Krisen-Sitzung bei der BayernLB: Heute soll auch die Zukunft von Vorstandschef Schmidt ein Thema sein. Außerdem wurde bekannt, dass angeblich eine Fusion der BayernLB mit der Landesbank Baden-Württemberg geplant ist.

Bei der Verwaltungsratssitzung der krisengebeutelten BayernLB sei die Personalie Werner Schmidt aller Voraussicht nach ein Thema, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag unmittelbar vor Beginn der Sitzung übereinstimmend aus mehreren Quellen in Finanzkreisen. Eine vorzeitige Trennung von Schmidt sei nicht komplett ausgeschlossen.

Anzeige

Schmidt hatte in der vergangenen Woche die Belastungen der BayernLB durch die Kreditkrise auf etwa 1,9 Milliarden Euro beziffert.

Unmittelbar zuvor hatte Bayerns Finanzminister Erwin Huber (CSU), Verwaltungsrats-Vize der Bank, im Landtag ohne Vorwarnung durch Schmidt erklärt, das Kreditinstitut könne noch keine Zahlen nennen. Die Opposition fordert seither Hubers Rücktritt. Der Finanzminister soll erbost über das unabgestimmte Vorgehen Schmidts gewesen sein.

Die Landesbanken Bayerns und Baden-Württembergs, die BayernLB und die LBBW, sollen angeblich nach der bayerischen Landtagswahl im Herbst 2008 schnellstmöglich über eine Fusion sprechen. Dann entstehe eine schlagkräftige Süd-Landesbank, berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf bayerische Sparkassenvorstände.

Zudem solle parallel eine große, öffentlich-rechtliche Süd-Versicherung entstehen. Die Zeit bis zur Landtagswahl werde zur internen Meinungsbildung und zum Dialog mit der Landesregierung genutzt.

Keine Beteiligung an Kapitalerhöhung

Dem Blatt zufolge werden sich die Sparkassen bis zum Herbst nicht an einer Kapitalerhöhung bei der BayernLB beteiligen. Unter Berufung auf einen Sparkassenmanager hieß es, dass die Sparkassen bereit sind, dem Freistaat schrittweise seine Beteiligung an der Bayerischen Landesbank abzukaufen.

Bisher halten Freistaat und Sparkassenverband jeweils die Hälfte an der BayernLB.

Starker regionaler Bezug

Nach Angaben der Zeitung sollen die Landesbodenkreditanstalt und die Landesbausparkasse aus der BayernLB herausgelöst werden. Die Bodenkreditanstalt soll mit dem Förderinstitut LfA und die LBS mit den Sparkassen verschmelzen. Nach der Ausgliederung wird die BayernLB demnach als internationale Geschäftsbank mit starkem regionalen Bezug agieren. Das internationale Geschäft würde in einer Holding gebündelt, die dann den Börsengang antreten würde.

Nach Informationen des Blattes aus Sparkassenkreisen müssen dann die kommunalen Sparkassen zukünftig nicht für das internationale Geschäft haften, und Kapitalerhöhungen würden über die Märkte abgedeckt. Es gebe für dieses Modell bereits Vorbilder in Österreich.

Erst vergangene Woche hatte der baden-württembergische Sparkassenpräsident Peter Schneider die BayernLB als geeigneten Partner bezeichnet. Medienberichte über eine Fusion gab es bereits häufiger auch im vergangenen Jahr.

BayernLB und dem Sparkassenverband Bayern nahmen vorerst keine Stellung. Die LBBW ist derzeit mit der Integration der Sachsen LB beschäftigt.

Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/ddp-Bayern/dpa/pak/sma)