasten den Konzern
BP hatte in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Problemen. So machten die Kartellbehörden Einsparungen für einen Unfall in einer Raffinerie in Texas verantwortlich, bei dem 2005 15 Arbeiter ums Leben kamen. Den Konzern kostete der Vorfall mehrere Milliarden Dollar an Schadensersatz und Gewinnausfällen. Lecks an Öl- und Gas-Pipelines in Alaska und Verzögerungen wichtiger Förderprojekte beschädigten das Vertrauen der Anleger zusätzlich.
Die Verhandlungen mit Gazprom über einen Anteilstausch im Zuge der Abgabe des Kontrollanteils an dem sibirischen Erdgasfeld Kowykta an den russischen Staatsmonopolisten will BP notfalls über die bis Juli laufende Frist hinaus verlängern. BP hatte im Juni nach jahrelangem russischen Druck zugestimmt, Gazprom den Kontrollanteil zu überlassen, um dann später 25 Prozent an dem riesigen Gasfeld wieder zurückzukaufen. Über die finanziellen Details streiten beide Seiten aber noch.
- Exxon Das beste Jahr in der US-Geschichte 01.02.2008
(Reuters/AFP/mah/sma)
Christopher Lee zum 90.
..an den Kassen der BP-Tochter Aral schnellstmöglich Sammelkörbchen aufzustellen ...
Gib' von Herzen den Notpfennig für Not leidende Mobilitäts-Dienstleister ... vergelt's Gott.