Turbulenzen an den Finanzmärkten Dow Jones schließt vier Prozent im Plus

Lange Zeit wirken die Anleger unentschlossen, am Ende legt der Dow Jones um vier Prozent zu. Zuvor hat die Fed mitgeteilt, dass sie bis 2013 an ihrer Null-Zins-Politik festhalten will. Der Zinsentscheid folgt auf einen äußerst turbulenten Tag an den europäischen Börsen - der Dax brach zeitweise um fast neun Prozent ein.

Die Ereignisse des Börsentages in der Ticker-Nachlese

Die US-Notenbank wird die Wirtschaft der Vereinigten Staaten angesichts der weltweiten Börsenturbulenzen und der Gefahr einer neuen Rezession noch mindestens für zwei Jahre mit ultra-niedrigen Zinsen unter die Arme greifen. An den europäischen Märkten verlief der Tag turbulent: Der Dax stürzte zeitweise massiv ab - schloss aber auf Vortagesniveau. Die Ereignisse des Börsentages bei sueddeutsche.de.

Die Aktienmärkte bleiben unruhig. Auch der Dax an der Frankfurter Börse steht weiter im Minus.

(Foto: dpa)

12:11 Uhr

An der Wall Street ist mit weiteren Verlusten zu rechnen. Die Futures für den S&P 500, Dow Jones und Nasdaq tendieren gut ein Prozent im Minus.

12:20 Uhr

Analysten sorgen sich, wie viel Geld die EZB zum Ankauf italienischer und spanischer Staatsanleihen ausgeben wird: „Wenn die EZB in relativ gleichem Umfang in den Markt gehen würde, wie sie das bei Griechenland, Irland und Portugal gemacht hat, müsste sie mehr als 300 Milliarden Euro in die Hand nehmen“, sagt Rentenstratege Kornelius Purps von der Unicredit.

12:30 Uhr

Der Dax fängt sich wieder: Mittlerweile liegt er nur noch 3,14 Prozent im Minus.

12:40 Uhr

Der Kurs des Euro hat am Dienstag trotz der Turbulenzen an den Aktienmärkten seine Kursgewinne ausgeweitet. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,4272 US-Dollar gehandelt. Im asiatischen Handel hatte der Euro zeitweise nur 1,4150 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag noch auf 1,4225 (Freitag: 1,4155) Dollar festgesetzt. Der Eurokurs habe von der weiteren Entspannung an den Anleihemärkte in Italien und Spanien profitiert, sagten Händler. Die Risikoaufschläge für Papiere beider Länder gingen erneut merklich zurück. Die Rendite von zehnjährigen spanischen Anleihen fiel sogar unter die Marke von fünf Prozent

12:52 Uhr

Die Banken in der Euro-Zone sind bei der Vergabe von unbesicherten Krediten untereinander wieder knausriger geworden. „Liquidität ist genug da, aber die Umverteilung funktioniert trotzdem nicht so wie sie sollte“, sagte ein Händler. "Es sieht fast so aus, als bereite der Geldmarkt den Exit vom Exit vor.“ Erst im Sommer war am Geldmarkt wieder von einer allmählichen Rückkehr in die Normalität gesprochen worden.

13:13 Uhr

Südkorea verbietet Leerverkäufe: Das "short selling“ gilt als destabilisierend für den Aktienmarkt. Dabei verkaufen Marktteilnehmer Papiere, die sie gar nicht besitzen und wetten dabei auf fallende Kurse. Sinkt der Wert der Aktien, können sie diese billiger zurückkaufen und so Gewinn machen. Die südkoreanische Börsenaufsicht hat Leerverkäufe nun für drei Monate unterbunden. Am Montag hatte bereits Griechenlands Aufsichtsbehörde diese Spekulationsform verboten, um den Markt zu beruhigen.

13:14 Uhr

Ein Rekordwert jagt den nächsten: Der Goldpreis steigt und steigt. Mittlerweile liegt er bei 1778,29 Dollar beziehungsweise 1250,90 Euro je Feinunze. Allein in den vergangenen drei Tagen hat die Flucht der Anleger in die "Angstwährung" den Preis um sieben Prozent anziehen lassen.

13:17 Uhr

Erholt sich der Dax doch noch? Eben noch bei minus 1,93 Prozent, liegt er nun bei minus 1,56 Prozent und 5830 Punkten - nachdem es am Vormittag zwischenzeitlich sieben Prozent Minus gewesen waren.

13:25 Uhr

Die Schuldenkrise und der Verlust der Top-Bonität dürften wichtige Themen im US-Wahlkampf werden - und der ist bereits im Gange: Präsident Barack Obama hat eine Verantwortung für die Schuldenkrise seines Landes weitgehend bestritten. Bei einer Spendengala für seinen Wahlkampffonds am Montagabend schob er indirekt die Schuld auf seinen Vorgänger George W. Bush: Viele der Probleme habe er mit seinem Amtsantritt geerbt, sagte Obama. Außerdem beeinträchtigten die Krisen in europäischen Staaten wie Italien oder Griechenland die Lage in den USA. An der Gala der Demokratischen Partei Obamas nahmen 140 Zuhörer teil. Für ein Foto mit dem Präsidenten wurden 15.000 Dollar gezahlt.

13:39 Uhr

Der Absturz der Finanzmärkte ruft die Bundesregierung auf den Plan: Um 15 Uhr will sich Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler vor der Presse zur Lage an Europas Börsen äußern.

13:44 Uhr

Auch die Banken haben ihren Optimismus verloren: Zu Wochenbeginn haben sie eine Menge Geld in Sicherheit gebracht und mehr als 145 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank übernacht geparkt. Das ist ein ungewöhnlich hoher Betrag - denn die Verzinsung ist mit 0,75 Prozent relativ niedrig. Doch weil die Aktienmärkte so instabil sind, wollen viele Banken keine Risiko eingehen und nutzen die Zentralbank als sicheren Hafen. "Das ist kein gutes Zeichen“, sagte EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny im österreichischen Rundfunk.

14:01 Uhr

Der Dax hat sich ein wenig stabilisiert, doch der Blick auf die Zahlen bleibt beängstigend: In den vergangenen zehn Handelstagen verlor er etwa 25 Prozent. So stark ist der Dax noch nie in so kurzer Zeit gefallen. Durch den Ausverkauf schrumpfte der Börsenwert aller 30 Dax-Unternehmen um etwa 160 Milliarden Euro. Das entspricht ungefähr der jährlichen Wirtschaftsleistung Finnlands.

14:10 Uhr

Die EU-Kommission weist Vorwürfe zurück, es gebe in der Krise einen Mangel an politischer Führung . Die Aussichten seien zudem nicht so düster wie die Märkte annähmen, sagte EU-Kommissionssprecher Olivier Bailly in Brüssel. "Wir sind nicht sicher, dass man aus ein paar Tagen einer ernsten Entwicklung an den Märkten schließen kann, dass wir uns auf dem Weg in eine Rezession befinden“, sagte er. Die politische Führung sei da, sie finde aber nicht öffentlich statt. Er räumte aber ein: "Es ist aber klar, dass es eine Diskrepanz zwischen der Arbeit hinter den Kulissen und dem Wunsch der Märkte nach der Umsetzung konkreter Maßnahmen gibt.“

14:15 Uhr

Die Bundesregierung will künftige Finanzkrisen mit einer neuen Institution bekämpfen. Sie setzt sich für einen Stabilitätsrat für den Euro-Raum ein, sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler in Berlin. Das Gremium solle entscheiden können, wie europäische Strukturfondsmittel in Krisenländern verwendet würden und auch Sanktionen verhängen können. Vorbild sei der Stabilitätsrat in Deutschland, der Bundesländer in finanzieller Schieflage begleitet.

14:40 Uhr

Die Deutsche Bank zieht ihre Konsequenzen aus dem Kursabsturz: Sie schraubte ihr Dax-Ziel auf 6800 Punkte zurück. Dafür machte sie enttäuschende Quartalszahlen, sinkende Markterwartungen und die Konjunkturabhängigkeit des Dax verantwortlich.

15:03 Uhr

Es ist keine gute Nachricht aus Washington, aber sie fällt weniger schlimm aus als erwartet: Die Produktivität der US-Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal 2011 verringert. Mit minus 0,3 Prozent fiel der Rückgang niedriger aus als viele Experten befürchtet hatten, die von minus 0,8 Prozent ausgegangen waren. Das US-Arbeitsministerium veröffentlichte seine vorläufigen Berechnungen und teilte mit, dass die die Lohnstückkosten etwas langsamer als erwartet stiegen.

15:09 Uhr

Der Chefökonom des Münchner Ifo-Instituts, Kai Carstensen, hat sich gegen eine Aufstockung des Euro-Rettungsschirms EFSF ausgesprochen - sonst sei die Kreditwürdigkeit Deutschlands gefährdet. "Wenn Deutschland jetzt Garantien und Hilfen für alle Nachbarstaaten übernimmt, dann werden wir unser Triple-A-Rating nicht halten können“, sagte Carstensen der Nachrichtenagentur dapd. Nach der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor’s führen weltweit noch 16 Länder die Bestnote AAA , darunter Deutschland und Frankreich.

15:26 Uhr

Der vorbörsliche Handel in den USA deutet auf eine Erholung der Wall Street hin. Futures für Dow Jones, Nasdaq und S&P-Index lagen alle um mehr als ein Prozent im Plus. Die New Yorker Börse eröffnet um 15.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Am Montag hatte der Dow wie der Dax mehr als fünf Prozent verloren.

15:45 Uhr

Der Handel an der Wall Street ist eröffnet: Der Dow Jones Industrial ist nahezu unverändert gestartet. Nach den heftigen Kursverlusten von mehr als 600 Punkten am Vortag legte das weltweite wichtigste Börsenbarometer zum Handelsstart zunächst um einen halben Prozent zu. Auch der Nasdaq eröffnete mit einem Plus.

16:09 Uhr

Die Wall Street ist kurz nach ihrer Eröffnung stabil, und was macht der Dax in Frankfurt? Steht leicht im Minus, bei etwa einem Prozent.

16:14 Uhr

In New York wird gehandelt, doch alles wartet auf ein Treffen der US-Notenbank in wenigen Stunden. Die Fed wird ihre Zinsentscheidung bekannt geben und möglicherweise mehr Geld in die Wirtschaft pumpen. Der Dow Jones gewann zuletzt 0,39 Prozent auf 10.852,54 Punkte. Seit dem 22. Juli, als sich der Schuldenstreit in den USA zuzuspitzen begann, hat er insgesamt 15 Prozent eingebüßt.

16:41 Uhr

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat die Ankäufe von italienischen und spanischen Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank begrüßt. "Das löst zwar nicht alle Probleme, ist aber trotzdem gut", sagte Putin am Dienstag in Sotschi. Zugleich sicherte der Regierungschef der heimischen Wirtschaft zu, sie mit ausreichend Liquidität zu versorgen. Wenn sich die Notwendigkeit ergäbe, würden Regierung und Zentralbank ausreichend Geld in die Finanzmärkte pumpen, sagte Putin. Dazu kann Russland auf Gold- und Devisenreserven im Wert von aktuell 535 Milliarden Dollar zurückgreifen - die drittgrößten der Welt.

17:03 Uhr

Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, rechnet mit einer baldigen Beruhigung der Börsen. "Die Aktienmärkte dürften noch in dieser Woche ihren Tiefpunkt erreichen", sagte Hüther der "Financial Times Deutschland". Hüther zufolge könnten die Verwerfungen an den Märkten deutschen Unternehmen sogar nützen: „Die Rohstoffpreise sind dramatisch gesunken.“ Davon könne die Realwirtschaft demnächst profitieren.

17:42 Uhr

Nach einem turbulenten Tag hat der DAX seine zum Teil dramatischen Verluste fast wieder wettgemacht. Er schließt mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 5.917 Punkten. Der MDax dreht sich sogar wieder ins Plus und schließt mit einem Zuwachs von 2,9 Prozent, für den TecDax geht es um 3,2 Prozent nach oben.

18:20 Uhr

Der Euro hat sich am Dienstag angesichts einer etwas besseren Stimmung an den Aktienmärkten leicht erholt. Im Nachmittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung 1,4250 US-Dollar und damit rund einen halben Cent mehr als am Morgen. „Der Euro hat heute leicht von der Entspannung an den Aktienmärkten profitiert“, sagte Marc Burgheim, Leiter des Devisenhandels bei der BayernLB. Allerdings sei der Handel nach wie vor sehr nervös.

18:39 Uhr

Die Europäische Union ist weiterhin sehr viel optimistischer als die Finanzmärkte. An den Fundamentaldaten habe sich nichts geändert, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Es gebe Anzeichen einer Erholung, wenn auch nur eingeschränkt. Angst vor einer Double-Dip-Rezession in den USA angesichts der Schuldenkrise hielt er für unbegründet.

18:56 Uhr

Erfreuliche Nachrichten von der Wall Street: Schnäppchenjäger haben den Dow Jones am Dienstag wieder über die Marke von 11.000 Punkten getrieben. Bis zum Mittag lag der Index der 30 führenden Industriewerte fast 220 Punkte oder zwei Prozent im Plus. Nun hoffen Investoren auf ein deutliches Signal der US-Notenbank Fed, die noch am Dienstagabend zu einer Zinssitzung zusammenkommen will.

19:41 Uhr

Volkswirte sehen eine wachsende Gefahr, dass die USA wieder in die Rezession abrutschen. Das ergab eine an diesem Dienstag vorgestellte Reuters-Umfrage unter 200 Ökonomen. Demnach wird die Wahrscheinlichkeit, dass die weltgrößte Volkswirtschaft erneut schrumpft, nun mit 25 Prozent bewertet. Vor einem Monat lag die Einschätzung noch bei lediglich 20 Prozent.

20:05 Uhr

Die Ankäufe von Staatsanleihen angeschlagener Euro-Staaten dürfen nach den Worten des slowakischen Finanzministers Iwan Miklos keine Dauereinrichtung werden. Nur in außergewöhnlichen Situationen würde er den Bond-Erwerb durch die Europäische Zentralbank (EZB) und den Rettungsschirm EFSF an den freien Märkten akzeptieren, sagte Miklos am Dienstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Längerfristige Programme würden die Kapazitäten des EFSF übersteigen, betonte er. Außerdem führten sie „faktisch zu einer Transferunion oder Fiskalunion“. Die Möglichkeit des Aufkaufs von Staatsanleihen am sogenannten Sekundärmarkt durch den Rettungsfonds ist ein wesentlicher Beschluss des jüngsten Euro-Krisengipfels. Damit soll eine Ausweitung der europäischen Schuldenkrise verhindert werden.

20:20 Uhr

Die Entscheidung war mit Spannung erwartet worden: Die US-Notenbank Fed wird die Wirtschaft der Vereinigten Staaten angesichts der weltweiten Börsenturbulenzen und der Gefahr einer neuen Rezession noch mindestens für zwei Jahre mit ultra-niedrigen Zinsen unter die Arme greifen. Wie die Federal Reserve nach einer Sitzung ihren Offenmarktausschusses mitteilt, soll der Leitzins demnach bis "mindestens Mitte 2013 extrem niedrig bleiben". Fed-Chef Ben Bernanke lässt offen, ob und gegebenenfalls wann er weitere Milliarden für neue Staatsanleihenkäufe in die Hand nehmen könnte. Insgesamt hätten sich die wirtschaftlichen Bedingungen in den USA zuletzt verschlechtert, besonders auf dem ohnehin gebeutelten Arbeitsmarkt. Der Leitzins liegt bereits seit rund zweieinhalb Jahren auf dem Rekordtief. Die Fed hatte ihn während der globalen Finanzkrise im Dezember 2008 auf diese Spanne gesenkt.

20:49 Uhr

Zunächst sah es so aus, als würde der Dow Jones stabil bleiben. Doch nun bricht der Index seine kräfte Erholung ab. Nachdem er zuvor heftige Ausschläge nach oben und unten gezeigt hatte, liegt er anderthalb Stunden vor Börsenschluss mit 1,8 Prozent im Minus.

21:08 Uhr

Investoren hatten gehofft, dass die Fed mutigere Schritte insbesondere gegen die Arbeitslosigkeit ergreifen würden. Doch die erhoffte Runde zusätzlicher geldpolitischer Lockerungen blieb aus. Interne Unstimmigkeiten beschränkten den Handlungsspielraum der US-Notenbank, berichtet die "New York Times".

22:04 Uhr

Späte Rally an der Wall Street: Kurz vor Handelsschluss ist der Dow Jones überraschend stark ins Plus gedreht. In einem stark volatilen Handel schließt der Dow-Jones-Index der Standardwerte mit Aufschlägen von vier Prozent auf 11.239 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legt knapp 4,8 Prozent auf 1172 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewinnt sogar 5,3 Prozent auf 2482 Punkte.