Von Klaus Ott

Die Turbulenzen bei der Bayerischen Landesbank werden nach Vorstandschef Werner Schmidt nun voraussichtlich auch Risikovorstand Gerhard Gribkowsky sein Amt kosten.

Nach Informationen aus Finanzkreisen will das Aufsichtsgremium der Landesbank, der Verwaltungsrat, an diesem Mittwoch den bisherigen Risikovorstand Gerhard Gribkowsky abberufen. Die BayernLB rechnet inzwischen mit Belastungen von vier Milliarden Euro als Folge ihres Engagements bei Wertpapieren, die auf US-Immobilienkrediten beruhen.

BayernLB, ddp

Aus für einen weiteren Top-Manager: Die BayernLB will Gerhard Gribkowsky abberufen. (© Foto: ddp)

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Wegen des öffentlichen Wirbels um diese Risiken hatte erst vor einem Monat der bisherige Vorstandschef Werner Schmidt gehen müssen. Er hatte zuvor Milliardenrisiken der Landesbank öffentlich zugegeben, obwohl Bayerns Finanzminister Erwin Huber im Landtag erklärt hatte, man werde erst Ende April genaue Zahlen nennen können. Huber ist Vizechef des Verwaltungsrats. Die Landesbank gehört dem Freistaat Bayern und den Sparkassen.

Gribkowsky ist innerhalb eines Jahres bereits der dritte Vorstand, der vorzeitig gehen muss. Mitte 2007 hatte der Verwaltungsrat den Top-Manager Dieter Burgmer fristlos gekündigt, nachdem die Landesbank bei einem Aktiengeschäft knapp 45 Millionen Euro verspekuliert hatte.

Ein Nachfolger für Gribkowsky steht dem Vernehmen nach noch nicht fest. Verwaltungsrat und Vorstand wollen sich offenbar zuerst mit den drohenden Ausfällen befassen, die sich seit Jahresbeginn von zwei auf vier Milliarden Euro verdoppelt haben. Am Donnerstag will der neue Vorstandschef Michael Kemmer öffentlich die aktuellen Zahlen nennen und die Bilanz für 2007 vorlegen. Die Misere der BayernLB wird auch einen Untersuchungsausschuss im Landtag beschäftigen.

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(SZ vom 02.04.2008/cag)