Von Von Oliver Herwig

Das kombinierte Büro- und Wohnhaus gleicht einem Musterkasten aktueller Gebäudetechnik, aber zum Glück versteckt sich die Technik hinter der lichten Fassade.

Zuerst sieht man nichts. Nur einen Schlauch von Einfahrt, der in die zweite Reihe führt, einen Neuhausener Hinterhof zwischen Nymphenburger- und Blutenburgstraße. Dann taucht die Fassade auf, marmoriert wie ein Baumkuchen. Helle Streifen, dunkle Bänder. Dahinter verbergen sich Solarpaneele, spiegelblanke Flächen, die von asymmetrisch geteilten Fenstern durchzogen sind.

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Der König des Hinterhofs blitzt aus der Tiefe des Raums und lockt Passanten, sich ein Haus näher anzusehen, das nur aus Fassade zu bestehen scheint und sich nach oben verjüngt wie eine Zikkurat. Etage für Etage springt es zurück und endet in einer großen Dachterrasse über Neuhausen.

Bei den Architektouren fiel das Münchner Büro a+p durch das Lyrikkabinett im Hinterhof der Amalienstraße auf, bei dem die Architekten kantige Rechtecke aus Glas und Stahl zu einem Pavillon aus Panoramascheiben und glatter Stahlhaut schichteten.

In der Blutenburgstraße 44 hatten sie eine ähnliche Situation zu bewältigen: wenig Platz und viel Ideen, die in den Neubau gepackt werden mussten. Hier stand einmal eine Werkstatt für Betonsägen, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Bombenschneise füllte wie ein wackliger Stiftzahn; sie hat vergangenes Jahr Platz gemacht für ein Büro von rund 300 Quadratmetern und einem teilbaren Apartment mit je 118 und 68 Quadratmetern.

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