Der Abschied vom Bankgeheimnis fällt schwer: Das Schweizer Parlament blockiert den Staatsvertrag mit den USA, wonach die Großbank UBS US-Steuerhinterzieher nennen muss.
Ein Schritt vor, ein Schritt zurück. Der Abschied vom Bankgeheimnis wird für die Schweiz zu einem schweren Gang. Denn das formale Ende des Steuerstreits zwischen der Schweizer Großbank UBS und den US-Behörden zieht sich weiter hin: Die Abgeordneten im Berner Nationalrat, dem Unterhaus, lehnten eine im vergangenen August geschlossene außergerichtliche Vereinbarung mit den USA mit 104 zu 76 Stimmen ab. Gleichzeitig beschlossen die Abgeordneten, dass der Vertrag, sollte er dennoch verabschiedet werden, einem nicht-bindenden Referendum unterworfen wird.
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US-Flagge vor einem Gebäude der Schweizer Bank UBS in New York: Scheitert der Staatsvertrag über die Herausgabe von Kundendaten, könnte das die Beziehungen zwischen den USA und der Schweiz belasten. (© ag.rtr)
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Der Vergleich vom August 2009 verpflichtet die UBS, die Namen und Bankunterlagen von 4450 Kunden aus den USA aushändigen, die im Verdacht stehen, über Jahre hinweg mit Hilfe der Schweizer Großbank Steuern hinterzogen zu haben. Im Gegenzug verzichteten die USA auf eine Zivilklage gegen die UBS. Laut einem Gerichtsbeschluss vom Januar muss das Parlament dem Staatsvertrag zustimmen.
Rechtspopulisten und Sozialdemokraten stellen Bedingungen
Die rechtspopulistische Schweizerische Volkspartei (SVP) als größte Fraktion im Parlament sowie die Sozialdemokratische Partei (SP) hatten ihre Zustimmung zu dem Staatsvertrag an Bedingungen geknüpft. Die SVP wollte sicherstellen, dass das Parlament keine Boni-Steuern in der Bankenbranche erlässt, die SP dagegen forderte Steuern auf Boni und Einkünfte von mehr als einer Million Franken (720 Millionen Euro).
Nach dem Nein des Unterhauses geht der Vertrag an den Ständerat, die zweite Parlamentskammer, zurück, der ihn bereits in der vergangenen Woche verabschiedet hatte. Beide Kammern müssen nun nach einem Kompromiss suchen. Die Zeit drängt, am 18. Juni endet die laufende Sitzungsperiode des Parlaments. Ein endgültiges Aus für den Staatsvertrag könnte die Beziehungen der Schweiz mit den USA belasten. Der UBS droht eine neue Klage.
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(sueddeutsche.de/AFP/pak/hgn)
Bruce Springsteen in Frankfurt
bzw dort müssen Reiche soviel Steuern zahlen, daß es sich LOHNT zu hinterziehen ???
Die sollen mal in D Steuern zahlen, dann zahlen sie freiwillig in den USA die paar %..
Über die Qualität der Plakate (wurden alle von einem deutschen Werber entworfen) und Geschmack in der Werbung kann man sich tatsächlich streiten. Ich fand die Plakate auch daneben.
Dass aber die SVP stets "die Bedürfnisse der schweigenden, arbeitenden Mehrheit" ernst genommen hat und nicht nur an der eigenen politischen Karriere (dies wäre seehhhr einfach gewesen) gearbeitet hat, sich jahrelang gegen das ganze Medien-Establishment stellen musste und dafür pausenlos verhöhnt wurde, ist nun mal ein Fakt.
Die SVP wurde von ALLEN Medien jahrelang geprügelt und lächerlich gemacht - ganz speziell von der einzigen linkspopulistischen Zeitung Blick.
Da sie aber schonungslos die für alle (ausser für Politiker) sichtbaren Missstände aufdeckt, steigt ihr Wähleranteil Jahr für Jahr.
...notabene, sogar mein ehemaliger strammer Sozi-Schwager wählt heute SVP, weil die durch die linke Verwaltung verwalteten Missstände in den Städten unübersehbar geworden sind.
Populismus bedeutet, dem Volk nach dem Maul zu schwatzen und Geschenke zuverteilen. Die SVP hingegen hat seit den Siebzigerjahren ein klares Parteiprogramm, das sie gegen alle Widerstände und das ständige Medienbashing durch zieht.
Man nennt sie u.a. so wg. solch reißerischer Plakatkampagnen mit schwarzen Schafen und dräuenden Minaretten, die weit überzeichnete Horrorbilder beschwören sollen.
Falls Ihnen das nicht aufgefallen ist...
Ich bin zwar FDP Mitglied (Schweiz) aber dass sich deutsche Journalisten immer wieder erdreisten die SVP als "rechtspopulistische Partei" zu bezeichnen, ist eine bodenlose Frechheit.
Da in der Schweiz auch Bundesparlamentarier in der Regel alle zwischen den Sessionen einem "richtigen Beruf" nachgehen, haben Schweizer Politiker per se einen sehr starken Bezug zum normalen Volk. Es gibt praktisch keine Berufspolitiker in der Schweiz!
Wenn man Erdverbundenheit und gesunden Menschenverstand als Populismus bezeichnet, hat man wirklich gar nichts von (direkter) Demokratie verstanden.
Und wenn man die entrückte Abgehobenheit und die Entfernung zum kleinen Bürger deutscher Politiker betrachtet, dann beschleicht einem der Verdacht, dass irgendwann eine "deutsche SVP" Antworten auf die täglichen Sorgen und Bedürfnisse der Deutschen formulieren wird.
Die Schweiz läßt doch mit sich nicht bezüglich "Bankgeheimnis" verhandeln, wer will schon die Haupteinnahmequelle der eigenen Banken abschneiden. Doch ein System, das Profit hauptsächlich aus der Anziehung krimineller Geldern zieht, ist natürlich auf Dauer nicht haltbar.
Da hilft nur der Ankauf und die Auswertung der angebotenen Steuer-CD's, damit wird ein Signal gesetzt. Zurecht werden dann Mitarbeiter der schweizer Banken animiert, kriminelle Anleger aufzudecken. Eine entsprechende Honorierung für diese Zivilcourage ist im Sinne der guten Sache.
Nur diese Fakten versteht die Schweiz.
Wann kommt die nächste CD...
Paging