Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat das Rechenzentrum der insolventen Kapitalanlagefirma Göttinger Gruppe durchsucht. "Wir haben Daten und Buchungsunterlagen der Jahre 2005 bis 2007 beschlagnahmt", sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörden auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung.
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Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen mehrere ehemalige Vorstandsmitglieder und Aufsichtsräte des Unternehmens wegen des Verdachts auf Betrug und Insolvenzverschleppung. Die Göttinger Gruppe war im Sommer 2007 pleite gegangen. Dabei ist bei etwa 250.000 Anlegern ein Schaden von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro entstanden.
Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, liegen den Ermittlern etwa 250 Strafanzeigen gegen verantwortliche Manager der Göttinger Gruppe vor. Die Anzeigenerstatter fühlten sich betrogen, weil ihnen zum Beispiel das Unternehmen Zahlungen, denen es zuvor in einem Vergleich zugestimmt hat, vorenthalten habe. Die Staatsanwaltschaft will nun herausfinden, wann die Göttinger Gruppe tatsächlich zahlungsunfähig war.
Für diese Aufgabe seien zwei Wirtschaftsreferentinnen eigens abgestellt worden. Dabei geht es offenbar auch um angeblich hohe Zahlungen an ein niedersächsisches Hotel, das dem Ehemann einer ehemaligen Vorstandsfrau der Securenta AG gehört und inzwischen ebenfalls Insolvenz angemeldet hat. Die Securenta war das Kernunternehmen der Göttinger Gruppe.
Mitglieder des ehemaligen Vorstands haben sich zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert. Dazu zählt auch Jürgen Rinnewitz, zuletzt der Kopf der Gruppe, gegen den nach Informationen der SZ ebenfalls ermittelt wird.
(SZ vom 22.12.2007/hgn)
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Eigentlich müssen die Leser jetzt sprachlos sein.
Der Verdacht gegen die Gruppe wurde schon vor mehreren Monaten durch Fernseh - Berichterstattung erhärtet. Warum dauert das so lange, bis die Staatsanwaltschaft aktiv wurde ? Oder wollte man den Beschuldigten Gelegenheit geben, brisante Akten zu "entsorgen"?