Betriebliche Altersvorsorge "Arbeitnehmer könnten in die Falle geraten"

Sicherheitshalber hat er Ulrich-Arthur Birk, Professor für soziale Sicherung an der Uni Bamberg, nachrechnen lassen. Der Fachmann, der sich seit Jahren mit der betrieblichen Altersvorsorge beschäftigt, bestätigt: "Das Ergebnis stimmt leider, aufs Komma genau." Birk warnt daher: "Wer nicht privat krankenversichert ist, so um die höheren Abzüge für die Krankenkasse nicht herumkommt und vom Arbeitgeber keinen Zuschuss für die betriebliche Altersvorsorge erhält, sollte sich einen Abschluss gut überlegen." Leider habe der Gesetzgeber die Bedingungen für die Entgeltumwandlung so verschlechtert, dass die Arbeitnehmer hier "in die Falle geraten könnten".

Barge hat auch seiner Pensionskasse geschrieben. Die stellt in ihrer Antwort seine Angaben nicht in Frage, macht aber darauf aufmerksam, dass das angesparte Kapital eigentlich für eine lebenslange Rente gedacht ist: "Damit steht der Vorsorgedanke im Vordergrund, der den Renditeaspekt überlagert. Je länger der Begünstigte lebt, um so günstiger wirkt sich das auch wirtschaftlich zu dessen Gunsten aus", schreibt die Kasse.

Außerdem weist sie den Ingenieur darauf hin, dass die Steuerlast auch deshalb so hoch sei, weil Barge in den ersten Monaten 2012 noch das Gehalt seines Arbeitgebers bezog und sich das Geld nicht 2013 im ersten vollen Jahr als Rentner auszahlen ließ. Nur: Was besser ist, hat ihm vorher keiner gesagt, auch nicht die Pensionskasse. Selbst wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kunden bekannt wären, sei eine Beratung in dieser Sache "nicht geschuldet", teilte die Sparkassen-Pensionskasse ihrem Kunden dazu lapidar mit.

Birk sieht darin ein grundsätzliches Problem: Banken müssten Beratungsprotokolle ausfüllen und seien verpflichtet, über Vor- und Nachteile von Geldanlagen aufzuklären. "Dies müsste für Pensionskassen, Direktversicherungen oder Unterstützungskassen genauso gelten", fordert er.

Barge jedenfalls weiß jetzt: "Verdient habe nicht ich, verdient haben die Pensionskasse und mein Arbeitgeber. Der hat Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung in Höhe von knapp 3000 Euro gespart."