800 Punkte in drei Wochen: Der Dax steigt von Jahreshoch zu Jahreshoch. Doch die Kraft der Börse wird nicht reichen, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Zwei Jahre lang haben Banken und Finanzmärkte eine ungeheure zerstörerische Kraft entwickelt. Finanzkonzerne brachen zusammen, die Kreditmärkte gefroren und die Börsen sackten ab. Mit einiger Verzögerung riss die Finanzwelt die reale Wirtschaft, also Firmen und Verbraucher, mit in den Abwärtsstrudel.
Statue eines Bullen vor der Frankfurter Börse: Binnen drei Wochen ist der deutsche Leitindex Dax um 800 Punkte gestiegen. (© Foto: dpa)
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Jetzt aber scheint sich die Entwicklung umzukehren. An den Börsen und in den Banken kehrt die Zuversicht zurück. Erstmals seit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers vor knapp einem Jahr scheint es, als könnten die Finanzmärkte wieder heilende Wirkung entfalten und die übrige Wirtschaft aus dem Sumpf ziehen. Doch die Gefahr, dass sich dies als Irrtum herausstellt, ist groß.
An den Finanzmärkten mehren sich Zeichen einer Erholung. Der wichtigste amerikanische Aktienindex S&P 500 ist erstmals seit Oktober 2008 auf mehr als 1000 Punkte gestiegen; der Dax gewann binnen drei Wochen 800 Punkte. Auch andere Märkte entspannen sich, Firmen holten sich in Europa seit Jahresbeginn 1,1 Billionen Dollar, indem sie Unternehmensanleihen ausgaben. Banken wie Goldman Sachs, J.P. Morgan, Deutsche Bank, Barclays und Credit Suisse verdienten zuletzt wieder Milliarden.
Optimisten erinnern nun daran, wie auch in früheren Rezessionen die Börsen einen Aufschwung der Wirtschaft vorwegnahmen. Sie spiegelten nicht nur die Erwartung, dass sich bald die Auftragsbücher füllen und die Gewinne steigen würden. Vielmehr wirkte die Erholung der Finanzmärkte auf die reale Wirtschaft zurück, sie begünstigte den Aufschwung.
Wenn Firmen sich über den Kapitalmarkt wieder Geld beschaffen können, wächst ihre Neigung, zu investieren. Erzielen Banken Gewinn, geben sie bereitwilliger Kredit. Sehen Verbraucher, dass ihr angelegtes Vermögen wächst, sind sie eher gewillt zu konsumieren. Im besten Fall wird der von den Börsen und Banken antizipierte Aufschwung zur Prophezeiung, die sich selbst erfüllt.
Doch können Börsen und Banken die Wirtschaft auch diesmal aus der Rezession führen? Kann der Finanzmarkt die tiefen Wunden heilen, die er im vergangenen Herbst geschlagen hat?
Fast alles spricht dafür, dass es für einen kräftigen Aufschwung so bald nicht reicht. Die Signale sind trügerisch. So rennen die Aktienkurse jetzt vor allem deswegen nach oben, weil die großen Kapitalsammelstellen viel Bargeld gehortet haben und nun auf den Trend aufspringen, um am Ende des Jahres nicht als Versager dazustehen. Ob die Gewinne der Unternehmen mit den Kurssprüngen mithalten, ist fraglich. Auch die Rekorde am Anleihenmarkt haben eine Kehrseite: Sie zeigen vor allem, dass Firmen händeringend Alternativen zum Kredit suchen, den die Banken zunehmend zögerlich vergeben. Dass zugleich die Kreditausfälle dramatisch steigen, sollte den Anleihekäufern zu denken geben.
Trügerisch sind auch die Gewinne der Banken. Hohe Profite kommen nur aus dem Kapitalmarktgeschäft. Firmen und Verbraucher werden den Banken jedoch in den kommenden Monaten hohe Verluste bescheren, weil sie ihre Schulden nicht mehr bedienen können. Die Kreditklemme kommt erst noch, die Arbeitslosigkeit steigt, die Einkommen sinken. Woher also soll die Nachfrage kommen, die einen Aufschwung trägt?
Noch auf lange Zeit werden Banken und Verbraucher ihre Schulden reduzieren müssen. Vor allem die amerikanische Wirtschaft war so überschuldet, dass ein paar gute Monate an der Börse und ein daraus resultierender Anstieg der Vermögen die Löcher nicht stopfen kann. Amerika muss sparen und fällt als Lokomotive der Weltwirtschaft auf lange Zeit aus. China und andere Schwellenländer sind noch nicht so weit, diese Rolle übernehmen zu können. Und auch den Regierungen fehlt das Geld, noch einmal die Wirtschaft anzuschieben, wenn der Effekt der ersten Konjunkturprogramme verpufft ist.
Der heilen Welt, die die Börsen und manche Banken vorgaukeln, muss man also misstrauen. Nur zu gut ist noch in Erinnerung, wie weit sich die Finanzmärkte von der Realwirtschaft vor der Krise abgekoppelt hatten. Die Folgen waren bekanntlich verheerend.
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(SZ vom 05.08.2009/tob)
Wirbel um Obama-Biographie
Noch vor 3 Monaten leugneten Sie massivst und diskriminierten Fachleute hier im Kommentarbereich, dass es Banken geben würde, die ohne Steuermittel bankrott wären.
Ihre Kommentare muss man nicht lesen, es reicht, sie mit rot zu bewerten, was ja seit Monaten der Fall ist. Tinus77-Textprogramm hin oder her. Jemand der solch falsche und unqualifizierte Meinungsmache betreibt, evtl. für ein paar Euros, hätte die SZ schon längst sperren sollen.
Paul Krugman, Nobelpreisträger:
"Die Politiker (a la Dr.Goebbels, Mielke etc.) werden uns einmal mehr beruhigen wollen. Wir werden hören, man habe alles unter Kontrolle. Aber die Weltwirtschaft ist außer Kontrolle geraten. Und zwar in einem Maß, das sich vielleicht immer noch unserer Vorstellungskraft entzieht".
----- US-Rettungspakete erreichen Rekordwert von 24 Billionen Dollar -----
----- Rekord-Ausfälle bei US-Kreditkarten -----
wewewe.welt.de/wirtschaft/article4159185/BayernLB-lagert-Risiken-ueber-95-Milliarden-aus.html
----- BayernLB lagert Risiken über 95 Milliarden aus ----- und schreibt jetzt Gewinne!!
Wenn nicht mal Nobelpreisträger einen Ausweg aus der größten Rezession aller Zeiten aufzeigen können, wie können es da die "Dr.Goebbels"? Alles nur Propaganda - so sicher, wie das Amen in der Kirche. Die selbe Situation hatten wir bereits schon 1929, kurz bevor die Börsen zusammengebrochen sind.
ihre Aussage ist noch viel falscher, da die bloße Zahl überhaupt nichts sagt, auf wen verteilen sich denn ihre genannten 8 Billionen Euro Vermögen? Schauen Sie sich mal ne Vermögensstatistik an, und wenn sie wieder Luft kriegen, können Sie sich ja noch mal überlegen, ob meine Aussage falsch war. Ihre Aussage mit der Summe des Vermögens ist sicher richtig, aber offensichtlich haben sie die Kritik nicht verstanden. Sie machen nämlich den selben Fehler wie die Börsengurus und der Autor des Artikels, sie verwechseln Anleger mit Verbrauchern. Wie gesagt: Das Gros der Verbraucher hat kein Vermögen um es irgendwo anzulegen, sondern gibt das vorhandene Einkommen in der Regel zu 100% wieder aus. Einer der grandiosen Fehler der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik ist die Vernachlässigung dieser Tatsache.
Wenn Firmen sich über den Kapitalmarkt wieder Geld beschaffen können, wächst ihre Neigung, zu investieren. Erzielen Banken Gewinn, geben sie bereitwilliger Kredit. Sehen Verbraucher, dass ihr angelegtes Vermögen wächst, sind sie eher gewillt zu konsumieren. Im besten Fall wird der von den Börsen und Banken antizipierte Aufschwung zur Prophezeiung, die sich selbst erfüllt.
Doch können Börsen und Banken die Wirtschaft auch diesmal aus der Rezession führen?
NEIN-NEIN-NEIN und WARUM-WARUM-WARUM???
Weil diese Krise eine andere ist.Sie hat uns genau gezeigt,das unsere Gier,angefangen vom Verbraucher bis zu den Investmentbanken das Grundübel ist.
Das mittlerweile max. angewachsene menschliche Ego wurde enthüllt und muss nun als erkannt-verändert-transformiert werden.Ein neues Bildungssystem+ Wertesystem muss angefangen vom Kindergarten bis in die Universitäten etabliert werden.Die Krise hat uns gezeigt,das die Menschheit ein integrales System ist wo jeder von jedem abhängig ist-genau wie in einem Organismus.Wenn dort eine Zelle beginnt egoistisch zu wuchern und ihre Nachbarzellen auffrisst und zerstört haben wir KREBS-bis zur völligen Vernichtung des ganzen Systems.Wir können so weiter machen und zerstören uns so selbst oder wir hören auf die Weissen und folgen ihrem tausende Jahre alten Wissen.
http://www.laitman.de/?s=krise
Celine Polo
Das Problem dabei ist doch, dass Konsum(nachhol-)bedarf hauptsächlich bei denen besteht, die sowieso schon Schulden haben. Warum sollte jemand, der schon ein Haus, Auto und Boot hat, sich dasselbe nochmal kaufen? Um der Wirtschaft einen Gefallen zu tun? Schön wärs. Ich denke Ihre Rechnung ist zu einfach aufgestellt.
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