Griechische Finanzmisere, die US-Investmentbank Goldman am Pranger - und jetzt auch noch die Aschewolke: Die Märkte, aber auch die Anleger sind gereizt.
Wohin streben die Aktienkurse, nachdem sich die Börsen von der Eskalation der Finanzkrise im Herbst 2008 so gut erholt haben? Um 50 Prozent sind Dax-Werte seit der Lehman-Pleite im Schnitt gestiegen.
Aktien unter Druck: Die Papiere der Lufthansa gaben am Montag deutlich nach. (© Foto: dpa)
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Ein Teil dieser Kursgewinne steht auf dem Spiel, da die Anleger in diesen Tagen nervös werden. Der erste Grund dafür ist, dass der Fall Goldman womöglich kein Fall Goldman bleibt. Mehr als ein Dutzend Geldhäuser von der UBS bis zur Deutschen Bank konstruierten solche Spekulationsprodukte, die die US-Börsenaufsicht Goldman jetzt verfolgt. Klagen und Geldstrafen könnten die Folge sein.
Sorgen macht den Anlegern auch der Flugausfall durch die Aschewolke, der deutsche Unternehmen nach Schätzungen jeden Tag Geschäfte im Umfang von einer Milliarde Euro kostet. Allerdings gibt es bei Goldman wie bei der Asche ein wertvolles "Aber". Beide Themen müssen die Kurse keineswegs auf Dauer drücken. Wie sehr sie Banken, Fluggesellschaften und Industriekonzerne belasten, lässt sich noch gar nicht sagen.
Wie viel Nervosität in den Finanzmärkten steckt, zeigt ein anderer Aspekt. Die Zitterprämien für griechische Euro-Anleihen stiegen am Montag wieder einmal auf ein Rekordhoch. Und das, obwohl es ausnahmsweise keine neuen Hiobsbotschaften aus Athen gab, sondern nur ein Hilfetreffen wegen der Aschewolke verschoben werden musste.
Da sichern die Euro-Nachbarn Griechenland Notkredite von bis zu 45 Milliarden Euro zu, doch den Investoren reicht das immer noch nicht. Das zeigt, wie wacklig die Börsen momentan sind. Wer in den vergangenen Monaten schöne Kursgewinne erzielt hat, denkt jetzt wohl an ein paar Verkäufe.
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(SZ vom 20.04.2010/mel)
Christopher Lee zum 90.
Klar wird um Griechenland fleissig spekuliert. Aber mittlerweile spekuliert man ja bereits mit der Rettung durch andere Staaten. Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt, dass andere Staaten die griechischen Schulden direkt oder auch indirekt mitzutragen haben.
Es gibt in der FAZ einen guten Artikel von Hr. Issing. Sollte jeder mal gelesen haben.
Zum "Wert" der ewigen Börsenpoesie hat Python im Prinzip schon alles gesagt. Ob das Kursgeflatter institutioneller Anleger überhaupt als Indikator für realwirtschaftliche Verhältnisse taugt, ist höchst fraglich. Bemerkenswert ist darüber hinaus Hagelükens "Erklärung" für das Rekordhoch bei der Verzinsung griechischer Staatsanleihen trotz der EU- Garantien. Ist das wirklich ein Zeichen von Nervosität? Steckt nicht vielmehr ein "Kartell der Gierigen" auf Seiten der großen Geschäftsbanken, dahinter, das mit der EU- Absicherung im Rücken, um so hemmungsloser Kasse macht...?
Vielen Dank für die lobenden Worte, ich werde mich bemühen :)
Richtig so.... nur mit den Hätte Täte Wäre und etwas online jammern (die Frage der fachlichen Qualifikation lassen wir mal weg...) wird die Welt nicht besser.
Nicht nur grosse Worte schwingen, sondern was tun ist angesagt.. es besser machen als die andern. Und da darf man wohl noch ganz ganz lange warten....
Zitat:"Der erste Grund dafür ist, dass der Fall Goldman womöglich kein Fall Goldman bleibt. Mehr als ein Dutzend Geldhäuser von der UBS bis zur Deutschen Bank konstruierten solche Spekulationsprodukte, die die US-Börsenaufsicht Goldman jetzt verfolgt. Klagen und Geldstrafen könnten die Folge sein."
Auf keinen Fall sollte man erwähnen, daß es weniger um die Konstruktion von Schrottprodukten geht, sondern um das gezielte Spekulieren auf deren Scheitern. Solange anderen Geldhäusern derartige Straftaten nicht unterstellt werden, dient das Aufbauschen derartiger Nachrichten vor allem den Spekulaten.
Oder mit einfachen Worten, die Medien entpuppen sich immer öfter als Helfer der Spekulaten. Ob das dann noch als unfreiwillig gelten kann ?
Paging