Die Deutschen setzen auf Sicherheit und flüchten ins Kollektiv der Bausparer. Als Dauer-Parkplatz fürs Ersparte taugt das Produkt jedoch nicht
Digger sieht aus wie ein Rocker, trägt eine Lederweste und fährt eine Harley - die Werbefigur der Landesbausparkassen (LBS) würde man nicht gerade für den typischen Bausparer halten.
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Neu errichtete Eigenheime in Pirna, südlich von Dresden: Bausparen lohnt sich nur, wenn man wirklich baut. (© Foto: ddp)
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Den gibt es vermutlich auch gar nicht, immerhin ist in Deutschland jeder Dritte Bausparer. Etwa 25 Millionen Menschen haben einen oder sogar mehrere Verträge. Und es werden nicht weniger. Im Gegenteil: Das Geschäft mit Bausparverträgen boomt. Die Kassen legen Rekordzahlen vor. Das Jahr 2008 lief ausgezeichnet. Das Fazit der Deutschen aus der Finanzkrise: Wenn nichts mehr sicher ist, rettet man sich mit einem Bausparvertrag.
Mancher Verbraucherschützer verfolgt den Trend kritisch. Etwa Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen: "Der größte Teil der Verträge wird über Banken verkauft. Man könnte provozierend sagen: Nun verkaufen die nicht Hähnchen, sondern Enten", sagt er.
Anders formuliert: Wer von verlustreichen Aktien, Zertfikaten und Fonds die Nase voll hat, dem kann der Bankberater vermutlich nur noch einen Bausparvertrag schmackhaft machen.
"Besser als Alpha-Zertifikate"
Gottschalk stimmt das nachdenklich: "Die Frage ist doch, ob so viele Leute einen Bausparvertrag brauchen." Die Verzinsung liege über Jahre bei vielleicht einem Prozent. Unter Umständen gibt es noch einen Treuebonus. Das eigne sich nicht als Geldanlage, sagt er.
Achim Tiffe, stellvertretender Direktor des Instituts für Finanzdienstleistugen in Hamburg, sieht den Bausparboom etwas gelassener: "Besser Bausparverträge als Alpha-Zertifikate." Beim Bausparvertrag könne man zumindest sicher sein, dass man das Geld wiederbekomme.
Und genau das ist vielen im Moment wichtig. Während ein Aktionär sich an einem Unternehmen beteiligt, und zwar mit allen Chancen und Risiken, wird der Bausparer Mitglied eines Kollektivs.
Das Ziel ist klar definiert: Gemeinsam will man für ein Haus oder eine Wohnung sparen. Darum überweist jeder Monat für Monat einen Betrag in einen großen Geldzopf und erhält dafür Zinsen. Wer genug gespart hat, bekommt ein Darlehen aus dem Topf und kann sich den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen.
Riskante Spekulationsgeschäfte sind tabu
Ist die Zahl der Sparer höher als jene der Darlehensnehmer, muss die Bausparkasse das Geld anlegen. Allerdings ist der finanzielle Spielraum dafür eng gesteckt, und zwar im Bausparkassengesetz. Aktien- und riskante Spekulationsgeschäfte sind tabu.
Dieses System zog die Anleger in den vergangenen Monaten magisch an. Matthias Metz, Chef der Schwäbisch Hall, sagte auf der Jahrespressekonferenz: "Tatsache ist, dass sich seit der Pleite von Lehman Brothers unser Wachstum spürbar beschleunigt hat. Im November und Dezember lag unser Geschäftsniveau 50 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum."
Lesen Sie auf der zweiten Seite, welche Fehler beim Bausparen häufiger gemacht werden.
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Rekord in Deutschland
Als Parkplatz für "das Ersparte" taugt Bausparen sicher nicht. Auch werden viele Bausparverträge zu hoch abgeschlossen, so daß Ewigkeiten bis zur Zuteilung vergehen, in dem Punkt stimme ich mit der Verfasserin überein.
Es ist in diesem Zusammenhang aber erwähnenswert, daß die ein oder andere Bausparkasse (z.B. Debeka) auch derzeit für Neuverträge 3 Prozent Guthabenszinsen -ohne Sternchen- bietet. Bedenklich wäre nur der Abschluß bei der erstbesten Bausparkasse.
Von dem zitierten Verbraucherschützer hätte ich jedenfalls mehr Marktkenntnis und eine gewisse Differenzierung statt Polemik erwartet. Gerade derartige Pauschalaussagen verleiten die Anleger zum Zocken, entsteht so doch der Eindruck, daß man sich mit den vermeintlichen "Mickerzinsen" konservativer Sparformen nicht zufrieden geben sollte.
Sorry, wenn die Sicherheit eine Rolle spielen sollte, kann ich bei 1% Verzinsung mein Geld auch gleich unters Kopfkissen stopfen.