Von Lars Klaaßen

Von wegen Abfall: Wird Bauschutt fachgerecht getrennt, enthält er wertvolle Rohstoffe. Dass die bislang nur im Straßen- und Erdbau genutzt werden, halten Experten für Verschwendung.

Biomüll, Glas, Papier, Gelbe Tonne, Restmüll: Abfall zu trennen, damit Rohstoffe recycelt werden können, ist in den meisten Haushalten seit vielen Jahren selbstverständlich. Doch ein Großteil des Mülls fällt nicht in den eigenen vier Wänden, sondern beim Bau und Abriss von Gebäuden an. Viele Materialien können recycelt werden.

Bauschutt als Rohstoff; ddp

In Bayern fallen jährlich etwa acht Millionen Tonnen Bauschutt an - ein Großteil wird recycelt und weiter genutzt. (© Foto: ddp)

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"In Bayern fallen jährlich etwa acht Millionen Tonnen Bauschutt an", sagt Umweltingenieur Jürgen Weber, Geschäftsführer des Verbandes Baustoff Recycling Bayern. "Davon werden circa 60 Prozent recycelt und weitere 30 Prozent in Gruben, Brüchen und Tagebauen der Steine- und Erdenindustrie verfüllt." Der Rest werde auf abfallrechtlich genehmigten Deponien beseitigt.

"Mit Recyclingbaustoffen aus Bauschutt und Straßenaufbruch können derzeit zehn Prozent des Bedarfs an Sand und Kies der bayerischen Bauwirtschaft gedeckt werden", sagt Weber. "Dieser beläuft sich jährlich auf 80 Millionen Tonnen."

Auf ein Minimum reduziert

Den Spitzenplatz in der Recyclingquote belegt der Landkreis München: "Im Gegensatz zur bundes- und landesweiten Entsorgung von Bauabfällen, wo noch ein Großteil dieser Stoffe auf Deponien landet, praktizieren wir seit 1985 die Trennung der Bauabfälle in Bauschutt, Bau- und Abbruchholz, und Baustellenabfälle", erläutert Christine Spiegel, Sprecherin des Landkreisamtes. Das Amt hat für Bauherren, Bauleiter, Unternehmer und Poliere die Infobroschüre "Richtige Entsorgung von Bauabfällen" herausgegeben, die auch im Internet heruntergeladen werden kann.

"Durch eine fachgerechte Trennung konnte die zu deponierende Menge an Bauschutt auf ein Minimum reduziert werden", sagt Spiegel. Der Großteil des Bauschutts im Großraum München wird in Kiesgruben verfüllt oder wieder aufbereitet.

Auch der Bedarf ist immens

Es sind vor allem die mineralischen Rohstoffe, die den Großteil dieses Aufkommens ausmachen. Das gilt nicht nur für die Entsorgung, sondern auch für den Immobilienbestand. "In Gebäuden, Straßen, Parkplätzen, Ver- und Entsorgungsleitungen lagerten in Deutschland im Jahr 2000 etwa 50 Milliarden Tonnen mineralische Rohstoffe, also zum Beispiel Kalk, Gipsstein, Schiefer, Kies, Sand, Ton", erläutert Felix Müller, Experte für Ressourcenschonung und Stoffkreisläufe beim Umweltbundesamt. "Bis zum Jahr 2010 dürfte dieser Wert auf circa 60 Milliarden Tonnen wachsen."

Andererseits ist auch der Bedarf immens: Allein im Jahr 2005 setzten Unternehmen in Deutschland etwa 551 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe für die Herstellung von Baustoffen und -produkten ein.

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